{"id":711232,"date":"2024-02-04T11:21:50","date_gmt":"2024-02-04T09:21:50","guid":{"rendered":"http:\/\/devrri.freshlemon.ro\/istoria-radio-romania-international"},"modified":"2024-03-14T14:43:56","modified_gmt":"2024-03-14T12:43:56","slug":"rri-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.rri.ro\/de\/rri-geschichte","title":{"rendered":"RRI Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Hier k\u00f6nnen Sie \u00fcber die Anf\u00e4nge des Rum\u00e4nischen Rundfunks sowie \u00fcber die Geschichte seiner Auslandssendungen nachlesen. Und in der Fotostrecke einen nostalgischen Blick auf fr\u00fchere Zeiten werfen.<\/p>\n<p>Maskottchen von Radio Rum\u00e4nien (undatiert, Zwischenkriegszeit)zur-geschichte-des-rumaenischen-rundfunks-und-seiner-auslandssendungen<br \/>\nErstes Geb\u00e4ude (Verwaltungssitz) des Rum\u00e4nischen Rundfunks (Ende 1920er Jahre)Erster experimenteller Sender des Elektrotechnischen Instituts in Bukarest (1927)Provisorischer Sender (400 W)Sitz des ersten experimentellen Senders mit Antenne in der General-Berthelot-Stra\u00dfe. Das Geb\u00e4ude existiert heute nicht mehr, der \u00d6ffentlich-Rechtliche Rundfunk hausiert aber immer noch in derselben Stra\u00dfe. Antenne des Senders im Bukarester Vorort BaneasaErstes Sendestudio des Rum\u00e4nischen H\u00f6rfunksErstes Geb\u00e4ude des Rum\u00e4nischen H\u00f6rfunks (Innenansicht)Sendeanlage und Antenne im damaligen Bukarester Vorort Baneasa (undatiert, vermutlich Anfang der 1930er Jahre)Regierungsmitglieder bei der feierlichen Er\u00f6ffnung des Rum\u00e4nischen H\u00f6rfunks (1. Nov. 1928)Zeitschrift &#8222;Radiofonia&#8220;, Organ der &#8222;Gesellschaft f\u00fcr Radiotelephonische \u00dcbertragung&#8220;, Jahrgang I, Nummer 1 (9. Nov. 1928)Dragomir Hurmuzescu (1865-1954), Physiker, Akademiemitlgied und Pr\u00e4sident der \u201eGesellschaft f\u00fcr Radiotelephonische \u00dcbertragung\u201c, gilt als Vater des Rum\u00e4nischen Rundfunks.Sprecherkabine (undatiert, vermutlich Ende der 1920er &#8211; Anfang der 1930er Jahre)K\u00f6nig Karl II., Ministerpr\u00e4sident Nicolae Iorga und Regierungsmitglieder bei der feierlichen Er\u00f6ffnung des neuen Studios (11. Februar 1932)Ingenieur Teclu am KontrollpultMikrophon der rum\u00e4nischen K\u00f6nigeRum\u00e4nischer K\u00f6nig Carol (Karl) II. am MikrophonH\u00f6rspiel f\u00fcr die und mit den Kleinen (1933)H\u00f6rspiel-Vortragende (undatiert, Zwischenkriegszeit)Volksmusik wurde oft im Radio \u00fcbertragen. Hier ein traditionelles &#8222;Taraf&#8220; (eine Musikergruppe), geleitet vom ber\u00fchmten Geiger Grigoras Dinicu (1935).Rum\u00e4nische Bauern lauschen gebannt dem Radio (1935).Toningenieure und Radiomacher im Einsatz &#8211; hier bereitete man die Aufnahme diverser Musikauff\u00fchrungen vor (1935).\u00dc-Wagen des Rum\u00e4nischen H\u00f6rfunks (1938)\u00dc-Wagen &#8211; Innenansicht (1938)Ing. Paul Stiubei \u00fcberwacht die Live-\u00dcbertragung von einem Bukarester Stadion (1938).Kinderchor probt im Gro\u00dfen Konzertstudio des Rum\u00e4nischen H\u00f6rfunks (1930er-40er Jahre).Die Sendeinhalte bestimmten damals die Mitglieder des sogen. Programmkomitees (1932).Altes Konzertstudio des Rum\u00e4nischen Rundfunks (undatiert)Mitglieder des Rundfunkorchesters im Konzertstudio des Rum\u00e4nischen H\u00f6rfunks (undatiert, Zwischenkriegszeit)Sprecherin Magda Cretoiu-Popa (undatiert, Zwischenkriegszeit)Sprecherin Puia Vasilescu-Rebreanu (undatiert, Zwischenkriegszeit)Sendetechniker (undatiert, Zwischenkriegszeit)Generalsekretariat des Rum\u00e4nischen H\u00f6rfunks: Yvonne Demetriad, Domnica Paun-Ghitescu, Lila Teianu (undatiert, Zwischenkriegszeit)Programmheft zu Weihnachten 1936Rasante Entwicklung: Grafik \u00fcber 40fache Zunahme der Grundgeb\u00fchr zahlenden H\u00f6rer in den Jahren 1927-1939.Maskottchen von Radio Rum\u00e4nien (undatiert, Zwischenkriegszeit)zur-geschichte-des-rumaenischen-rundfunks-und-seiner-auslandssendungen<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnen Sie \u00fcber die Anf\u00e4nge des Rum\u00e4nischen Rundfunks sowie \u00fcber die Geschichte seiner Auslandssendungen nachlesen. Und in der Fotostrecke einen nostalgischen Blick auf fr\u00fchere Zeiten werfen. Klicken Sie die Titel der einzelnen Kapitel an, um direkt zum gew\u00fcnschten Inhalt zu gelangen. Der \u201eZur\u00fcck-zum-Inhalt\u201c-Button unter jedem Kapitel f\u00fchrt wieder nach oben.<\/p>\n<p>INHALT<\/p>\n<p>I. Die Anf\u00e4nge mit Experimentalsendern: 1927-1928<\/p>\n<p>II. Geburtsstunde des Rundfunks: 1. November 1928<\/p>\n<p>III. Erste Sendungen f\u00fcr das Ausland (1930er Jahre)<\/p>\n<p>IV. Radio Rum\u00e4nien w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs (1938-1944)<\/p>\n<p>V. Auslandssendungen w\u00e4hrend des Kalten Kriegs (1950-1989)<\/p>\n<p>VI. Radio Rum\u00e4nien International nach 1989<\/p>\n<p>VII. Neue Sendesprachen, neue Br\u00fccken f\u00fcr den Dialog (1991-1999)<\/p>\n<p>VIII. Radio Rum\u00e4nien International heute<\/p>\n<p>I. Die Anf\u00e4nge mit Experimentalsendern: 1927-1928<\/p>\n<p>Im Jahr 1927 baute man in den Labors des Elektrotechnischen Instituts der Bukarester Universit\u00e4t den ersten rum\u00e4nischen Radiosender, der offiziell in Betrieb ging. Es war bereits der dritte Versuch dieser Art.<\/p>\n<p>Der Sender strahlte auf der Wellenl\u00e4nge 280 m mit einer Leistung von 200 W aus und identifizierte sich im \u00c4ther mit Ansagen auf rum\u00e4nisch, franz\u00f6sisch, deutsch und italienisch. Der Senderadius betrug etwa 1.000 km, somit konnte Radio Bukarest auch im europ\u00e4ischen Ausland und in Nahost empfangen werden.<\/p>\n<p>Die ersten musikalischen \u00dcbertragungen stammten von der Rum\u00e4nischen Oper und aus dem Rum\u00e4nischen Athen\u00e4um und im Winter des Jahres 1927 erklangen Beethovens Symphonien auf dieser Wellenl\u00e4nge.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n<p>II. Geburtsstunde des Rundfunks: 1. November 1928<\/p>\n<p>Am 1. November 1928 strahlte der Rum\u00e4nische Rundfunk seine ersten Signale in den \u00c4ther aus. Die erste offizielle Sendung begann mit einer Ansprache Professor Dragomir Hurmuzescus, eines rum\u00e4nischen Physikers und Radiopioniers, der sp\u00e4ter Vorsitzender des Verwaltungsrats der \u201eRum\u00e4nischen Gesellschaft f\u00fcr Radiotelephonische \u00dcbertragung\u201c wurde. Die Worte \u201eHallo, hallo, hier spricht Radio Bukarest\u201c gelten als der erste Babyschrei des Rum\u00e4nischen Rundfunks.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 19. Juni 1928 erwarb der Rundfunk das Geb\u00e4ude in seiner urspr\u00fcnglichen Form in der General-Berthelot-Stra\u00dfe Nr. 60 von Frieda Rubinstein, der Ehegattin des Bankiers Alfred Rubinstein. Der erste Konzertsaal des Rum\u00e4nischen Rundfunks stammt aus dem Jahr 1930 \u2013 am 21. M\u00e4rz desselben Jahres wurde die Oper \u201eDer Barbier von Sevilla\u201c von Gioacchino Rossini aus dem Studio \u00fcbertragen. Zwei Jahre sp\u00e4ter, am 11. Februar 1932, wurde der Gro\u00dfe Konzertsaal eingeweiht. Das urspr\u00fcngliche Geb\u00e4ude des Rum\u00e4nischen Rundfunks war im modernistischen italienischen Baustil und wirkte damals wie ein kleiner Palast in der Stra\u00dfe mit \u00fcberwiegend alten, bescheidenen H\u00e4usern mit Hof und Weinlaube.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des 2. Weltkriegs wurde beginnend mit dem 22. April 1944 ein Teil der Sendeanlagen evakuiert und in sicherere Unterk\u00fcnfte gebracht. Trotzdem gingen die Sendungen des Rum\u00e4nischen Rundfunks ununterbrochen weiter. Am 24. August 1944 wurde das Geb\u00e4ude in einem Bombardement der deutschen Luftwaffe zerst\u00f6rt. Nach dem Krieg errichtete man ein neues Geb\u00e4ude, das am 27. November 1952 bezogen wurde.<\/p>\n<p>Heute besteht der Rum\u00e4nische Rundfunk aus drei aneinandergereihten und miteienander verbundenen Geb\u00e4uden, die s\u00e4mtliche \u00f6ffentlich-rechtliche Zentralsender (Radio Rom\u00e2nia Actualit\u0103\u0163i, Radio Rom\u00e2nia Cultural, Radio 3net, Radio Rom\u00e2nia Muzical, Antena Satelor, Radio Rom\u00e2nia Interna\u0163ional und Radio Rom\u00e2nia Regional) und die dazugeh\u00f6renden Sende- und Aufnahmestudios, den Verlag \u201eCasa Radio\u201c, die eigene Nachrichtenagentur RADOR sowie den 10.000 m2 gro\u00dfen Konzertsaal \u201eMihail Jora\u201c beherbergen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n<p>III. Erste Sendungen f\u00fcr das Ausland (1930er Jahre)<\/p>\n<p>Schon die ersten experimentellen Sendungen waren auch f\u00fcrs Ausland gedacht. Im Jahr 1932 konnte man die Sendungen des Rum\u00e4nischen Rundfunks sogar in Australien empfangen. Zwei Jahre zuvor hatte das rum\u00e4nische Konsulat in Pal\u00e4stina den Beh\u00f6rden in Bukarest das Ansuchen vieler Menschen aus dem Nahen Osten \u00fcbermittelt, Radio Bukarest m\u00f6ge auch Sendungen in franz\u00f6sischer Sprache ausstrahlen.<\/p>\n<p>Die ersten offiziellen Sendungen in Fremdsprachen wurden Anfang der 1930er Jahre konzipiert und waren als Informationsquelle f\u00fcr das Corps Diplomatique gedacht. Sie bestanden aus kurzen Info-Meldungen, zun\u00e4chst in franz\u00f6sischer und englischer Sprache, sp\u00e4ter auch auf italienisch und deutsch, \u00fcber \u201edie Reicht\u00fcmer, die Wirtschaft, die Kultur und das Schaffen Rum\u00e4niens\u201c. Die Sendungen in Fremdsprachen wurden eine Viertelstunde vor Mitternacht und damit kurz vor Sendeschluss ausgestrahlt.<\/p>\n<p>Der 12. Februar 1939 gilt als Geburtstag der rum\u00e4nischen Radiosendungen f\u00fcr \u00dcbersee. An diesem Tag wurde eine kompexe Sendung \u00fcber Rum\u00e4nien ausgestrahlt, die als Zielgebiet die USA hatte. Die Zeitschrift \u201eUniversul Radio\u201c schrieb damals, dass die Sendung \u201eals Werbung f\u00fcr die Teilnahme Rum\u00e4niens an der Weltausstellung in New York\u201c konzipiert worden sei. Am 19. Februar 1939 wertete die Zeitschrift \u201eRadio-Adev\u0103rul\u201c diese Sendung als ein \u201eepochales Ereignis\u201c. Sie beinhaltete Interviews und Musik und wurde von mehreren amerikanischen Sendern \u00fcbernommen und ausgestrahlt.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n<p>IV. Radio Rum\u00e4nien w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs<\/p>\n<p>Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hat einen Anstieg und eine Auff\u00e4cherung der Informationen aus Rum\u00e4nien in den Auslandssendungen in Fremdsprachen mit sich gebracht.<\/p>\n<p>Neben den Sendungen in deutsch, franz\u00f6sisch, englisch und italienisch kommen noch andere in griechisch, t\u00fcrkisch, serbisch, russisch und sp\u00e4ter (1941-1942) in ukrainisch hinzu. In der Kriegszeit hatten diese Sendungen einen ausgepr\u00e4gt propagandistischen Charakter, zur Unterst\u00fctzung der milit\u00e4rischen Operationen und politischen Handlungen Rum\u00e4niens sowie zur Unterst\u00fctzung der Achsenm\u00e4chte, vorrangig Deutschlands, mit denen Rum\u00e4nien verb\u00fcndet war.<\/p>\n<p>Am 23. August 1944 wechselte Rum\u00e4nien die Fronten und schloss sich den Alliierten an. Ende 1944 wurde ein neuer Sender namens \u201eDacia Romana\u201c ins Leben gerufen, der in f\u00fcnf Sprachen ausstrahlte: Deutsch, Englisch, Russisch, Franz\u00f6sisch und Ungarisch. Der Krieg war noch nicht zu Ende. Einem Beschluss des Verwaltungsrates zufolge hatte der Sender den Auftrag, \u201esich f\u00fcr den Eintritt Rum\u00e4niens in die Vereinten Nationen einzusetzen und den wirtschaftlichen Wiederaufbau Rum\u00e4niens sowie die Demokratisierung des Landes zu pr\u00e4sentieren\u201c.<\/p>\n<p>Die Studios im Funkhaus in der General-Berthelot-Stra\u00dfe fielen am 24. August 1944 einem deutschen Bombenangriff zu Opfer. Provisorisch wurden die Sendungen dann aus dem naheliegenden Sankt-Sava-Gymnasium ausgestrahlt. F\u00fcr den Sender \u201eDacia Romana\u201c hat man damals ein spezielles Studio im Festsaal dieser Schule eingerichtet.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n<p>V. Auslandssendungen w\u00e4hrend des Kalten Kriegs (1950-1989)<\/p>\n<p>Das nach dem Krieg an die Macht gehievte kommunistische Regime markierte auch die Geschichte des Rum\u00e4nischen Rundfunks dramatisch. Im Kalten Krieg und hinter dem Eisernen Vorhang wurden die Sendungen f\u00fcr das Ausland zum Propaganda-Instrument degradiert. Trotzdem beinhalteten die Sendungen auch brauchbare bis genie\u00dfbare, von der Zensur weniger bestimmte Inhalte \u00fcber Freizeit und Tourismus, Kultur, Musik und Sport.<\/p>\n<p>Die erste Sendung in rum\u00e4nischer Sprache f\u00fcr das Ausland ereignete sich am 10. Juli 1950 und wurde \u00fcber Kurzwelle \u00fcbertragen. Die Sendungen dauerten jeweils 30 Minuten, Zeitzeugen berichten, dass die Redaktion die Cr\u00e8me de la Cr\u00e8me der rum\u00e4nischen Rundfunk-Journalisten der damaligen Zeit vereinte, in einem Versuch der kommunistischen Machthaber, die Propaganda zu \u201ehumanisieren\u201c. Ziel dieser Politik war es, die Exil-Rum\u00e4nen, die \u00fcberwiegend antikommunistisch gesinnt waren, zumindest teilweise freundlicher zu stimmen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der n\u00e4chsten Jahre wird auch die \u201eRum\u00e4nische Sendung f\u00fcr die USA\u201c gegr\u00fcndet. Ausschlaggebend hierf\u00fcr war die Tatsache, dass in den USA die zahlenm\u00e4ssig gr\u00f6\u00dfte rum\u00e4nische Exilgemeinde lebte. Am 15. Dezember 1955 lief diese Sendung parallel zur regul\u00e4ren Sendung in rum\u00e4nischer Sprache f\u00fcr das Ausland, die sich \u201eGlasul Patriei\u201c (\u201eStimme der Heimat\u201c) nannte. 1955 war zudem das Jahr, in dem Rum\u00e4nien in die UNO aufgenommen wurde. Die Leitung dieser Unterredaktion \u00fcbernahm ein erfahrener Journalist namens Leon S\u0103r\u0103\u0163eanu. Am 12. April 1958 wird die rum\u00e4nische Sendung f\u00fcr die USA der Sendung \u201eGlasul Patriei\u201c einverleibt, die nun ihre Programme geographisch f\u00fcr Westeuropa und die USA auff\u00e4chert.<\/p>\n<p>Die Geschichte der franz\u00f6sischen Abteilung nach dem Zweiten Weltkrieg hat mit Frau Andr\u00e9e Fleury begonnen, die im ehrw\u00fcrdigen Alter von 100 Jahren und 5 Monaten verstarb. Einigen unserer H\u00f6rer k\u00f6nnte ihre Stimme noch bekannt sein. Es hat nicht wenige Journalisten in der franz\u00f6sischen Abteilung bei Radio Bukarest gegeben, die ihre H\u00f6rfunkkarriere bei anderen bekannten Sendern der Welt fortgesetzt haben, darunter bei Radio France, RFI und Radio Freies Europa. Prominente Beispile sind Elena Murgu und Alain Paruit.<\/p>\n<p>In der englischen Sendung haben die Nachkriegsprogramme mit dem Ehepaar Max und Edith Eisinger begonnen, die in England studiert hatten. Sie waren leidenschaftliche Radiomacher. Ihnen folgte die renommierte Radiojournalistin Catinca Ralea. Eine weitere ber\u00fchmte Stimme im englischen Programm war jene von Alexandru Fole. Zu Beginn der sechziger Jahre leitete Eugen Preda die englische Abteilung. Er wurde sp\u00e4ter der erste Intendant der Rum\u00e4nischen Rundfunkgesellschaft nach dem Sturz des Kommunismus im Jahr 1989. Bemerkenswert in der journalistischen Arbeit der englischen Redaktion sind die vielen Interviews, die Catinca Ralea mit bekannten Pers\u00f6nlichkeiten f\u00fchrte, darunter mit den Schriftstellern Saul Bellow, William Saroyan, Alvin Toffler und Iris Murdoch, mit den ber\u00fchmten Musikern Yehudi Menuhin und Arthur Rubinstein, mit dem Bildhauer Henry Moore, mit den Politikern Margaret Thatcher und Edward Kennedy.<\/p>\n<p>In den 1950er Jahren hatte es bei Radio Bukarest Sendungen in russischer Sprache f\u00fcr die sowjetische Armee und f\u00fcr sowjetische Experten gegeben. Nach dem Abzug der Armee in der zweiten H\u00e4lfte der f\u00fcnfziger Jahre hat man auf diese Sendungen verzichtet. Gleich danach hat der Programmaustausch von Sendungen mit Radio Moskau begonnen. Es waren die gleichen Sendeaustausche, die das sowjetische Radio mit der Mehrheit der Ostblockstaaten hatte. Die Programme wurden in Bukarest aufgenommen, anschlie\u00dfend nach Moskau geschickt und dort zweimal w\u00f6chentlich ausgestrahlt.<\/p>\n<p>Die deutsche Abteilung der Auslandssendungen erfreute sich in all diesen Jahren der Zusammenarbeit renommierter Journalisten. Genannt seien die rum\u00e4niendeutschen Schriftsteller Alfred Margul Sperber und Franz Johannes Bulhardt und die Schauspielerin Margot G\u00f6ttling, die am Wiener Theaterinstitut ausgebildet wurde. In der deutschen Abteilung hat es begnadete Sprecher und Moderatoren gegeben, wie Ingrid Kloos, Heidemarie Papp, Rosemarie Giuchici, Erwin Sacher, Otto Schneider und Ilse Borcea, sowie begabte Redakteure wie Richard Lang, Helmuth Lehrer und J\u00fcrgen Salzer. Eine Generation folgte der anderen, sechs oder noch mehr m\u00fcssen es gewesen sein.<\/p>\n<p>Die Sendung in griechischer Sprache wurde 1950 eingef\u00fchrt. Am Anfang haben in der Redaktion vor allem politische Fl\u00fcchtlinge aus Griechenland gearbeitet. Dem ersten Team geh\u00f6rten Elena Papadopoulos, Panas Panaitopoulos, Egon Steindler Petraru und Filareti Folea an.<\/p>\n<p>Die Sendung in Jiddisch wurde 1950, zu erst als Teil der Redaktion f\u00fcr Nationale Minderheiten gegr\u00fcndet. Ein Jahr sp\u00e4ter wechselt diese zu den Auslandssendungen \u00fcber. Manche Zeitzeugen behaupten, die Sendung sei 1955 eingestellt worden. Der Historiker Eugen Denize ist jedoch der Auffassung, diese habe noch im Jahre 1957 bestanden und z\u00e4hlt sie unter den 11 Fremdsprachen auf, in denen der rum\u00e4nische Auslandsrundfunk damals sendete: Russisch, Englisch, Franz\u00f6sisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch, T\u00fcrkisch, Farsi, Jiddisch, Griechisch und Serbisch.<\/p>\n<p>Mit der Zeit wurde das Angebot an Sendungen immer reicher, immer vielf\u00e4ltiger. 1952 wurden bei Radio Bukarest die Sendungen in italienischer Sprache wiederaufgenommen. Das geschah durch die Stimmen der beiden sympatischen Italiener Ugo Merola und Walter Bencivenga; danach kam der jugendliche Elan von Florin Velcu hinzu, der hier f\u00fcnf Generationen von Redakteuren eine St\u00fctze war. \u201eDie Programme haben 1952 begonnen, mit je drei Sendungen am Tag\u201c, erinnert sich Florin Velcu.<\/p>\n<p>1955 war das Jahr, in dem die Sendungen in portugiesisch aufgenommen wurden. Die ersten Programmgestalter waren zwei portugiesische Studenten, in Zusammenarbeit mit der jungen rum\u00e4nischen Studentin Angela Mocanu. Kurz darauf kamen Jos\u00e9 und Teresa Ramos hinzu, die gleich nach der Nelkenrevolution von 1974 in ihre Heimat zur\u00fcckkehrten.<\/p>\n<p>Die Anf\u00e4nge der Sendungen in spanisch liegen am 15. M\u00e4rz 1955 zur\u00fcck, um genau 20 Uhr Bukarester Zeit. Zu Beginn wurden die spanischen Sendungen praktisch von Hortensia Roman gestaltet, die nach dem B\u00fcrgerkrieg in Spanien nach Rum\u00e4nien gefl\u00fcchtet war. (Sie war die Mutter Petre Romans, des ersten Ministerpr\u00e4sidenten Rum\u00e4niens nach dem Sturz des kommunistischen Regimes im Dezember 1989).<\/p>\n<p>Die serbische Abteilung nahm ihre Programme 1956 mit dem Priester Ghena Petrov auf. Die Sendungen, die Anfangs gegen das als \u201edeviationistisch\u201c eingestufte nationalkommunistische Tito-Regime, dem sogenannten \u201eTitoismus\u201c gerichtet waren, \u00e4nderten sich mit der Zeit, nach dem Kurswechsel in der Politik, zu einer \u201eBr\u00fccke der rum\u00e4nisch-jugoslawischen Freundschaft\u201c.<\/p>\n<p>Am 15. Juli 1957 wurde die t\u00fcrkische Abteilung ins Leben gerufen. Zu den Gr\u00fcndern dieser Redaktion geh\u00f6rte Melike Roman. Die Programme in t\u00fcrkischer Sprache sind am 27. M\u00e4rz 2004 eingestellt worden, zusammen mit jenen in bulgarischer, griechischer, ungarischer und portugiesischer Sprache.<\/p>\n<p>Am 17. September 1957 erklang zum ersten Mal die Ansage \u201eHier spricht Radio Bukarest\u201c auf farsi (persisch). Die direkte und herzliche Hilfe der Fl\u00fcchtlingsfamilie Saidi Masud erm\u00f6glichte damals das erste Farsi-Programm des Rum\u00e4nischen Rundfunks. Im Fr\u00fchling 2000 wurde die Sendung aus objektiven Gr\u00fcnden eingestellt \u2013 es gab keine neue Generation Farsi sprechender Redakteure, die die Jahrzehnte lange Arbeit des ersten Redaktionsteams fortsetzen konnte.<\/p>\n<p>Die arabische Redaktion begann seine Sendungen am 5. April 1961. In den kommenden Jahren, insbesondere in den 1960ern und 1970ern, wurden die arabischen Sendungen aufgrund der Kooperationspolitik Rum\u00e4niens mit den arabischen Staaten und Israel verst\u00e4rkt. Damals bem\u00fchte sich Rum\u00e4nien, einen Beitrag zum Friedensprozess im Mittleren Osten zu leisten. Zu den Gr\u00fcndungmitgliedern der arabischen Abteilung geh\u00f6rten Nader Karajoli und seine Frau Suleima Samman.<\/p>\n<p>1975 wurde die Russische Redaktion gegr\u00fcndet, die am 15. Dezember desselben Jahres ihre ersten Sendung produzierte und \u00fcber Kurzwelle ausstrahlte. Rum\u00e4nien wurde somit das erste Land des Warschauer Paktes, das eine Radiosendung in russischer Sprache ausstrahlte, deren Inhalte nicht von Moskau bestimmt wurden. Rum\u00e4nien hatte sich in den damaligen Jahren in Au\u00dfenpolitik und Wirtschaftspl\u00e4nen von der Sowjetunion distanziert und verfolgte einen eigenen Kurs im Ostblock. Moskau hat in der Folge mehrfach \u2013 und erfolglos \u2013 versucht, Bukarest zu \u00fcberzeugen, die Sendungen in russisch einzustellen.<\/p>\n<p>Eine Pr\u00e4sentationsbrosch\u00fcre der rum\u00e4nischen Rundfunkanstalt aus dem Jahr 1982 umfasste eine Statistik \u00fcber die Programme des Auslandsdienstes des \u00f6ffentlichen H\u00f6rfunks. Dieser Statistik zufolge sei im Vergleich zu 1961 die Anzahl der \u00fcbertragenen Sendestunden im Jahr von 8.570 (514.200 Minuten) auf 10.807 Stunden (684.420 Minuten) gestiegen. Nach Sendesprachen detailliert liest sich die Statistik folgenderma\u00dfen: das arabische Programm (mit 120 Sendeminuten am Tag), das englische Programm (mit 375 Sendeminuten am Tag), das franz\u00f6sische Programm (mit 165 Sendenminuten am Tag), das deutsche (mit 105 Sendeminuten am Tag), das griechische (mit 60 Sendeminuten am Tag), das persische (mit 60 Sendeminuten am Tag), das italienische Programm (mit 120 Sendeminuten am Tag), das portugiesische (mit 60 Sendeminuten am Tag), das russische (mit 75 Sendeminuten am Tag), das rum\u00e4nische (mit 180 Sendeminuten am Tag), das serbische (60 Sendeminuten am Tag), das spanische (mit 270 Sendeminuten am Tag), das t\u00fcrkische (mit 60 Sendeminuten am Tag) und die Sendung \u201eTourismus und Musik\u201c, eine mehrsprachige 30-min\u00fctige Tourismusrubrik auf englisch, franz\u00f6sisch und deutsch.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n<p>VI. Radio Rum\u00e4nien International nach 1989<\/p>\n<p>Nach der antikommunistischen Revolution vom Dezember 1989 wurde aus Radio Bukarest Radio Rum\u00e4nien International, eine Verj\u00fcngung des Personals vollzieht sich rasch und der Auftrag bekam andere Dimensionen: der Wiederanschluss Rum\u00e4niens an die demokratische Staatengemeinschaft und die Wiederherstellung eines Vertrauensverh\u00e4ltnisses zwischen Rum\u00e4nien und den Auslandsrum\u00e4nen.<\/p>\n<p>Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts haben sich bei Radio Rum\u00e4nien International drei Redaktionen herauskristallisiert, die das jeweilige Zielpublikum versorgten: die Redaktion \u201eRadio Rum\u00e4nien Live\u201c f\u00fcr die im Ausland lebenden Rum\u00e4nen, die Redaktion \u201eOpen Radio\u201c mit Programmen in arabisch, chinesisch (gegr\u00fcndet 1999), englisch, franz\u00f6sisch, deutsch, italienisch, portugiesisch und spanisch (die Sendungen der persischen Redaktion mussten wegen Personalmangels eingestellt werden) und die Redaktionsgemeinschaft \u201eHertzsche Br\u00fccken\u201c mit den Sendungen in bulgarisch, ungarisch, ukrainisch, die sich vorrangig an die Nachbarl\u00e4nder wendeten.<\/p>\n<p>Die Programme in diesen zuletzt genannten Sendesprachen wurden nach 1990 eingef\u00fchrt, um den Dialog mit den Nachbarl\u00e4ndern zu f\u00f6rdern. Derselben Redaktion geh\u00f6rten noch der griechische, t\u00fcrkische, griechische uns serbische Dienst an. Au\u00dferdem wurden die Sendungen in aromunisch ins Leben gerufen. Aromunisch ist ein am S\u00fcdbalkan verbreitetes romanisches Idiom, das dem Rum\u00e4nischen sehr nahe steht und von vielen Linguisten daher als Dialekt der Rum\u00e4nischen Sprache erachtet wird.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n<p>VII. Neue Sendesprachen, neue Br\u00fccken f\u00fcr den Dialog (1991-1999)<\/p>\n<p>Am 23. M\u00e4rz 1991 hat Radio Rum\u00e4nien International seine Sendungen f\u00fcr die sprachlich verwandten Aromunen am S\u00fcdbalkan aufgenommen. Somit wurde der zeiltweilig unterbrochene Dialog mit dieser Volksgemeinschaft wiederaufgenommen.<\/p>\n<p>Die erste Sendung in ungarisch wurde am 14. August 1993 ausgestrahlt, auf Grund des akuten Bedarfs Rum\u00e4niens und Ungarns, gegenseitige, vor allem historische Fragen und Meinungsverschiedenheiten mit Hinblick auf eine gemeinsame europ\u00e4ische und euroatlantische Zukunft zu \u00fcberwinden. Diese Sendung sollte nach 11 Jahren, am 27. M\u00e4rz 2004 eingestellt werden.<\/p>\n<p>Sendungen in ukrainischer Sprache sind aus Bukarest bereits w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs ausgestrahlt worden, doch als das eigentliche Geburtsdatum der ukrainischen Sendungen wird der 25. September 1994 angesehen. Die Programme sind auf das Bed\u00fcfrnis zur\u00fcckzuf\u00fchren, den Dialog zwischen den Nachbarstaaten zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Sendungen in bulgarischer Sprache sind ab 1. Dezember 1995 vor dem Hintergrund der demokratischen Entwicklungen in Rum\u00e4nien und Bulgarien produziert worden, mit dem Zweck, die beiden L\u00e4nder n\u00e4her zu bringen und ein besseres gegenseitiges Kennenlernen zu erm\u00f6glichen. Die letzte Sendung in bulgarischer Sprache wurde am 27. M\u00e4rz 2004 ausgestrahlt.<\/p>\n<p>Am 1. Oktober 1999 produzierte Radio Rum\u00e4nien International die erste Sendung in chinesisch. Im Chinesischen Dienst arbeiten auch in Rum\u00e4nien ans\u00e4ssige Chinesen. Einen bedeutenden Beitrag zur Ausbildung der neuen Mitarbeiter hatten Experten in chinesischer Sprache, darunter Yang Shunxi, ehemaliger Professor f\u00fcr Rum\u00e4nisch an der Pekinger Universit\u00e4t, sowie unsere Kollegen von Radio China International in rum\u00e4nischer Sprache Li Jiayu und Shen Qinchen.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n<p>VIII. Radio Rum\u00e4nien International heute<\/p>\n<p>RRI 1 sendet heute rund um die Uhr Programme in rum\u00e4nischer Sprache und dreimal t\u00e4glich jeweils 30 Minuten im aromunischen Idiom. Insgesamt kommt man damit auf 9.300 Sendestunden im Jahr.<\/p>\n<p>RRI 2 sendet in 10 Fremdsprachen (Arabisch, Chinesisch, Englisch, Franz\u00f6sisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Serbisch, Russisch und Ukrainisch). Im Schnitt strahlt Radio Rum\u00e4nien 25,5 Stunden am Tag Sendungen in Fremdsprachen aus, im Jahr hochgerechnet sind es ebenfalls \u00fcber 9.300 Stunden.<\/p>\n<p>Insgesamt sendet Radio Rum\u00e4nien International somit \u00fcber Kurzwelle, Mittelwelle und UKW, aber auch via Satellit und im Internet ca. 54 Stunden t\u00e4glich oder 18.600 Stunden im Jahr. Das entspricht wiederum 775 Tagen im Jahr.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Inhalt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier k\u00f6nnen Sie \u00fcber die Anf\u00e4nge des Rum\u00e4nischen Rundfunks sowie \u00fcber die Geschichte seiner Auslandssendungen nachlesen. Und in der Fotostrecke einen nostalgischen Blick auf fr\u00fchere Zeiten werfen. 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