{"id":1007582,"date":"2026-04-19T17:28:59","date_gmt":"2026-04-19T14:28:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rri.ro\/?p=1007582"},"modified":"2026-04-19T07:37:17","modified_gmt":"2026-04-19T04:37:17","slug":"72-stunden-in-der-maramuresch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rri.ro\/de\/feature-reportage\/radio-tour-de\/72-stunden-in-der-maramuresch-id1007582.html","title":{"rendered":"72 Stunden in der Maramuresch"},"content":{"rendered":"<p>Die historische Region Maramuresch ganz im Norden Rum\u00e4niens war auch in diesem Jahr rund um die Osterfeiertage wieder ein absoluter Besuchermagnet. Doch die malerische Region will mehr sein als nur ein kurzer Zwischenstopp.<\/p>\n<p>Obwohl in den letzten Jahren immer mehr Unterk\u00fcnfte in der Gegend entstanden sind, bleiben Touristen im Schnitt weniger als zwei N\u00e4chte. Weil viele Pensionen klein und weit verstreut sind, wird der Landkreis oft nur als Durchreiseort genutzt.<\/p>\n<p>Um genau das zu \u00e4ndern, gibt es jetzt ein neues Konzept: \u201e72 Stunden in der Maramuresch\u201c. Diana Ilu\u021b, die Managerin der lokalen Tourismusorganisation, erkl\u00e4rt, worum es dabei geht.<\/p>\n<p><em>\u201eWir haben f\u00fcr das Jahr 2026 das Konzept \u201a72 Stunden in der Maramuresch\u2018 gestartet. Das Ganze ist als sogenannter \u201aCounty Break\u2018 gedacht \u2013 also wie ein City Break, nur eben f\u00fcr einen gesamten Landkreis. Unser Ziel ist es, die Aufenthaltsdauer auf mindestens drei N\u00e4chte und vier volle Tage zu verl\u00e4ngern. Das passt auch perfekt zum modernen Trend, lieber \u00f6fter mal kurz zu verreisen, statt nur einmal lang. Geholfen hat uns dabei die Fluganbindung: T\u00e4gliche Inlandsfl\u00fcge von Bukarest nach Baia Mare machen die Anreise einfach, und zwei w\u00f6chentliche Fl\u00fcge aus Paris \u00f6ffnen uns f\u00fcr den internationalen Markt. Die fairen Ticketpreise sind dabei ein echter Bonus.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Neben l\u00e4ngeren Aufenthalten setzt die Initiative aber vor allem auf etwas anderes: \u201eSlow Tourism\u201c und Erholung in der Natur.<\/p>\n<p><em>\u201eWir empfehlen allen, unbedingt auch unsere Kreishauptstadt Baia Mare zu entdecken. Sie wurde touristisch lange etwas vernachl\u00e4ssigt, hat aber unheimlich viel zu bieten. Die Idee f\u00fcr die \u201a72 Stunden\u2018 basiert \u00fcbrigens auf einer Studie aus Schweden: Diese hat gezeigt, dass genau drei Tage in der Natur ausreichen, um sich vom st\u00e4dtischen Stress zu erholen. Deshalb setzen wir auf Waldtherapie. In den jahrhundertealten UNESCO-W\u00e4ldern von Str\u00e2mbu-B\u0103iu\u021b wird aktuell der erste offizielle Waldtherapie-Pfad Osteuropas zertifiziert.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch wenn die bergige Landschaft die Wege manchmal etwas l\u00e4nger macht \u2013 genau darin liegt eigentlich der Reiz der Region.<\/p>\n<p><em>\u201eNat\u00fcrlich braucht man f\u00fcr die Strecke zwischen Baia Mare und Bor\u0219a ein paar Stunden, aber die Stra\u00dfen sind mittlerweile in einem vern\u00fcnftigen Zustand. Man kann in 72 Stunden ohnehin nicht den gesamten Kreis abklappern, man muss Schwerpunkte setzen. Aber unsere Geografie ist ein gro\u00dfer Vorteil: Wenn man das Gut\u00e2i-Gebirge \u00fcberquert, bietet fast jedes Dorf eine historische Holzkirche oder eine andere kleine Sehensw\u00fcrdigkeit, die man ganz in Ruhe erkunden kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ein besonderes Highlight der Region bleibt nat\u00fcrlich die Spiritualit\u00e4t. Gerade das diesj\u00e4hrige Osterfest bot wieder die perfekte Gelegenheit, die Traditionen hautnah mitzuerleben, betonte Diana Ilu\u021b:<\/p>\n<p><em>\u201eZu den Feiertagen tragen die Menschen hier voller Stolz ihre Trachten. In der Osternacht gibt es Prozessionen mit Kerzen rund um die Kirchen, danach werden die vollgepackten Weidenk\u00f6rbe mit den Speisen gesegnet. Ganz typisch f\u00fcr die Maramuresch sind unsere Ostereier: Sie werden ausschlie\u00dflich mit nat\u00fcrlichen Farben gekocht \u2013 Zwiebelschalen f\u00fcr Gold bis Tiefrot, Rote Bete oder auch Brennnesseln f\u00fcr Gr\u00fcn. Die Muster entstehen durch kleine Bl\u00e4tter und Bl\u00fcten, die man vor dem Kochen um die Eier bindet. Am Ostersonntag wird dann gefeiert, man spaziert zusammen oder trifft sich im Kirchhof, wo alle Generationen bis sp\u00e4t in den Abend beisammen sind.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Doch eine Reise in die Maramuresch bedeutet nicht nur Folklore. Es bedeutet auch, sich der j\u00fcngeren Geschichte zu stellen. Diana Ilu\u021b hat hierzu noch eine Empfehlung, die emotional sehr ber\u00fchrt.<\/p>\n<p><em>\u201eDie Maramuresch bietet auch eine ganz wesentliche Lektion in Zeitgeschichte. Ich lege jedem Besucher das sogenannte \u201aMemorial der Schmerzen\u2018 in Sighetu Marma\u021biei ans Herz. Dieses ehemalige Gef\u00e4ngnis und heutige Museum f\u00fcr die Opfer des Kommunismus zeigt unzensiert ein sehr dunkles Kapitel unserer nationalen Geschichte. Ein Besuch dort ist man den vergangenen und kommenden Generationen einfach schuldig. Es bewahrt uns davor, die Schrecken von damals zu vergessen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Eine Tour durch die Maramuresch ist also weit mehr als nur ein normaler Urlaub. Es ist eine Einladung, zur\u00fcck zur Natur zu finden, echte Traditionen zu erleben und dabei auch etwas \u00fcber Identit\u00e4t und Geschichte zu lernen. Und das braucht eben seine Zeit \u2013 mindestens 72 Stunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die historische Region Maramuresch ganz im Norden Rum\u00e4niens war auch in diesem Jahr rund um die Osterfeiertage wieder ein absoluter Besuchermagnet. Doch die malerische Region will mehr sein als nur ein kurzer Zwischenstopp. Obwohl in den letzten Jahren immer mehr Unterk\u00fcnfte in der Gegend entstanden sind, bleiben Touristen im Schnitt weniger als zwei N\u00e4chte. 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