{"id":628636,"date":"2013-11-11T17:06:00","date_gmt":"2013-11-11T15:06:00","guid":{"rendered":"http:\/\/devrri.freshlemon.ro\/aktuell\/palaeolithische-fundstellen-in-rumaenien-id628636.html"},"modified":"2013-11-11T17:06:00","modified_gmt":"2013-11-11T15:06:00","slug":"palaeolithische-fundstellen-in-rumaenien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rri.ro\/de\/feature-reportage\/pro-memoria-zur-geschichte-rumaeniens\/palaeolithische-fundstellen-in-rumaenien-id628636.html","title":{"rendered":"Pal\u00e4olithische Fundstellen in Rum\u00e4nien"},"content":{"rendered":"<p>Die Vorgeschichte steht f\u00fcr manche mit dem Abenteuer, dem Adrenalin und dem freien Geist in enger Verbindung. Die Vorgeschichte stellt eigentlich einen Bereich dar, der nur auf dem ersten Blick mit dem Abenteuer, dem Adrenalin und dem freien Geist in Verbindung steht. Sie gilt als eine der schwierigsten Bem\u00fchungen zur Rekonstruktion der \u00e4ltesten Zeit der Vergangeheit der Menschheit. In der Kindheit der Menschheit\u201c, so wie die Pr\u00e4historie metaphorisch bezeichnet wird, gibt es keine schriftlichen Urkunden. Oftmals wird sie in Beziehung mit der Anthropologie betrachtet.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>Das Pal\u00e4olithikum wurde erstmals im geographischen Raum Rum\u00e4niens im Becken des Flusses Arge\u015f, in der Sibiu-Senke und im Karpatenvorland an den S\u00fcdkarpaten belegt. Der Arch\u00e4ologe Adrian Dobo\u015f vom Arch\u00e4ologie-Institut Vasile P\u00e2rvan\u201c der Rum\u00e4nischen Akademie f\u00fchrt uns in den folgenden Minuten in die Welt des Pal\u00e4olithikums:<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><em>Etymologisch bedeutet das Pal\u00e4olithikum die Altsteinzeit. Es unterscheidet sich von der Neolithikum-Epoche dadurch, dass im Pal\u00e4olithikum ausschlie\u200e\u00dflich der geschnitzte Stein verwendet wurde. Im Neolithikum sprechen wir ebenfalls vom geschnitzten Stein, aber auch vom geschliffenen Stein. Unsere Forschung zielt auf genaue Erkenntnisse ab. Dennoch taucht auch in diesem Fall die Spekulation auf, da wir mit Gegenst\u00e4nden aus geschnitzten Stein zu tun haben. Zudem handelt es sich auch um menschliche \u00dcberbleibsel und die Tierwelt, was ebenfalls Raum f\u00fcr Spekulationen schafft. Bei der Forschung einer arch\u00e4ologischen Fundstelle aus der Altsteinzeit spielt die Tierwelt eine ausschlaggebende Rolle. Die Identifizierung verschiedener Spezies f\u00fchrt zu weiteren Schlussfolgerungen \u00fcber das klimatische Umfeld, in dem die jeweiligen Fundstellen aufgetaucht sind.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>In der Ortschaft Cuciulat, im nordwestrum\u00e4nischen Landkreis S\u0103laj, wurden Felsengem\u00e4lde aus der Altsteinzeit entdeckt. Es handelt sich um ein Pferd und ein anderes Tier aus dem Pal\u00e4olithikum, das als Panther oder Katze gedeutet wurde. Adrian Dobo\u015f war Mitglied eines Arch\u00e4ologen-Teams, das die gr\u00f6\u200e\u00dfte pal\u00e4olithische Fundstelle in Rum\u00e4nien entdeckte. Sie wurde in der Ortschaft Dealul Guran in der s\u00fcdostrum\u00e4nischen Dobrudscha entdeckt:<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><em>Dealul Guran wurde 2009 im Rahmen eines Projektes entdeckt, an dem sich das Rum\u00e4nische Arch\u00e4ologie-Institut in Zusammenarbeit mit dem Leipziger Max-Planck-Institut und dem rum\u00e4nisch-deutschen Museum aus Mainz beteiligte. Dies passierte w\u00e4hrend einer sechsw\u00f6chigen Saison, in der wir Oberfl\u00e4che-Forschungen durchf\u00fchrten. Die arch\u00e4ologischen Grabungen fanden 2010 und 2011 statt. Es handelt sich um eine arch\u00e4ologische Anlage, wo feuerfestes Glas entdeckt wurde. Die unterste Fundschicht datiert auf etwa 390.000 Jahre vor der Gegenwart und die Fundstelle gilt als die \u00e4lteste in Rum\u00e4nien. Es gibt auch weitere Entdeckungen, die dem unteren Pal\u00e4olithikum zugeordnet wurden, viele davon wurden aber in verschiedenen Flussbetten gemacht. Da die arch\u00e4ologische Anlage nicht unber\u00fchrt beibehalten werden konnte, kann man nicht gewiss sagen, ob sie aus dem unteren Pal\u00e4olitikum stammt. Das ist f\u00fcr Rum\u00e4nien spektakul\u00e4r und in ganz Europa gibt es nur 15-20 solcher Fundorte.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>Wie sahen die Menschen im Pal\u00e4olithikum aus? Wer hat das aktuelle Territorium Rum\u00e4niens damals bev\u00f6lkert? Auf diese Frage antwortet ferner der Arch\u00e4ologe Adrian Dobo\u015f:<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><em>Wer Werkzeuge schuf, wurde als Hominin bezeichnet, so ist auch die Bezeichung Homo Habilis, der geschickte Mensch, zu erkl\u00e4ren. Ein weiterer Aspekt betrifft das Volumen seines Hirnsch\u00e4dels: Misst dieser mehr als 600 Kubikzentimeter, dann geh\u00f6ren die Menschen unserem genealogischen Baum an. Neulich bildet auch die Fortbewegung ein Kriterium. Diesbez\u00fcglich m\u00f6chte ich noch erw\u00e4hnen, dass die \u00e4ltesten Australopithecus, die eine bipede Fortbewegungsweise, einen aufrechten Gang hatten, auch der Kategorie Hominini zugeordnet werden. Die Fortbewegung stellt ein wesentliches Kriterium dar zur Einordnung eines Urmenschen in eine gewisse Kategorie. Die \u00e4ltesten menschlichen Fossilien, die in Rum\u00e4nien entdeckt wurden und welche dem modernen anatomischen Menschen geh\u00f6ren, lagen im Fundort Pe\u015ftera cu Oase (zu dt. Knochenh\u00f6hle), einer H\u00f6hle, die auf 36.000 Jahre zur\u00fcck datiert wird und als das \u00e4lteste Fossil Europas gilt. Pe\u015ftera cu Oase ist keine arch\u00e4ologische Fundstelle, sie wurde von Spel\u00e4ologen entdeckt. Der Neanderthal-Mensch hinterlie\u200e\u00df in Rum\u00e4nien leider keine \u00dcberbleibsel. Wir nehmen an, er sollte auch bei uns gelebt haben, bislang gibt es dennoch keinen klaren Beweis daf\u00fcr. Der \u00e4lteste auf rum\u00e4nischem Territorium lebende Hominin war Homo Heidelbergensis. Das ist die Gattungsbezeichnung f\u00fcr den Homo erectus, der auf dem heutigen rum\u00e4nischen Territorium auf 600.000 und 300.000 Jahre zur\u00fcck datiert wird. Homo Heidelbergensis war kleiner, sein Aussehen war deutlich affen\u00e4hnlich. Man wei\u200e\u00df nicht genau, ob er d\u00fcnner oder dicker als seine Nachfolger war, weil es nur wenige \u00dcberbleibsel von ihm gibt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>Die Fundstelle Bugiule\u015fti ist ebenfalls ganz relevant f\u00fcr die Altsteinzeit auf dem Territorium des heutigen Rum\u00e4nien, weil man lange der \u00dcberzeugung war, dass die meisten Hominini hier gelebt haben. Adrian Dobo\u015f:<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><em>Das ist ein \u00e4u\u200e\u00dferst wichtiger Fundort aus pal\u00e4ontologischer Sicht. In der Umgebung wurden Ende der 1950er Jahre weitere 10 Interessenpunkte f\u00fcr Forscher entdeckt. Sie werden auf 1,8-2 Millionen Jahren vor unserer Zeit datiert. Sie stellen haupts\u00e4chlich Knochen von Tieren gro\u200e\u00dfer Dimension am Rande eines Sees dar. Einmal wurden dort Gegenst\u00e4nde entdeckt, die als von Hominini, also von Australopithecus hergestellte Werkzeuge gedeutet wurden. Es handelte sich eigentlich bestimmt um ein Gemisch zwischen der Begeisterung der Arch\u00e4ologen und der protochronistischen Ideologie der rum\u00e4nischen Beh\u00f6rden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>Die Vorgeschichte fasziniert, die Wurzeln der Menschheit erwecken die Neugier \u00fcber das Leben unserer Vorfahren. In der franz\u00f6sischen Historiographie bezeichnet das Wortspiel zwischen la prehistoire\u201c und l\u2019apr\u00e8s histoire\u201c das Interesse f\u00fcr die Anf\u00e4nge der Menschheit.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><strong>Audiobeitrag h\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n<script src=http:\/\/media.3netmedia.ro\/player\/player.php?file=69708&#038;p=&#038;player=2><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pal\u00e4olithikum wurde erstmals im geographischen Raum Rum\u00e4niens im Becken des Flusses Arge\u015f, in der Sibiu-Senke und im Karpatenvorland an den S\u00fcdkarpaten belegt.<\/p>\n","protected":false},"author":127,"featured_media":126970,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[116755],"tags":[118417,118413,118403,184661,118422,118426,118418,118419,118414,118420,118421,118425,118415,118424,101341,118416,118423,118300,99589,118412],"coauthors":[],"class_list":["post-628636","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pro-memoria-zur-geschichte-rumaeniens","tag-adrian-dobos","tag-altsteinzeit","tag-archaeologie","tag-arges-de","tag-australopithecus","tag-bugiulesti","tag-cuciulat","tag-dealul-guran","tag-fundstellen","tag-hominini","tag-homo-habilis","tag-homo-heidelbergensis","tag-karpatenvorland","tag-neanderthal-mensch","tag-palaeolithikum","tag-palaeontolgie","tag-pestera-cu-oase","tag-praehistorie","tag-rumaenien","tag-vorgeschichte"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.8 - 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