{"id":628656,"date":"2014-03-17T19:31:00","date_gmt":"2014-03-17T17:31:00","guid":{"rendered":"http:\/\/devrri.freshlemon.ro\/aktuell\/die-griechen-in-rumaenien-id628656.html"},"modified":"2014-03-17T19:31:00","modified_gmt":"2014-03-17T17:31:00","slug":"die-griechen-in-rumaenien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rri.ro\/de\/feature-reportage\/pro-memoria-zur-geschichte-rumaeniens\/die-griechen-in-rumaenien-id628656.html","title":{"rendered":"Die Griechen in Rum\u00e4nien"},"content":{"rendered":"<p>Die Griechen sind das \u00e4lteste Volk, das im rum\u00e4nischen Raum ans\u00e4ssig wurde. Schon in der Antike haben die Griechen am Schwarzen Meer die Kolonien Histria, Tomis und Callatis gegr\u00fcndet. In der Dobrudscha, der Region zwischen der Donau und dem Schwarzen Meer, wurden in der Geschichte viele griechische Gemeinden gegr\u00fcndet. Einige Namensortschaften deuten auf diese hin. So gibt es im Norden der Dobrudscha die Ortschaft <em>Greci<\/em>, zu deutsch <em>Griechen.<\/em> Der h\u00f6chste Berg der Dobrudscha Gebirge ist 467 Meter hoch und hei\u200e\u00dft ebenfalls <em>Greci<\/em>. Unweit der Dobrudscha Gebirge liegt die Burg Enisala. Diese geh\u00f6rte byzantinischen Griechen und Genuesen am Ende des 13. Jahrhunderts an.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts, nachdem Konstantinopel 1453 von den Osmanen unter der F\u00fchrung von Mehmet III. erobert wurde, beginnen die Griechen an den rum\u00e4nischen F\u00fcrstent\u00fcmern n\u00f6rdlich der Donau noch mehr interessiert zu sein. Die Historikerin Georgeta Penelea-Filiti dazu:<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><em>Als das byzantinische Reich fiel, betrachteten die Griechen die Donauf\u00fcrstent\u00fcmer als m\u00f6gliche Zufluchtsst\u00e4tten. Kurz danach geschieht etwas: die erste urkundliche Erw\u00e4hnung Bukarests. Vielleicht war das ein gl\u00fccklicher Zufall: 1453 f\u00e4llt das byzantinische Reich, 1459 wird dieses St\u00e4dtchen erw\u00e4hnt, das 200 Jahre sp\u00e4ter Hauptstadt werden sollte und heute eine der Metropolen Europas ist. Was ist 1453 geschehen? Eine Welt, gekennzeichnet durch eine unglaubliche Lebhaftigkeit, eine unglaubliche st\u00e4dtebauliche, politische, juristische und institutionelle Entwicklung, die den Griechen charakteristisch war, st\u00fcrzt ein. Als sie von den T\u00fcrken erobert wurden, hatten viele Griechen keine andere Wahl, als Byzanz zu verlassen. Die T\u00fcrken kamen aus einer anderen Welt und geh\u00f6rten einer anderen Kultur an und der Zusammensto\u200e\u00df war unvermeidlich. Die repr\u00e4sentativste byzantinische Familie, die es in die Donauf\u00fcrstent\u00fcmer zog, war vielleicht die Cantacuzino-Familie. Sie waren sehr reiche und flei\u200e\u00dfige Leute und zogen langsam-langsam aus Bulgarien in den rum\u00e4nischen Raum. Diese Cantacuzino-Familie, die in der Geschichte Rum\u00e4niens eine sehr aktive Rolle gespielt hat, wird im 17. Jahrhundert, als das Land unter politischen K\u00e4mpfen zu leiden hatte, zu einem Bef\u00fcrworter des nationalen Geistes. Es kam zu einer Rum\u00e4nisierung der Griechen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>Nach 1453 beginnt eine andere Geschichte der Griechen, ein Teil dieser wickelt sich im Norden der Donau ab. Die Niederlassung der Griechen in der Walachei, in Bukarest, muss als ein laufender, nichtlinearer Prozess betrachtet werden. Dieser verfolgte wirtschaftliche, politische und pers\u00f6nliche Gr\u00fcnde. Georgeta Penela-Filiti erl\u00e4utert:<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><em><\/em><em>Die Griechen kommen nach Bukarest nicht nur als F\u00fcrsten. Man bezeichnete sogar einen von ihnen als F\u00fcrsten-Fabrikant\u201c, weil er sich alle seine Mitbewerber zum Thron der Walachei untergeordnet hatte.  Diejenigen, die in die Walachei kommen, sind an den vielen Opportunit\u00e4ten, insbesondere Profit-Opportunit\u00e4ten, am Handel, am s\u00fc\u200e\u00dfen Leben interessiert. Es kommen Leute aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Ohne eine Statistik erstellt zu haben, w\u00fcrde ich aufgrund der erforschten Dokumente sagen, dass die Griechen im Handel, im Finanzbereich und im Kulturbereich t\u00e4tig waren. Hier st\u00f6\u200e\u00dft man auf ein Element, das die Geschichte Rum\u00e4niens in den nachfolgenden Jahrhunderten, nach 1453 charakterisieren wird. Die Rum\u00e4nen waren freundlich, tolerant, aber passiv. Deshalb war ein dynamisches, aktives Element, das etwas zu Ende bringt, willkommen. Die Griechen wurden sowohl positiv, als auch negativ empfunden. Es kommen sowohl Finanzleute, Steuereinzieher, diese sind keine angenehme Personen. Aber es kommen auch Lehrer, \u00c4rzte, Juristen. Diese tragen zur Entstehung unserer st\u00e4dtischen Gesellschaft bei, sie dynamisieren diese und bereichern ihre Kultur.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt der griechischen Anwesenheit in Bukarest ist das 18.Jahrhundert, die sogenannte Phanarioten-Periode. Griechische F\u00fcrsten besteigen den Thron. Manche dieser Familien haben das Kultur-Niveau der Provinz angehoben und wurden dann assimiliert. Georgeta Penelea-Filiti hat die Details.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><em>Wir d\u00fcrfen die vielen Griechen, die hierher kommen, die reich werden, nicht vergessen. Sie hatten auch eine Ehe-Strategie. Aus Integrations-Gr\u00fcnden mussten sie Rum\u00e4ninnen heiraten. Es gibt viele Griechen, die hier bleiben, so dass 1719 einer sagt: \u201aKonstantinopel? Das ist eine Stadt, die mich nicht interessiert. Hier finde ich alles, was ich brauche\u2018. Ein anderer enthusiastischer Grieche erkl\u00e4rte im 18. Jahrhundert: \u201aWenn es ein Paradies gibt, dann muss es der Walachei \u00e4hnlich sein\u2018.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>Zu den Pers\u00f6nlichkeiten mit griechischen Wurzeln z\u00e4hlen die Schriftsteller Ion Luca Caragiale und Panait Istrati, die K\u00fcnstler Hariclea Darcl\u00e9e und Jean Moscopol, der Politiker I.G Duca, der Unternehmer Nicolae Malaxa und der Bankier Zanni Chrissoveloni. Das sind nur einige der griechischen Pers\u00f6nlichkeiten, die die Geschichte Bukarests gepr\u00e4gt haben.<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p><strong>Audiobeitrag h\u00f6ren:<\/strong><\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n<script src=http:\/\/media.3netmedia.ro\/player\/player.php?file=75989&#038;p=&#038;player=2><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Griechen sind das \u00e4lteste Volk, das im rum\u00e4nischen Raum ans\u00e4ssig wurde. 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