{"id":977547,"date":"2026-01-30T17:30:35","date_gmt":"2026-01-30T15:30:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rri.ro\/?p=977547"},"modified":"2026-01-30T17:06:26","modified_gmt":"2026-01-30T15:06:26","slug":"wiederansiedlung-der-gaensegeier-kehrt-nach-rumaenien-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rri.ro\/de\/feature-reportage\/terra-xxi-das-oekomagazin\/wiederansiedlung-der-gaensegeier-kehrt-nach-rumaenien-zurueck-id977547.html","title":{"rendered":"Wiederansiedlung: Der G\u00e4nsegeier kehrt nach Rum\u00e4nien zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/w.soundcloud.com\/player\/?url=https%3A\/\/api.soundcloud.com\/tracks\/soundcloud%253Atracks%253A2257103384&amp;color=%2300b7f1&amp;inverse=false&amp;auto_play=false&amp;show_user=true\" width=\"100%\" height=\"20\" frameborder=\"no\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<div style=\"font-size: 10px; color: #cccccc; line-break: anywhere; word-break: normal; overflow: hidden; white-space: nowrap; text-overflow: ellipsis; font-family: Interstate,Lucida Grande,Lucida Sans Unicode,Lucida Sans,Garuda,Verdana,Tahoma,sans-serif; font-weight: 100;\"><a style=\"color: #cccccc; text-decoration: none;\" title=\"RadioRomaniaInternational\" href=\"https:\/\/soundcloud.com\/radioromaniainternational\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RadioRomaniaInternational<\/a> \u00b7 <a style=\"color: #cccccc; text-decoration: none;\" title=\"Wiederansiedlung: Der G\u00e4nsegeier kehrt nach Rum\u00e4nien zur\u00fcck\" href=\"https:\/\/soundcloud.com\/radioromaniainternational\/wiederansiedlung-der-gansegeier-kehrt-nach-rumanien-zuruck\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wiederansiedlung: Der G\u00e4nsegeier kehrt nach Rum\u00e4nien zur\u00fcck<\/a><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">Robert Zeitz, Ornithologe und direkt am Projekt beteiligter Experte, erkl\u00e4rt, dass es in Rum\u00e4nien fr\u00fcher gro\u00dfe Geierpopulationen gab. Heute gelten sie als ausgestorben, und ihre Wiederansiedlung sei ein nat\u00fcrlicher Schritt zur Wiederherstellung des \u00f6kologischen Gleichgewichts.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Es ist essenziell, diese V\u00f6gel wieder in unsere Fauna zur\u00fcckzubringen, denn sie erf\u00fcllen eine wichtige hygienische Funktion. Der G\u00e4nsegeier ist ein strikter Aasfresser, er ern\u00e4hrt sich ausschlie\u00dflich von Tierkadavern. Durch seine Anwesenheit wird das \u00d6kosystem ges\u00fcnder. Die wichtigsten Ursachen f\u00fcr sein Verschwinden waren Absch\u00fcsse, der Diebstahl von Eiern aus den Nestern und eine systematische, direkte Verfolgung. Hinzu kamen Giftkampagnen gegen pelztragende Beutegreifer wie Fuchs, Wolf oder B\u00e4r. Nach dem Beitritt Rum\u00e4niens zur Europ\u00e4ischen Union hat sich die Gesetzgebung positiv ver\u00e4ndert, all diese Aktivit\u00e4ten sind heute illegal. Die entscheidenden Faktoren, die zum Verschwinden der Geier gef\u00fchrt haben, existieren also nicht mehr. Auch wenn es noch einige \u2013 weniger bedeutende \u2013 limitierende Faktoren gibt, sind Fachleute der Ansicht, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, damit der G\u00e4nsegeier alle historischen Lebensr\u00e4ume wiederbesiedelt, die er fr\u00fcher bewohnt hat.\u201c<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">Risiken gibt es bei jedem Wiederansiedlungsprogramm, sie verringern sich jedoch deutlich, wenn lokale Gemeinschaften und die Veterin\u00e4rbeh\u00f6rden aktiv eingebunden sind. Robert Zeitz betont, dass moderne Technologie und das Engagement der Menschen der Schl\u00fcssel zum Erfolg sind.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Die \u00dcberwachung mit GPS-Sendern erm\u00f6glicht es, Risiken zu minimieren: m\u00f6gliche Vergiftungsherde k\u00f6nnen sehr schnell erkannt werden, und die Verantwortlichen lassen sich zur Rechenschaft ziehen. Wir verf\u00fcgen \u00fcber moderne Methoden zur Ortung der freigelassenen V\u00f6gel, k\u00f6nnen ihre Bewegungen verfolgen und bei Problemen rasch eingreifen. In den allermeisten F\u00e4llen sind die Gemeinden begeistert. Es gibt zahlreiche positive Beispiele in L\u00e4ndern wie Griechenland, Italien, Frankreich oder Spanien, wo die Anwesenheit von Geiern viele Besucher anzieht. So kann sich der lokale Tourismus entwickeln, was den Gemeinden zugutekommt. Auch der soziologische Aspekt ist wichtig: Geier ziehen Touristen an und schaffen Arbeitspl\u00e4tze. Wir werden in der Gemeinde Valea Mare \u2013 Prav\u0103\u021b ein Informationszentrum, das \u2039Haus der Geier\u203a, errichten \u2013 nach dem Vorbild bestehender Zentren f\u00fcr Wisente oder Biber. Die lokale Bev\u00f6lkerung profitiert auch wirtschaftlich. Da diese V\u00f6gel Kadaver fressen, k\u00f6nnten wir tote Tiere aus landwirtschaftlichen Betrieben kostenlos \u00fcbernehmen und die Landwirte von den Kosten der Entsorgung entlasten.\u201c<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\"><span lang=\"de-DE\">Die V\u00f6gel werden aus Spanien nach Rum\u00e4nien gebracht, da dieses Land \u00fcber eine der stabilsten G\u00e4nsegeierpopulationen Europas verf\u00fcgt. Die Partner der Stiftung Conservation Carpathia haben Erfahrung mit Umsiedlungen und wissen, aus welchen Best\u00e4nden geeignete Tiere entnommen werden k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt der Ornithologe Robert Zeitz.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Die Geier, die zu uns kommen, stammen aus Rehabilitationszentren. Es handelt sich um V\u00f6gel, die kleinere gesundheitliche Probleme hatten oder geschw\u00e4cht waren, sich aber vollst\u00e4ndig erholt haben und wieder ausgewildert werden k\u00f6nnen. Statt in Spanien freigelassen zu werden, kommen sie nach Rum\u00e4nien. Derzeit wird bei Ruc\u0103r eine Eingew\u00f6hnungsvoliere gebaut. Nach ihrer Ankunft bleiben die Geier dort etwa sechs Monate, um sich an die Region und die Landschaft der Fogarascher Berge zu gew\u00f6hnen. Die Freilassung erfolgt nach der sogenannten Soft-Release-Methode: Die Voliere wird ge\u00f6ffnet, und die V\u00f6gel k\u00f6nnen selbst entscheiden, wann sie hinausfliegen, haben aber die M\u00f6glichkeit zur\u00fcckzukehren. Diese Methode, die sich in anderen L\u00e4ndern bew\u00e4hrt hat, reduziert Stress, und die V\u00f6gel neigen dazu, in der Region zu bleiben. Alle Exemplare werden mit Satellitensendern ausgestattet. Es handelt sich um junge V\u00f6gel, die ihre Reifephase hier verbringen werden. Mit vier bis f\u00fcnf Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife und beginnen dann, hier zu br\u00fcten. Es ist entscheidend, gro\u00dfe Risiken wie Vergiftung oder Stromschlag zu eliminieren. Wenn dieses Projekt erfolgreich ist, k\u00f6nnten wir auch die Wiederansiedlung des M\u00f6nchsgeiers und des Bartgeiers in Betracht ziehen.\u201c<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">Der G\u00e4nsegeier wiegt zwischen sechs und elf Kilogramm, erreicht eine K\u00f6rperl\u00e4nge von 93 bis 122 Zentimetern und eine Fl\u00fcgelspannweite von 2,4 bis 2,8 Metern. Das Weibchen legt pro Jahr ein einziges Ei, beide Eltern k\u00fcmmern sich um das Jungtier, bis es selbstst\u00e4ndig ist. Der Zeithorizont f\u00fcr den Wiederaufbau der Population ist lang und erfordert Geduld.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Unser Plan ist es, \u00fcber einen Zeitraum von f\u00fcnf bis sechs Jahren j\u00e4hrlich zwischen 18 und 22 Tiere anzusiedeln. Wir hoffen, dass sich die ersten Paare in drei bis vier Jahren bilden und die ersten Eiablagen nach vier bis f\u00fcnf Jahren stattfinden. Wir sch\u00e4tzen, dass wir in etwa acht bis zehn Jahren eine stabile, sich selbst erhaltende G\u00e4nsegeierpopulation in Rum\u00e4nien haben werden. Es ist ein langsamer Prozess, da diese V\u00f6gel mehrere Jahrzehnte alt werden und ihr biologischer Rhythmus Geduld erfordert, um konkrete Ergebnisse zu sehen.\u201c<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif; font-size: 14pt;\">Mit diesem Projekt schlie\u00dft sich Rum\u00e4nien den europ\u00e4ischen Bem\u00fchungen zur Wiederherstellung der Geierpopulationen an und folgt dem Beispiel jener L\u00e4nder, denen entweder die Wiederansiedlung oder die Stabilisierung bestehender Best\u00e4nde gelungen ist \u2013 vom G\u00e4nsegeier in Spanien, Frankreich und Bulgarien bis zum Bartgeier in der Schweiz, in \u00d6sterreich oder in Deutschland. Die R\u00fcckkehr des G\u00e4nsegeiers nach 70 Jahren bedeutet mehr als die Korrektur eines historischen Fehlers: Sie ist ein Zeichen f\u00fcr die Reifung des Naturschutzes in Rum\u00e4nien \u2013 ein Prozess, in dem Mensch und Natur wieder lernen, miteinander zu leben.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; RadioRomaniaInternational \u00b7 Wiederansiedlung: Der G\u00e4nsegeier kehrt nach Rum\u00e4nien zur\u00fcck &nbsp; Robert Zeitz, Ornithologe und direkt am Projekt beteiligter Experte, erkl\u00e4rt, dass es in Rum\u00e4nien fr\u00fcher gro\u00dfe Geierpopulationen gab. 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