Immobilienmarkt: nur leichte Preisschwankungen

immobilienmarkt: nur leichte preisschwankungen Der rumänische Immobilienmarkt bleibt besonders abhängig von Bankkrediten. Dies ist auf die schwache Entwicklung des Kapitalmarktes im Vergleich zu anderen Ländern zurückzuführen.

Der rumänische Immobilienmarkt bleibt besonders abhängig von Bankkrediten. Dies ist auf die schwache Entwicklung des Kapitalmarktes im Vergleich zu anderen Ländern zurückzuführen, wo es die Tendenz gibt, den Anteil der Finanzierungen in diesem Bereich aus anderen Quellen als Banken zu erhöhen. Dies verlautet aus einer Untersuchung der Immobilienberatungsgesellschaft DTZ Echinox. Aus diesem Grund tun dies die Investitionsfonds, die Liegenschaften in Rumänien besitzen und Finanzressourcen aus dem Kapitalmarkt beziehen möchten, leider an externen Börsen und nicht in Bukarest, heißt es in einer Mitteilung der besagten Gesellschaft. Über die letzten Entwicklungen des Immobilienmarktes bietet uns Einzelheiten der Immobilienexperte Vlad Vlăsceanu, Leiter der Nationalen Immobilienmesse:

 

„Wenn wir aus Sicht des Verkaufsvolumens der Bauherren sprechen, dann verzeichnen diese eine Steigerung. Wenn wir über Tendenzen sprechen, vor dem Hintergrund, dass nach sehr langer Zeit wieder Großvorhaben ins Leben gerufen werden, sind diese positiv. Wir sprechen also nicht mehr über sogenannte Taschen-Projekte, sondern über den Auftritt wichtiger Immobilienunternehmen aus dem Ausland, mit starken Investitionsfonds als Finanziers. Wenn wir uns auf die Preise beziehen, für die manche eine Senkung, andere eine Steigerung erwarten, stellen wir einige Paradoxe fest. Der Durchschnittspreis der Wohnungen hat eine gewisse Senkung im Vergleich zum Frühling verzeichnet, aber die Mindestpreise sind nicht gesunken und die billigen Wohnungen sind nicht billiger geworden. Diese sind konstant geblieben oder sogar teuerer geworden. Dieser Durchschnittspreis ist davon abzuleiten, dass die Wohnungen in den zentralen, quasi-zentralen oder nördlichen Stadtteilen erst jetzt, nach zwei Jahren Ausbau im Süden Bukarests, wieder breit auf dem Markt angeboten werden. In dieser Gegend sind die Preise der Wohnungen sogar niedriger als in den alten Hochhäusern.“

 

 

Vlad Vlăsceanu machte auch einige Prognosen für den rumänischen Immobilienmarkt:

 

„Der Markt ist mehr oder weniger etabliert, wenn wir auf die Entwicklung der letzten zwei, drei Jahren zumindest in Bukarest zurückblicken. Wir stellen fest, dass es keine beträchtlichen Preisschwankungen gegeben hat, aber auch keine Fluktuation der Zahl der angebotenen Wohnungen. Wir waren Zeugen der Entstehung dieser kleinen Taschen-Projekte, denn dies war die Entwicklungstendenz des Immobilienmaktes. Ich bin überzeugt, dass sich die Preise in den kommenden Jahren kaum ändern werden. Besonders wichtig ist, dass namhafte ausländische Bauunternehmen wieder Vorhaben entwicklen. Diese bieten nicht nur eine Wohnung an, sondern entwickeln auch großangelegte Projekte in zentralen und zentrumsnahen Stadtteilen.“

 

 

In puncto Preise ist Temeswar die einzige rumänische Stadt, wo voriges Jahr der Durchschnittspreis der Wohnungen gestiegen ist, vor dem Hintergrund, dass in Bukarest die größte Senkung vezeichnet wurde. Somit sind die Wohnungen in Rumänien im Schnitt um 8,2% billiger geworden, laut einer Studie des Portals „imobiliare.ro“. Der durchschnittliche Verkaufspreis beträgt zur Zeit 898 Euro / qm, im Vergleich zu 978 Euro / qm Anfang letzen Jahres. Die Hauptstadt behält also die Führung, was Preissenkungen anbelangt, unter der Voraussetzung, dass der durschnittliche Verkaufspreis bei Wohnungen in den letzen 12 Monaten um 6,7%, von 1.138 auf 1.062 pro qm Nutzfläche zurückgegangen ist.

 

Braşov (dt. Kronstadt) in der Landesmitte belegt den zweiten Platz, was Preissenkungen anbelangt, mit einem Rückgang von 4%, bis au 823 Euro / qm. In Iaşi ist der Verkaufspreis um 3%, bis auf 787 Euro / qm gesunken. Die Preise der Wohnungen im mittelrumänischen Cluj-Napoca (dt. Klausenburg) sind vergleichbar mit denen in Bukarest, aber die Senkung war nicht so bedeutend wie dort. Somit ist der Durschnittspreis bei 871 Euro / qm angelangt, um 2,8% niedriger als Anfang des vorigen Jahres. In Constanţa sind die Preise 2013 um 2%, bis auf 839 Euro / qm zurückgegangen. Temeswar ist die einzige Stadt, wo die Preise gestiegen sind. Der Anstieg beträgt 1%, bis auf einen Mittelwert von 793 Euro / qm.

 

Eine beträchtliche Unterstützung erhält der Immobilienmarkt seit 2009 durch das sogenannte Programm „Prima casă“ („Das erste Haus“). Dadurch erhalten Personen, die keine Wohnung alleine oder mit dem Ehegatten besitzen oder eine Wohnung unter 50qm besitzen, die Möglichkeit, ein Kredit für den Kauf einer Wohnung aufzunehmen. Dabei werden die Kredite mit einer Anzahlung von nur 5% gewährt und auch die Zinsen sind niedrig. Immobilienanalytiker Ion Sorin Roşu dazu:

 

„Der Wohnungsmarkt wäre ohne das Programm ‚Das Erste Haus‘ stark betroffen. Man muss sich nur daran erinnern, was Ende 2008 bis August 2009 passiert ist, als das besagte Programm zum ersten Mal ins Leben gerufen wurde. Ohne ein Finanzierungsprogramm wäre der Wohnungsmarkt am Boden.“

 

 

Der Landesfonds zum Garantieren der Kredite für KMUs hat letztes Jahr 25.500 Bürgschaften für das Programm „Das erste Haus“ gewährt. Der Durchschnittswert einer Finanzierung betrug dabei 37.000 Euro. Dieses Jahr stehen rund 2 Milliarden Lei (umgerechnet 440 Millionen Euro) zur Verfügung. Davon sind 740 Millionen Lei (160 Millionen Euro) Gelder, die 2013 nicht verwendet wurden.

 

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www.rri.ro
Publicat: 2014-01-28 16:18:00
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