Weihnachtsmärkte in Rumänien

weihnachtsmärkte in rumänien Nicht nur den Valentinstag oder Halloween haben die Rumänen nach der Wende begeistert aus dem Westen übernommen – seit einigen Jahren gehören auch hier Weihnachtsmärkte zum winterlichen Stadtbild.

Es weihnachtelt langsam und wohl nirgendwo lässt sich für Stadtbewohner dieses Gefühl besser erleben als auf dem Adventsmarkt, Christkindlesmarkt oder wie man die diversen Weihnachtsveranstaltungen eben nennen will. Eine der schönsten liegt auf jeden Fall in Sibiu, in der Mitte des Landes.  Der Weihnachtsmarkt in dem auch unter dem deutschen Namen Hermannstadt bekannten Sibiu ist ein Projekt, das Barbara Schöfnagel, Sozialattachée an der österreichischen Botschaft in Rumänien in Partnerschaft mit der Stadtverwaltung von Sibiu organisiert. Die Bezeichnung Hermannstädter Weihnachtsmarkt kann trügen – zwar wird der Markt auch wirklich in Hermannstadt auf dem Großen Ring eingerichtet, aber die Aussteller und Verkäufer kommen aus mehr als der Hälfte der Landeskreise Rumäniens. Zu finden ist hier alles, was das Herz nur begehrt – Weihnachtsdekorationen, heiße Maronen, Lebkuchen, hausgemachten Kuchen und andere Leckerbissen. Es trifft sich gut, dass Siebenbürgen ein Schmelztiegel der Nationen war und immer noch ist:  Besucher können sich hier nämlich rumänische, ungarische oder deutsche Spezialitäten schmecken lassen. Und wenn die Kälte sich langsam ihren Weg bis auf die Knochen bahnt, schafft ein Glas Glühwein prompt Abhilfe. Andrei Drăgan Răduleţ, der Manager des Weihnachtsmarktes, sagt, dass viele Besucher begeistert waren – der Markt steht anderen in Europa in nichts nach:

 

„Der große Ring erweist sich bei der Eröffnung immer als etwas klein für die vielen Leute, die zu uns kommen, weil sie jedes Jahr etwas noch Interessanteres als im Vorjahr erwarten. Wir wollen die Besucher natürlich nicht enttäuschen – und das haben wir bis jetzt gut hingekriegt, denke ich. Auch die festliche Beleuchtung entspricht den Erwartungen voll und ganz. Die Häuschen, in denen die Verkaufsstände sitzen, haben ihrerseits für viel Aufregung gesorgt. Am Wochenende haben wir viele Shows und Auftritte von Musikbands, über die unsere Website targuldecraciun.ro auf Rumänisch, Englisch, Französisch oder Deutsch informiert. Ansonsten hat der Markt täglich zwischen 10.00 und 21.00 Uhr offen.“

 

 

Zusammen mit der gemeinnützigen Organisation We Help ist der Markt auch in diesem Jahr Partner im Projekt „ShoeBox“ – dabei kann jeder ein Geschenk für Kinder spenden, deren Eltern sich in einer schwierigen materiellen Lage befinden – die einzige Voraussetzung ist, dass das Geschenk in einen Schuhkarton passt, von daher auch der Name „ShoeBox“. Die Kartons müssen schön verpackt, aber leicht zu öffnen sein, denn es liegt dann an der Sammelstelle, die Geschenke sauber zu trennen – für Kleinkinder, für Teenager, für Jungen, für Mädchen usw. Andrei Drăgan Răduleţ, der Manager des Hermannstädter Weihnachtsmarktes, betreut aber auch andere Projekte – zum Beispiel ein speziell auf die Weihnachtstouristen zugeschnittenes Reisepaket. 

 

„Es ist ein Stadtausflug zu einem Preis ab 45 Euro pro Person für zwei Nächte, von Freitag bis Sonntag. Der Tourist kann aus 12 Pensionen und Hotels im Zentrum der Stadt auswählen – von Drei-Sterne-Pensionen bis zu Vier-Sterne-Hotels. Die Preise gelten inklusive Transfer vom Flughafen oder Bahnhof zum Hotel und einer Stadtrundfahrt mit ortskundigem Reiseleiter. Die Stadtrundfahrt endet beim Weihnachtsmarkt und die Touristen dürfen auch in den bekannten Rathausturm steigen. Die Touristen bekommen einen Geschenkcoupon, mit dem sie sich ein Souvenir auf dem Weihnachtsmarkt kaufen können, und nach einer Weinprobe relaxen  sie dann in einem historischen Bad. Es ist ein Rundum-Angebot, das sich jedes Jahr 500 Touristen nicht entgehen lassen. Sie haben die Gelegenheit, einen der schönsten Weihnachtsmärkte zu besuchen, aber auch sonst werden Sie sich in Sibiu nicht langweilen. Ob jung oder alt – in der Adventszeit ist Hermannstadt ein prima Besuchsziel!“

 

 

Wer Weihnachtsstimmung in Bukarest sucht, wird gleich an zwei Plätzen fündig – im Cişmigiu-Park und auf dem Universitätsplatz findet unter dem gleichen Logo  der Bucharest Christmas Market statt, der zu den wichtigsten Weihnachtsmärkten in Europa gehört. Auch hier sind Weihnachtsschmuck, Lebkuchen, Mehlspeisen, Marmelade, Honig, Brezel und Fruchtsäfte – aber auch andre Leckerbissen wie Würste oder Schweinebraten unter dem Motto „Made in Romania“ Teil des Angebots.  Ema Stoica, eine der Projektleiterinnen des Christmas Market, beschreibt auch andere Attraktionen für die kleinen Gäste:

 

„Wir haben ein ganzes Areal für die Kinder eingerichtet, neben dem großen Christbaum steht ein Häuschen, wo die Kleinen dem Weihnachtsmann und seinen Helfern begegnen können. Dort gibt es auch ein Karussell. Wir nutzen die Weihnachtsmärkte auch als Kulisse für eine Spendekampagne, die das Rathaus und die Organisation SOS Kinderdorf Rumänien veranstalten. Dabei wird ein Kinderbuch zum Verkauf angeboten, der Erlös geht an die Kinderdörfer. Sach- und Geldspenden sind auch möglich, durch die Kinderwünsche in Erfüllung gehen können. Auf dem Universitätsplatz treten viele Künstler auf, die Musik ist für alle Geschmäcker bestimmt.“

 

 

Im Westen Rumäniens, in Timişoara (Temeswar), gibt es einen Weihnachtsmarkt schon seit acht Jahren. Und in diesem Jahr gibt es sogar eine Sonderausgabe, sagt Dan Diaconu, Vizebürgermeister der Stadt:

 

„Das ist ein traditionsreicher Weihnachtsmarkt, der unserer Meinung nach zu den Hauptattraktionen der Stadt im Winter zählen darf. Seine Stärke ist die sehr kunstvoll realisierte festliche Beleuchtung, die eine bezaubernde Atmosphäre schafft. Das Produktangebot wird durch ein sehr gutes Musikprogramm ergänzt. In diesem Jahr gibt es aber einen spezielleren Anlass: Der Ausbruch der Revolution von 1989, die sich zum 25. Mal jährt, fand bekanntlich hier statt. Wir feiern also auch ein Viertel Jahrhundert Freiheit, und auch aus diesem Anlass finden viele Konzerte und Veranstaltungen statt.“

 

 

Viel mehr ist dazu aber auch nicht zu erzählen – ob in Sibiu, in Bukarest oder in Timişoara – Stimmung sollte man am besten direkt erleben. 


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Publicat: 2014-12-14 17:44:00
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