Kapitalanlagen: Finanzaufsicht startet Informationskampagne

kapitalanlagen: finanzaufsicht startet informationskampagne Der rumänische Kapitalmarkt war letztes Jahr von Schwankungen geprägt, er reagierte auch auf internationale Entwicklungen empfindlich. Nun will die Finanzaufsicht Investoren mit Informationen helfen.

Der Aktienindex der Bukarester Wertpapierbörse ist im vergangenen Jahr um gut 9% gestiegen, bis auf 7083 Punkte. Der sogenannte BET-10-Index zeigt die Entwicklung der Aktien von 10 der kapitalstärksten Unternehmen auf, darunter die OMV-Tochter Petrom oder die Banken BRD und Transilvania.

 

Die 2014 am häufigsten gehandelten Aktien waren die des sog. Eigentums-Fonds (Proprietatea). Der Investitionsfonds war 2005 von der Regierung Rumäniens eingerichtet worden, um Personen für Zwangsenteignungen im kommunistischen Regime zu entschädigen, deren Immobilien nicht mehr in natura zurückerstattet werden konnten. Der Eigentums-Fonds umfasst Aktienpakete von über 80 Unternehmen, meist im Energiesektor. Darunter befindet sich unter anderem ein 28,7-prozentiges Aktienpaket der Petrom. Außerdem enthält das Portfolio Aktien der Unternehmen Hidroelectrica, Romgaz, Nuclearelectrica, Transgaz und dem Bukarester Flughafen. Die Proprietatea-Aktien verzeichneten einen Wertanstieg um 7,5%. Oft gehandelt wurde auch mit Aktien der Banca Transilvania und des Erdgas-Unternehmens Romgaz.

 

2014 war auch von dem rekordverdächtigen Börsengang des Energie-Konzerns Electrica geprägt: Das Unternehmen konnte dadurch Investitionen in Höhe von umgerechnet ca. 440 Millionen Euro anwerben. Und überhaupt strengte sich der heimische Kapitalmarkt im vergangenen Jahr an, den Status eines aufstrebenden Marktes zu erlangen. Der Electrica-Börsengang Mitte Juni war mit den geschätzten 2000 Neuinvestoren der bedeutendste in der Geschichte der Bukarester Wertpapierbörse und ferner das erste Privatisierungsverfahren, das ausschließlich über den rumänischen Kapitalmarkt abgewickelt wurde.

 

Zu Beginn des Jahres war der Kapitalmarkt noch von den Ereignissen im Ausland betroffen. Die Spannungen in der Ukraine führten zu Transaktionseinbrüchen und Kurseinbußen an der Börse in Bukarest, wobei der Tiefpunkt vor dem Krimreferendum am 14. März 2014 erreicht wurde.

 

Allerdings bedeuteten die Einbrüche auch neue Investitionsmöglichkeiten, die teilweise ausgeschöpft wurden. Im Zeitraum 14. März – 7.April 2014 nahm der BET-Aktienindex um über 5% zu, zudem verzeichneten neun Unternehmen Kursgewinne zwischen 3-10%, allen voran die Transelectrica und Banca Transilvania. Anschließend sollten die Spannungen in der Ukraine vom Markt ignoriert werden, man beschränkte sich auf die positiven Grundlagen.

 

2014 wurde ferner das Gesetz über die Abwicklung des elektronischen Handelsplatzes Rasdaq verabschiedet. Der Handelsplatz für nicht gelistete Wertpapiere soll innerhalb von 12 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes aufgelöst werden. Demnach müssten die bislang an der Rasdaq tätigen Unternehmen in den kommenden Monaten beschließen, ob sie dem geregelten Markt oder dem alternativen Transaktionssystem der Bukarester Wertpapierbörse beitreten. Insgesamt waren bislang 900 Unternehmen an der Rasdaq notiert, mit einem kumulierten Grundkapital von umgerechnet ca. 1,7 Milliarden Euro. Die elektronische Börse hatte in der Vergangenheit Probleme ausgelöst und damit das Verhalten der Investoren beeinflusst, da ihr Status sie gemäß europäischen Richtlinien weder dem geregelten Markt, noch den alternativen Systemen zuordnen ließ.

 

Indes hat die Finanzaufsicht ASF eine Informationskampagne für den Kapitalmarkt gestartet, wie uns der Aufsichtsvorsitzende Mişu Negriţoiu berichtete:

 

„Wir haben unlängst ein Programm für Finanzinformationen ins Leben gerufen, es ist so etwas wie ein Bildungsprogramm. Es heißt asfedu.ro und kann auf unserer Homepage www.asfromania.ro abgerufen werden. Dort gibt es Einzelheiten über die auf dem Markt vorhandenen Instrumente, über die Investitionsmöglichkeiten. Jenseits der Auskunftsfunktion für Verbraucher sehen wir unsere Rolle darin, auf den Märkten für Stabilität und Vertrauen zu sorgen. Wir haben ein weiteres Programm am Laufen, das wir STEAM nennen, denn es richtet sich an rumänische und ausländische Investoren. Dieses nimmt sich vor, einerseits die Infrastruktur des Marktes zu stärken, so dass kein Unglück mehr passiert wie das mit den abhanden gekommenen Aktien, dass sie transparent sind, dass genügend Liquiditäten vorhanden sind und genügend Instrumente, sowohl Aktien als auch Anleihen, und eine Informationskampagne. Dann haben wir ein Sonderprogramm, das wir »ein Kapitalmarkt für alle« nennen, damit sollen möglichst viele einzelne Investoren auf den Börsenmarkt angezogen werden, auf die geregelten Märkte aller Instrumente, und damit soll eine Vertrauensbasis geschaffen und die Verfahren, etwa die Konteneröffnung oder die Transaktionen bzw. die Makler, an die man sich wenden muss usw., vereinfacht werden. Was ich ihnen aber generell sagen kann, ist, dass die Einkommen, die mit diesen Instrumenten erzielt werden, beginnend mit Staatsanleihen über Firmenanleihen bis hin zu Aktien, höher sind als die Zinssätze des Bankensektors.

 

 

Ferner biete der rumänische Kapitalmarkt auch andere Investitionsmöglichkeiten, erklärte der Vorsitzende der Finanzaufsicht.

 

„In Rumänien gibt es nun sehr solide, sehr gute Fonds auf Gegenseitigkeit, die genau so gut und vertrauenswürdig sind wie die soliden Banken. Man kann Anteile an diesen Fonds erwerben, und die meisten davon haben auch eine internationale Beteiligung, daneben auch eine lokale Beteiligung. Nur als Beispiel: Die Zeit der Abenteuer und Pyramidenspiele oder Schneeball-Systeme auf den rumänischen Finanzmärkten ist vorbei. Die gelisteten Unternehmen, die danach kamen, und die Transaktionen sind sehr gut. Die börsennotierten Unternehmen sind entweder staatliche Energiebetriebe oder vertrauenswürdige Handelsbanken, deren Wertpapiere man ruhig kaufen kann. Wir lassen jedes Unternehmen während des Börsengangs überprüfen. In Rumänien ist der Kapitalmarkt wie folgt entstanden: In Zeiten der Privatisierung wurden die Gesellschaften eher gefördert. Das war der Rasdaq-Markt, der jetzt abgewickelt wird. Die neuen börsennotierten Unternehmen werden beim Börsengang bis in die Details überprüft, weil es in unserer Verantwortung liegt, für ihre Vertrauenswürdigkeit zu garantieren. Das ist unser Aufsichts-Auftrag. Zudem bringen wir immer bessere Instrumente auf den Markt, denen vertraut werden kann.“

 

 

Am 25. Februar wird an der Bukarester Wertpapierbörse ein neuer Handelsplatz für Aktien eingeweiht, der sich an die Klein- und Mittelbetriebe richtet. Der sogenannte AeRO sei „ein neuer Handelsplatz für innovative, kreative Geschäftsmodelle“, verspricht der Generaldirektor der Bukarester Börse, Ludwik Sobolewski. „Was uns wirklich interessiert, ist, nicht nur viele börsennotierte Unternehmen zu haben, sondern auch zu sehen, dass diese den Markttest gut überstanden haben. Am 25. Februar werden wir die ersten AeRO-Unternehmen haben, die ihr Kapital aufstocken und Investoren anwerben werden. Der AeRO-Start wird auch für den rumänischen Kapitalmarkt ein Erfolg sein. Ich kann Ihnen versichern, dass der AeRO-Markt ein strategisches Projekt der Wertpapierbörse ist“, sagte Ludwik Sobolewski abschließend.


www.rri.ro
Publicat: 2015-01-20 17:48:00
Vizualizari: 1002
TiparesteTipareste