Ion Ţiriac – vom Tennisprofi zum Geschäftsmann und Sportmanager

ion Ţiriac – vom tennisprofi zum geschäftsmann und sportmanager Auf die Prominentenbühne in Rumänien steigt heute Ion Ţiriac, rumänischer Tennisspieler, Geschäftsmann und hervorragender Sportmanager.

Ion Ţiriac studierte in Bukarest Sport und Sportpädagogik, um mit dem Diplom als Sportlehrer abzuschließen. Nach dem Studium vollzog Ţiriac zunächst eine eigene Sportlerkarriere im Eishockey und Tennis. Als Mitglied der rumänischen Eishockey-Nationalmannschaft nahm Ţiriac 1964 an den Olympischen Winterspielen in Innsbruck teil. Bis 1972 wirkte er außerdem als Tennisspieler sehr häufig am Davis Cup mit, wobei er dreimal auch im Finale spielte. Ţiriac wurde neunmal rumänischer Tennismeister und errang 40 Titel bei internationalen Tennis-Wettbewerben. Ab 1972 begann der Tennis- und Eishockey-Spieler, sich auch als Trainer und Manager zu betätigen. Geboren am 9. Mai 1939 in einer Stadt in der Mitte Rumäniens, hatte Ion Ţiriac schon als Kind den Sport gerne, wie er sich heute erinnert:

 

Ich wurde in Braşov geboren und wohnte in einer Entfernung von nur 100 Metern von einem Sportplatz, der auch drei Tennisspielplätze umfasste. Mit dem Tennis begann ich relativ spät. Bis im Alter von 12 Jahren spielte ich Fußball, Rugby und Tischtennis. Ich trieb alle möglichen Sportarten auf dem Sportplatz in meiner Nachbarschaft. Aus purem Egoismus landete ich jedoch beim Tennis, wenn ich das so ausdrücken darf. Soweit ich mich erinnern kann, trieb ich nur Sport in meiner Kindheit, das war meine einzige Beschäftigung. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich in der ersten Klasse Schlittschuh bis zur Schule lief.“

 

 

Coach, Trainer, Manager, Berater und Veranstalter von Tennisturnieren – nach Abschluss seiner Sportlerkarriere setzte Ţiriac seiner Tätigkeit keineswegs ein Ende, sondern beteiligte sich aktiv an der Förderung neu entdeckter Talente. Unter anderem erhielt er die Lizenz für die Veranstaltung des Open Romanian in Bukarest, einer Tennismeisterschaft, die sich im Laufe der Jahre zur wichtigsten Veranstaltung ihrer Art in Osteuropa entwickelte. Ion Ţiriac besitzt immer noch die Lizenz zur Veranstaltung des genannten Wettbewerbs.

 

 

„Der Sport hinterlässt ein gewisses Erbe und eine gewisse Bildung. Es ist besonders wichtig, den Respekt gegenüber den anderen auch nach dem Abschluss der kurzen Sportkarriere zu bewahren. Und eine gewisse Moralität. Durch den Sport habe ich mich gebildet. Der Sport hat mir schon als Kind beigebracht, meine Gegner zu respektieren. Dadurch lernte ich, anzugreifen, als ich angegriffen wurde, zu kämpfen, alleine in meinem Inneren zu weinen und zusammen mit den anderen zu lachen. Solche Entwicklungen erfolgen in allen Branchen, doch werden die Gefühle beim Sport stärker eingegrenzt. Es ist eine Tätigkeit, in der man heute gewinnt und morgen verliert. Das Erbe eines Sportlers ist einfach riesig. Es gibt kaum eine andere Tätigkeit wie den Sport – er verbindet Menschen aus allen Gesellschaftsklassen, mit unterschiedlichen Kulturen und Persönlichkeiten. Zum einen, weil der Sport Persönlichkeiten entfaltet, zum anderen, weil sich diese irgendwann im Leben begegnen. Darüber hinaus pflegte ich stets eine enge Beziehung zur Kunst: zum Theater, zur Musik, zum Kino.“

 

 

1998–2004 war Ion Ţiriac Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Rumänien und ehrenamtlicher Präsident des Rumänischen Tennisverbands. In dieser Zeit gewann Rumänien insgesamt 45 olympische Medaillen: 26 in Sydney im Jahr 2000 und 19 in Athen 2004.


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Publicat: 2015-07-28 19:32:00
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