Immobilienmarkt: Nachfrage nimmt zu, Hypothekenkredite leichter gewährt

immobilienmarkt: nachfrage nimmt zu, hypothekenkredite leichter gewährt Der rumänische Immobilienmarkt scheint die Tieflage nach der globalen Wirtschaftskrise überwunden zu haben. Der Durchschnittswert der Wohnungspreise ist landesweit um 10% höher als letztes Jahr, so das Immobilienportal www.imobiliare.ro.

Der rumänische Immobilienmarkt scheint die Tieflage nach der globalen Wirtschaftskrise überwunden zu haben. Der Durchschnittswert der Wohnungspreise ist landesweit um 10% höher als letztes Jahr, so das Immobilienportal www.imobiliare.ro. Ende Oktober betrug der durchschnittliche angebotene Preis landesweit 980 Euro / qm. Das bedeutet, dass man eine Differenz von 52,4%, verglichen mit dem Höchstniveau des Marktes im März 2008, verzeichnet. Damals forderten die Eigentümer im Schnitt 2.058 Euro / qm. Die Preismindestschwelle wurde im Dezember 2014 erreicht, als der Index von Imobiliare.ro auf Landesebene 891 Euro / qm erreicht hatte, um 10% weniger als heute.

 

Der Markt der alten Wohnungen und der der noch nicht gebauten Wohnungen verzeichneten eine unterschiedliche Dynamik. In der Hauptstadt z.B. kostete eine neue Wohnung rund 1.155 Euro / qm Ende Oktober, um 55% weniger als im März 2008. Zum Vergleich kostet eine alte Wohnung derzeit rund 1.043 Euro / qm, um fast 53% weniger als der Höchststand von 2008. Über die Preissteigerungen sprach für Radio Rumänien der Vorsitzende des Verbandes Rumänischer Immobilienmakler, Dragoş Vlăsceanu:

 

„Diese Studie tut nichts anderes, als die Gerüchte, die es bereits letztes Jahr auf dem Markt gegeben hat, zu bestätigen. Die Zahlen aus 2014 deuteten in allen Hinsichten auf eine derartige Steigerung hin und alle hatten eine offizielle Bestätigung erwartet. In der Tat verfolgen die Preise in Rumänien eine steigende Tendenz und wir sind an dem Punkt angelangt, an dem vorerst nur Wachstum verzeichnet werden kann. Erstens herrscht ein großer Appetit der Banken auf Hypothekenkredite. Die Banken haben die Kreditierungsrichtlinien stark gelockert und in diesem Augenblick gibt es sehr viele Personen, die die Bedingungen für eine Hypothek erfüllen. Das wird in Rumänien schließlich auch durch den sehr hohen Stand der Mieten gefördert. Oft sind die Mieten höher als die Bankraten für dieselbe Immobilie. Das ist auch der Grund, warum jeder Mieter sich letztendlich wünscht, eine Wohnung zu erwerben, sei es auch durch ein Hypothekensystem.“

 

 

Eine beträchtliche Unterstützung für den Wohnungsmarkt kam beginnend mit 2009 von dem sogenannten Programm „Das Erste Haus“, dessen sich Personen erfreuen können, die alleine oder mit ihrem Ehegatten keine Wohnung oder gemeinsam mit ihrem Ehegatten höchstens eine Wohnung besitzen. Wenn sie bereits eine Wohnung besitzen, darf diese nicht durch besagtes Programm erworben worden und nicht größer als 50 qm sein. Laut dem Programm werden Kredite mit einer Anzahlung von nur 5% vergeben und die Zinsen sind sehr niedrig. Das Programm wurde nun erweitert und die Eigentümer, die bereits durch dieses Programm eine Wohnung erworben haben, können ein größeres Haus mithilfe der Unterstützung des Nationalfonds zur Kreditbürgschaft für KMUs erwerben. Dragoş Vlăsceanu:

 

„Man muss schon sagen, dass dieses Programm im Bereich 40 – 60 Tausend Euro weiterhin einen großen Einfluss ausübt. Hier werden die meisten Wohnungsverkäufe verzeichnet. Das Programm fördert diejenigen, die eine erste Wohnung erwerben wollen, diesen Schritt auch zu machen und die Bedingungen für einen solchen Kredit auch zu erfüllen. Der Staat trägt somit zur Steigerung der Marktnachfrage und folglich auch zu einer leichten Preisanhebung bei. Das heißt nicht, dass die Preise von nun an weitere fünf Jahre steigen werden, aber das war der Auslöser. Alle wollen eine Wohnung erwerben, viele haben auf Preissenkungen gewartet. Wir haben bereits das siebte Jahr hinter uns, in dem die Preise stets gesunken sind, und nun ist die Zeit für eine leichte Steigerung.“

 

 

Der Vorsitzende des Verbandes Rumänischer Immobilienmakler nahm auch auf die Situation der Wohnanlagen in der Nähe der Großstädte Bezug:

 

„Derzeit werden in Bukarest und in dem umliegenden Landkreis Ilfov rund 7.000 Wohnungen im Monat verkauft. Die Bauherren können nicht so viele Wohnungen bauen, sie waren also nicht darauf vorbereitet. Im Neuwohnungsbau ist eine starke Aufregung zu spüren. Alle suchen nach entsprechenden Orten, um zu bauen. Die Nachfrage ist zu diesem Zeitpunkt viel höher als das Angebot. Diese Nachfrage drückt sich durch die starke Senkung der Renditen bei Bankanlagen aus. Auf dem Immobilienmarkt gibt es sehr viel Geld für Investitionen. In den Wohngebieten in der Nähe der Großstädte ist die Nachfrage sehr stark gestiegen und es wird derzeit sehr viel Geld in Immobilen investiert. Die Menschen bevorzugen es, sich Wohnungen anzuschaffen, anstatt das Geld bei der Bank anzulegen.“

 

 

Zu erwähnen ist noch, dass Rumänien in Mittel- und Osteuropa den dritten Platz nach Tschechien und Polen bei Immobilientransaktionen mit einem Wert von 600 Millionen Euro belegt. Dies ergibt sich aus einer Studie der Gesellschaft Jones Lang LaSalle Rumänien. 2014 betrugen die Immobilientransaktionen in Rumänien insgesamt 1,15 Milliarden Euro – ein Rekord der letzten Jahre. Dieser Wert wurde auch durch die Transaktion beeinflusst, durch die Auchan die Real-Hypermärkte übernommen hat und die auf 260 – 280 Millionen Euro geschätzt wird.


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Publicat: 2015-11-24 17:29:00
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