Filmkomponist Vladimir Cosma: Musik bringt Lebensfreude

filmkomponist vladimir cosma: musik bringt lebensfreude Der berühmte Filmkomponist und Dirigent Vladimir Cosma wurde 1940 in Rumänien geboren. Die ersten Schritte in seiner musikalischen Karriere galten der Violine, erinnert sich der Komponist, der die Musik als Quelle der Lebensfreude betrachtet.

Der französische Musiker rumänischer Herkunft Vladimir Cosma hat als Komponist der Filmmusik der berühmten Produktionen „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“, „La Boum – Die Fete – Eltern unerwünscht“, „Diva“, „Asterix“ sowie des Klassikers „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ mit Louis de Funès weltweite Bekanntheit erlangt.  Insgesamt hat Vladimir Cosma die Musik von mehr als 300 Filmen komponiert. Der Musiker ist auch Autor der Oper „Marius et Fanny“, die 2007 ihre Weltpremiere feierte. Vladimir Cosma erinnert sich noch an die erste Begegnung mit der Musik:

 

„Die emotionale Wirkung der Musik habe ich erstmals im Saal des Bukarester Athenäums erlebt, als ich mit der Musik ausgezeichneter rumänischer Künstler in Kontakt kam. So entdeckte ich die klassische Musik, dann die Volksmusik, dann den Jazz. All diese Genres hatte ich im Alter von 8 bis 13 Jahren und dann anschließend bis 1962 entdeckt, als ich das Land verließ. So habe ich meine Jugend verbracht.“

 

 

Vladimir Cosma wurde in einer musikalischen Familie im südrumänischen Craiova geboren:

 

„Meine Großmutter väterlicherseits war Konzertpianistin und hat sich unter der Leitung des großen italienisch-österreichischen Pianisten Feruccio Busoni ausgebildet. Busoni ist meiner Meinung nach der größte Pianist der Welt nach Liszt. Mein Vater Theodor Cosma war ebenfalls Pianist und Orchesterchef. Er hatte eine beeindruckende Karriere in Frankreich, in Rumänien war er Dirigent beim Label Electrecord. Für Electrecord habe ich allerdings mit 13 Jahren angefangen, Orchestermusik zu komponieren. Mein Onkel Edgard Cosma war Komponist und Dirigent, er hat das Filmmusik-Orchester von Bukarest gegründet und jahrelang geleitet.“

 

 

Vladimir Cosma ist der Meinung, dass die Musik Träume und Lebensfreude erregen kann. Die ersten Schritte seiner erfolgreichen Laufbahn verdankt der Komponist der Violine:

 

„Als Kind wohnte ich zusammen mit meiner Familie in einer kleinen Wohnung, wo es keinen Platz für ein Klavier gab. Bis wir in eine größere Wohnung eingezogen sind, übte ich täglich nur auf der Violine. Als junger Violinist  hatte ich die Chance, den berühmten Musiker Garbia Avachian als Professor zu haben.“

 

 

Vladimir Cosma hat das Land auf Initiative seiner Eltern verlassen, die ihre musikalische Karriere in Frankreich fortsetzen wollten:

 

Mein Vater hatte das Gymnasium in Paris abgeschlossen und wünschte sich, genau wie meine Mutter, seine musikalische Karriere in Paris zu entwickeln. Dann absolvierte er die Hochschule für Musik im Fach Klavier und entdeckte später die Jazzmusik, die in den 1930ern auch Rumänien eroberte. Er wollte sich in Paris niederlassen und ein Grund dafür war auch die Tatsache, dass ein Teil seiner Familie bereits in Frankreich lebte. Er war 1939 für die Beerdigung seines Vaters zurückgekehrt und konnte nicht mehr auswandern, weil der Krieg ausgebrochen war und die Grenzen geschlossen wurden. Später, als ich noch ein Kind war, organisierte mein Vater mithilfe seiner Beziehungen die Ausreise nach Frankreich. Das hat er vor mir verheimlicht, weil ich in Rumänien bleiben wollte. Ich war verliebt.“

 

 

2010 hat der TV-Sender France 3 mit der musikalischer Produktion „Théâtre du Châtelet“ und der Dokumentation „Vladimir Cosma intime“ dem rumänischen Komponisten zwei Abende in seinem Programm gewidmet. Cosma wurde in seiner Karriere zweimal mit dem nationalen Filmpreis Frankreichs „César“ gekürt. 1986 und 1991 erhielt er den Preis „7 d'Or“ für die beste TV-Musik. Er wurde weltweit für seine Musik geehrt: Mehrmals erhielt er die Goldene- und die Platin-Schallplatte in Frankreich, Deutschland, Japan, England, Belgien. Nicht zuletzt wurde er mit der Ehrenlegion im Grad eines Offiziers ausgezeichnet, zum Großoffizier des Rumänischen Kultur-Verdienstes gekürt sowie mit dem französischen Orden der Künste und der Literatur „Ordre des Arts et des Lettres“ im Grad eines Kommandeurs geehrt.


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Publicat: 2016-04-26 20:04:00
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