Naturpark Königstein: Atemberaubende Naturlandschaften

naturpark königstein: atemberaubende naturlandschaften Der Naturpark Königstein erstreckt sich in der Gegend eines der spektakulärsten Bergmassive Rumäniens, in zwei Landkreisen, Braşov und Argeş und ist eines der reichsten Naturreservate Rumäniens.

Etwa 200 Kilometer nördlich von Bukarest trifft man die spektakulären Landschaften des Naturparks Piatra Craiului (dt. Königstein). Dass der Park atemberaubend schön ist, sollte niemanden wundern, schließlich erstreckt er sich entlang eines der imponierendsten Gebirgsmassive in Rumänien und auf dem Gebiet zweier Landkreise: Braşov und Argeş. Weil Flora und Fauna im Park außergewöhnlich vielfältig sind, wurde das Gebiet bereits 1938 zum Naturreservat erklärt. Heute betrachten es Touristen und Experten zugleich als einen der schönsten Naturparks des Landes. Alle rumänischen Bergsteiger kommen ins Königstein-Gebirge. Allerdings gibt es Schwierigkeitsstufen für jeden Geschmack, nach nur einigen Stunden Wandern kann man viele Bergziegen und Edelweiß-Blumen bewundern. Jedes Jahr kommen ca. 100.000 Touristen hierher. Sicherlich erreichen nicht alle den Bergkamm, die meisten aber unternehmen Wanderungen auf den markierten Pfaden, erzählte uns Mircea Vergheleţ, Direktor des Naturparks Königstein:

 

„Der wichtigste Bestandteil ist wahrscheinlich der kalkhaltige Gebirgskamm. Der Kamm hat eine Gesamtlänge von 25 Kilometern und erreicht größtenteils Höhen von über 2000 Metern. Es ist das einzige Kalkstein-Gebiet in einer derartigen Höhe in Rumänien – hier sind viele geschützte Arten zu Hause. Der westliche Berghang oder die Westwand, wie sie genannt wird, gehört zu den Besonderheiten des Königsteins. Die Wand ist nahezu senkrecht, also sehr steil und aus geomorphologischer Sicht äußerst spektakulär. Durchkreuzt wird der Königstein von so manchen Wanderwegen, ferner gibt es hier auch Kletterrouten, die meisten Urlauber sind von der Landschaft angetan. Nicht zuletzt gibt es im Nordteil, im Landkreis Braşov, aber auch im Süden, im Landkreis Argeş, leicht zugängliche Klammen, die aus Kalkstein-Formationen bestehen.“

 

 

Das Besucherzentrum des Naturparks Königstein ist praktisch ein Museum des Gebirgsmassivs, wo die Touristen Informationen über den Naturpark, über die Pflanzen- und Tierwelt und über die lokalen Traditionen erhalten können. Mehr dazu von Mircea Vergheleţ, Direktor des Naturparks Königstein:

 

„Das Besucherzentrum verfügt über viele interaktive Elemente, zum Beispiel interaktive Dioramen. Der Besucher kann mit der Handfläche einen Film oder Dias vorführen, und sogar ein Puzzle fertigen. Wir haben ein 3-D-Modell des Massivs, das mit einem in der Decke installierten Projektor präsentiert wird. Hier kann man alle touristischen Routen, alle Wanderwege, die Berghütten, die Lebensräume der verschiedenen Tierarten, die Bodenarten und vieles mehr sehen. Alle Informationen sind auch auf Englisch verfügbar. Sowohl die digitale Information auf den Bildschirmen als auch die Informationstafeln im Besucherzentrum sind zweisprachig: Rumänisch und Englisch.“

 

 

Die am meisten besuchte Sehenswürdigkeit in der Gegend des Naturparks Königstein ist das im 14. Jh. gebaute, sehr gut erhaltene Schloss Bran (dt. Törzburg). Die von den Kronstädtern errichtete steinerne Befestigungsanlage war ursprünglich eine mittelalterliche Burg, danach fungierte sie als Grenz- und Zollburg. Die Übergabe an die Königsfamilie hat vor allem das Burginnere durch die Anpassung an die Bedürfnisse einer königlichen Wohnstätte im frühen 20. Jahrhundert stark verändert und das heutige Erscheinungsbild geprägt, welches nicht mehr die Wehrhaftigkeit, sondern die Bequemlichkeit und Repräsentativität des Baus in den Vordergrund rückt. Bogdana Balmuş ist zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Törzburg:

 

„In erster Linie ist die Törzburg ein lebendiges Schloss, das viele Geschichten zu erzählen hat. Das sind Geschichten mit Rittern und Königinnen des Mittelalters, die wir der Königin Maria zu verdanken haben. In der Zwischenkriegszeit war die Törzburg königlicher Landsitz, und Königin Maria hat das Schloss renovieren lassen. Heutzutage ist das Schloss ein Museum. Im ersten Stock können die Touristen die Wohnung der Königin Maria besichtigen. Von hier führt eine geheime Treppe, die in der Außenmauer errichtet wurde, direkt zum dritten Stock. Die Treppe ist hinter einem Kaminofen und einem Bücherschrank versteckt. Im dritten Stock kann man den Musiksaal und die Bibliothek bewundern. Vom Balkon aus kann man in den Innenhof mit gotischen Arkaden hinunterschauen. Im Hauptturm sind zwei Zimmer eingerichtet worden, die nach dem irischen Schriftsteller Bram Stoker benannt wurden. Hier findet man Dokumentationen in Rumänisch oder Englisch über Draculas Legende. Neulich haben wir auch das Teezimmer renovieren lassen – es sieht heute wieder so aus, wie Königin Maria es bedacht hatte. Die Restaurierungsarbeiten werden fortgesetzt – wir haben die Südostfassade restauriert und die Inschriften mit dem sog. »Ritterschwur« wieder ans Licht gebracht. Und wir sind dabei, auch den Aufzug des Schlosses zu restaurieren.“

 

 

In der Ortschaft Dâmbovicioara, im Süden des Gebirges Piatra Craiului, an einem der Eingänge in den Naturpark Königstein, ist die Dâmbovicioara-Höhle zu finden. Sie ist eine der meistbesuchten Höhlen in Rumänien. Raluca Busuioc vom Touristen-Informationszentrum Dâmbovicioara mit weiteren Details:

 

„Es gibt etwa 50 Höhlen im Naturpark Königstein, und Dâmbovicioara wurde für Gruppen-Besichtigungen  eingerichtet. Die Höhle hat Galerien mit einer Gesamtlänge von 250 m, allerdings sind nicht alle Nebengänge für Besucher zugänglich. Die Hauptgalerie erreicht eine Breite von 3-4 Metern und eine Höhe von bis zu 5 Metern. Nach ca. 150 Metern verengt sich die Höhle, am Ende liegt ein senkrechter und oben offener Schacht, so dass man in der Höhle einen leichten Luftzug verspürt. In der Dâmbovicioara-Höhle gibt es interessante geologische Formationen zu sehen, die tierformartigen Gesteinseinheiten tragen Namen wie Adlerflügel, Schlangenkopf, Bärenpranke und Tigerfell.“

 

 

Die Zărneşti-Klamm ist ein weiteres Eingangstor zum Naturpark Königstein. Die über 200 Meter hohen Klammwände sind ideal zum Klettern – hier wurden Dutzende Kletterrouten eingerichtet, die längste ist 115 Meter lang. Die Touristen, die nicht unbedingt klettern wollen, können in Zărneşti das Bärenreservat besuchen. Das Bärenreservat Zărneşti, auch Libearty Bear Sanctuary genannt, ist mit einer Fläche von 69 Hektar das größte Bärenschutzzentrum Europas. Betrieben wird das Reservat in der Nähe des Naturparks Piatra Craiului vom rumänischen Verein „Asociaţia Milioane de Prieteni“ (AMP) (etwa: Millionen-Freunde-Verein), wobei die international tätige Tierschutzorganisation World Animal Protection den Großteil der Ausgaben trägt. Neben ungefähr 90 Braunbären, die durch ihr Leben in Gefangenschaft bzw. Gewöhnung an den Menschen in freier Wildbahn nicht überleben könnten, sind dort Rehe, Wölfe und Füchse untergebracht, für die dies ebenfalls gilt. Da sich das Reservat nicht als Zoo versteht und um die Störung der Bären durch Besucher zu minimieren, kann es lediglich vormittags im Rahmen von Führungen in Rumänisch und Englisch besucht werden.


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Publicat: 2017-11-19 17:45:00
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