Smaranda Brăescu (1897–1948): Erste rumänische Fallschirmspringerin und Pilotin

smaranda brăescu (1897–1948): erste rumänische fallschirmspringerin und pilotin Smaranda Brăescu erlangte ihre Berühmtheit in einem Bereich, der in den dreißiger Jahren traditionsgemäß den Männern vorbehalten blieb. Sie war Flugpionierin, die erste Fallschirmspringerin Rumäniens und die erste Ausbilderin für Militärpiloten.

Im Zeitraum 1920–1940 erfreute sich die Luftfahrt in Rumänien einer besonders großen Popularität. Das war die Zeit, in der dieser Bereich viele junge Menschen zu Flugschulen und -clubs lockte. Viele schlossen sich Wettbewerben an, selbst wenn sie als Amateure antraten. Einige von ihnen erzielten gute Ergebnisse, indem sie in internationalen Wettbewerben auf Augenhöhe mit erfahrenen Piloten agierten. Ein großer Name der rumänischen Luftfahrt, eines Bereichs, der traditionsgemäß den Männern vorbehalten blieb, war eine Frau: Smaranda Brăescu.

 

Smaranda Brăescu war eine Flugpionierin, der erste weibliche Pilot in Rumänien, die erste Fallschirmspringerin und die erste rumänische Ausbilderin für Militärpiloten. Ein starker Charakter, der seine Ideen entschlossen, mit Leidenschaft und Engagement verfolgte. Mit 34, im Jahr 1931, wurde sie europäische Meisterin im Fallschirmspringen. Mit ihrem Sprung aus 6.000 Metern Höhe stellte sie einen europäischen Rekord auf, im kommenden Jahr gewann sie mit einem Sprung aus 7.400 Metern im US-amerikanischen  Sacramento die Weltmeisterschaft. Der somit neuaufgestellte Rekord blieb 20 Jahre bestehen. Sie wurde mit der Luftfahrt-Tapferkeitsmedaille geehrt. Sie hat nicht nur ihre Leidenschaft beharrlich verfolgt, sondern war auch ein Feingeist, eine kultivierte und empfindsame Frau. Sie war Absolventin der Akademie für Schöne Künste, Abteilung Dekorationskunst und Keramik. 

       

 

Ana Maria Sireteanu ist die Urenkelin der großen Weltmeisterin. Sie erinnert sich an einen schweren Unfall, den Smaranda Brăescu erlitt: 

 

„In Satu Mare wurde sie nach einem Sprung vom Fallschirm weggetragen. Ihre beiden Beine wurden bei der Landung schwer verletzt. Das könnte ein Erkennungszeichen für jemanden sein, der ihre Gebeine finden würde. Man könnte an den Verletzungsspuren an den Knochen gleich diesen Unfall erkennen. Sie verbrachte fünf Monate im Krankenhaus, ein Arzt operierte sie und schaffte es, sie wieder auf die Beine zu stellen. Nach weiteren sieben Monaten stellte ein solch schwerverletzter Mensch zwei Rekorde auf, einen europäischen und einen Weltrekord, 1931 und 1932. Sie war höchst motiviert, für ihr Land Leistung zu bringen.“

 

 

Während des Kriegs war Smaranda Brăescu als Pilotin in der berühmten „Weißen Staffel“ von Sanitätsflugzeugen aktiv, zuerst an der Ostfront, dann an der Westfront in Siebenbürgen, Ungarn, in der Tschechoslowakei. Zusammen mit weiteren 11 Persönlichkeiten unterzeichnete sie ein Memorandum, das die Verfälschung der Wahlen von November 1946 scharf verurteilte. Infolgedessen wurde Smaranda Brăescu von den neuen kommunistischen Machthabern dafür verfolgt. Daraufhin tauchte sie unter und die Umstände ihre Todes sind bis heute ungeklärt. Es ist möglich, dass sie in einem Nonnenkloster Zuflucht fand. Es wird angenommen, dass sie dort unter einem anderen Namen beerdigt wurde, als sie am 2. Februar 1948 im Alter von 51 Jahren starb.


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Publicat: 2018-02-13 18:30:00
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