Museum für visuelle Kunst in Galatz erhält neues Gebäude

museum für visuelle kunst in galatz erhält neues gebäude In einer Welt, in der wir täglich mit schlechten Nachrichten bombardiert werden, klingt die Meldung über den Bau eines neuen Museums für visuelle Kunst in Galați (im Osten Rumäniens) „zu schön, um wahr zu sein“.

„Zu schön, um wahr zu sein“ – und doch befindet sich das künftige Museum für visuelle Kunst in Galaţi (dt. Galatz) im Bau. Sein Standort im Rizer-Park wird dieses noch mehr hervorheben. Der aus eigenen Mitteln des Kreisrates Galaţi finanzierte Neubau von fast 4.000 m² mit einem Wert von rund 4,7 Millionen Euro geht von einem landesweit ausgeschriebenen und vom Orden der Architekten ausgezeichneten Architekturprojekt aus. Über den Weg dieses Erfolges, der für einige Journalisten bei der Eröffnung der Baustelle im September 2018 „das Wunder von Galaţi“ war, spricht Dan Basarab Nanu, der künftige Intendant des entstehenden Museums:

 

„Es ist das Werk des Architekten Dan Ujeucă. Das Projekt hat den Kreisratsvorsitzenden so beeindruckt, dass er zur Einweihung der Baustelle mit der Aushebung des ersten Baggerlöffels Erde kam und schließlich auch zur Eröffnung dieses Museums zugegen sein wird. Laut Vertrag beträgt die Bauzeit zwei Jahre. Und dann werden wir endlich sehen, wie das Erbe des Museums für visuelle Kunst besser verwertet wird.“

 

 

Das ursprüngliche Museum war 1967 eingeweiht worden – mit dem Auftrag, die bildenden Künste im zeitgenössischen Rumänien zu fördern. Das Museum wurde nach der Wende in drei getrennte Gebäude umgesiedelt, nachdem man das Gebäude, in dem es ursprünglich eingerichtet worden war, dem Eigentümer zurückerstattet hat. Die neuen Ausstellungsräume waren völlig ungeeignet, und unter diesen Umständen beschlossen die Behörden nach 2013, aus Eigenmitteln einen Neubau zu finanzieren. Europäische Mittel waren aus einem ganz einfachen Grund nicht zugänglich: Das Bauvorhaben war nicht förderfähig. Die Jahre des Wartens auf die Finanzierung waren keine Jahre der Tatenlosigkeit. Scheinbar war es genau umgekehrt, erinnert sich Dan Basarab Nanu, Intendant des Museums.

 

„Wir hatten sehr wichtige und sehr umfangreiche kulturelle Aufträge. Ich denke, wir sind durch halb Europa mit Ausstellungen unseres Museums gewandert – wir haben in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, der Türkei, Ungarn und in der Tschechischen Republik ausgestellt. Unser jüngster großer Erfolg war vor einigen Jahren, als ich mit Künstlern wie Cela Neamţu, Marin Gherasim, Cristian Bedivan und Gheorghe Anghel zum Salon der Französischen Künstler ging. Das Fazit: die Goldmedaille für Cela Neamţu, die Silbermedaille für Bedivan und Marin Gherasim, und Gheorghe Anghel wurde korrespondierendes Mitglied der französischen Kunstakademie. Und die Medaille der berühmten Gesellschaft der Französischen Künstler wurde dem Museum für visuelle Kunst in Galaţi verliehen.“

 

 

Die Gegenwart mit all ihren Herausforderungen lässt viel ehrgeizigere Hoffnungen und Ideen aufkommen. Das moderne vierstöckige Gebäude verfügt über großzügige Ausstellungsräume, Labore, Lagerhallen, technische Räume, eine Bibliothek, ein Archiv und ein Amphitheater. Dan Basarab Nanu erklärt seine Zukunftsvision:

 

„Dieses ist ein lebendiges Museum, es lebt von seiner Fähigkeit, alles im Rahmen des Visuellen anzubieten. Wenn ich visuell sage, beziehe ich mich natürlich auf bildende Kunst, aber auch auf das Visuelle in der Choreografie, das Visuelle in der Musik und in der Sprache. Ich beziehe mich auf eine ganze Reihe von Ereignissen, die unter diesen Begriff fallen – visuell – und die schließlich zu großzügigen Ideen führen: Kultur, Erlebnis, Schönheit, Leben.“

 

 

Wie wird das künftige Museum für visuelle Kunst in Galaţi aufgegliedert sein? Wenn alles nach Plan läuft, wird das Gebäude einen temporären Ausstellungsbereich mit modularen Räumen und eine Dauerausstellung mit Werken aus dem späten 19. Jahrhundert beherbergen. Ein weiterer Bereich ist der zeitgenössischen rumänischen Kunst von 1956–60 bis 2018 gewidmet. Wenn das Museum 2020 eingeweiht wird, werden plangemäß auch rumänische Werke der Jahre 2019 und 2020 ausgestellt, da dies die Besonderheit und das Credo des Museums ist. „Auf dem Laufenden zu bleiben mit dem, was sich in den visuellen Künsten in Rumänien abspielt, und wenn ich Rumänien sage, beziehe ich mich auch auf die Diaspora“, sagt der Leiter des Museums für visuelle Kunst in Galaţi.

 

Wir können nur auf den Augenblick der Einweihung warten und den dynamischen Markt und die immer interessanter werdenden rumänischen bildenden Künste im Auge behalten. Wir dürfen uns also freuen, dass ein Traum, der vor zehn Jahren für die Schublade mit versäumten Vorhaben bestimmt schien, mit großen Schritten in Erfüllung zu gehen scheint.


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Publicat: 2019-01-26 17:30:00
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