Künstliche Intelligenz: EU setzt sich mit Ethikfragen bei neuen Technologien auseinander

künstliche intelligenz: eu setzt sich mit ethikfragen bei neuen technologien auseinander In der Strategie für künstliche Intelligenz hat die Europäische Kommission mit den Mitgliedstaaten einen koordinierten Plan zur Förderung derer Entwicklung und Verwendung in Europa erarbeitet.

„Künstliche Intelligenz ist die letzte Erfindung, die die Menschheit jemals gemacht hat. Die nachkommenden Erfindungen werden durch künstliche Intelligenz gemacht.“ Diese Aussage gehört Nick Bostrom, dem Leiter des Future of Humanity Institute, und die Dinge sehen so aus, als würde sich seine Aussage als richtig erweisen. Denn aus der Science-Fiction-Literatur ist künstliche Intelligenz mehr und mehr im Alltag angekommen, und eine Welt, in der ihre Einflüsse nicht präsent sind, ist nahezu unvorstellbar. Abstrakt verstehen wir unter künstlicher Intelligenz eine Reihe von Technologien, mit denen Computer aus eigener Erfahrung lernen und komplexe Aufgaben ausführen können. Durch ständige Optimierung der Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, gelingt es Computern mit unglaublicher Geschwindigkeit, die erwarteten Ergebnisse durch einen dem Menschen deutlich überlegenen Ansatz zu erzielen. All dies unter Verwendung astronomischer Datenmengen und Algorithmen.  

 

In der Tat sind intelligente virtuelle Assistenten oder halbautomatische Sicherheitsfunktionen von Autos nur zwei Beispiele, aber die Liste ist extrem lang. Und Fachleute weisen auf eine Zukunft hin, in der künstliche Intelligenz massiv involviert ist und Menschen-Roboter-Dialoge zur Normalität werden. Die Vorteile künstlicher Intelligenz sind unbestreitbar. Dies ist einer der Gründe, warum vor allem fortgeschrittene Länder diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit und dementsprechend Geldbeträge widmen. Dies gilt auch für die Europäische Union, für die künstliche Intelligenz von Vorrang ist. Mariya Gabriel, Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, erklärt:  

 

„Künstliche Intelligenz verändert die Welt heute, wie es in der Vergangenheit die Elektrizität tat. Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten werden wir mehr investieren, um künstliche Intelligenz in alle Wirtschaftsbereiche zu bringen, fortgeschrittene Fähigkeiten zu unterstützen und die Verfügbarkeit von Daten zu maximieren. Dank des koordinierten Aktionsplans kann Europa die Vorteile künstlicher Intelligenz zu Gunsten von Bürgern und Unternehmen nutzen, im globalen Wettbewerb bleiben und gleichzeitig ein Klima des Vertrauens und der Achtung ethischer Werte gewährleisten.“

 

 

Ethik und menschenzentrierte Technologie müssen dabei nicht vernachlässigt werden, so EU-Kommissarin Mariya Gabriel:  

 

„Das Ziel unserer Strategie ist einfach: Europa mit Technologien für künstliche Intelligenz auszustatten, die sowohl effizient als auch menschenzentriert sind. Ethik und die wirtschaftliche Entwicklung künstlicher Intelligenz stehen nicht im Gegensatz. Im Gegenteil! Das Vertrauen unserer Bürger in künstliche Intelligenz ist unerlässlich, um die Vorteile der Technologie voll zu nutzen. Digitale Umwandlung, Innovation, technologischer Fortschritt und digitale Wirtschaft müssen ethisch artikuliert werden.“    

 

 

Im Rahmen ihrer vor einem Jahr verabschiedeten Strategie für künstliche Intelligenz hat die Europäische Kommission mit den Mitgliedstaaten einen koordinierten Plan zur Förderung derer Entwicklung und Verwendung in Europa erarbeitet. In diesem Plan werden gemeinsame Maßnahmen für eine engere und effektivere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten, Norwegen, der Schweiz und der Kommission in vier Schlüsselbereichen vorgeschlagen: Steigerung der Investitionen, Bereitstellung von mehr Daten, Förderung von Talenten und Schaffung des Vertrauens. Denn laut Brüssel ist eine stärkere Koordinierung unerlässlich, um Europa zum Weltmarktführer bei der Entwicklung und Nutzung modernster, ethischer und sicherer künstlicher Intelligenz zu machen. Gleichzeitig verfügt die Union insgesamt über die größte Anzahl von Spezialisten für künstliche Intelligenz, weshalb eine Koordinierungsstrategie auf europäischer Ebene wesentlich ist.  

 

Künstliche Intelligenz, die als eine neue industrielle Revolution angesehen werden kann, bringt für manche unvermeidlich auch unerwünschte Folgen mit sich. Eine davon betrifft die beträchtliche Anzahl von Jobs, die durch die Automatisierung sich wiederholender Operationen verloren gegangen sind. Es wird geschätzt, dass physische oder virtuelle Roboter in den nächsten 10–15 Jahren bisher menschlich besetzte Berufe wie Laborant, Call-Center-Mitarbeiter, Kassierer, Qualitätsprüfer, Rezeptionist oder Datenanalytiker drastisch reduzieren oder sogar ersetzen werden. Die Gesellschaft wird implizit einen Wandel durchmachen, denn all diese Menschen müssen Lösungen finden. Die meisten werden sich in Bereichen einstellen lassen, die nicht automatisiert werden können, wie Altenpflege, Bildung und Gesundheitsfürsorge. Eine berufliche Umorientierung auf Bereiche wie Website-Design, Videobearbeitung, Programmieren, Reiseleitung oder Hauslieferung sind weitere Optionen. Gleichzeitig sind zumindest vorläufig keine Arbeitsplätze bedroht, die Kreativität oder Wissen aus mehreren Bereichen erfordern. Dazu gehören unter anderem Ökonomen, Anwendungshersteller, Redakteure, Wissenschaftler, Künstler oder Mitarbeiter in der Werbebranche.


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Publicat: 2019-05-03 17:30:00
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