Rumänisches Filmfestival in Israel stellt größte Kinoerfolge der letzten Jahre vor

rumänisches filmfestival in israel stellt größte kinoerfolge der letzten jahre vor In Tel Aviv und anderen israelischen Städten fand Ende April das rumänische Filmfestival statt. Das Rumänische Kulturinstitut brachte dabei dem israelischen Publikum die größten Erfolge der neuen Welle des rumänischen Kinos nahe.

Ende April hat das Rumänische Kulturinstitut in Tel Aviv eine neue Auflage des Rumänischen Filmfestivals organisiert. Die Festspiele, die in Zusammenarbeit mit dem israelischen Filmblog MovieMania organisiert wurden, haben dem israelischen Publikum einen Überblick über die erfolgreichsten rumänischen Produktionen der letzten Jahre angeboten und fanden in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa, Holon, Herzliya, Rosh Pina und Sderot statt. „Un pas în urma serafimilor“ („Einen Schritt hinter den Seraphim“) in der Regie von Daniel Sandu, „Îmi este indiferent dacă în istorie vom intra ca barbari“  („Mir ist es egal, ob wir als Barbaren in die Geschichte eingehen“) des Filmemachers Radu Jude, „Moromeţii 2“, von Stere Gulea, „Secretul fericirii“ („Das Geheimnis der Glücksseligkeit“), in der Regie von Vlad Zamfirescu, „Povestea unui pierde-vară“ („Die Geschichte eines Taugenichts“) von Paul Negoescu, „Aniversarea“ („Die Feier“) von Dan Chişu, „Charleston“, des Regisseurs Andrei Creţulescu und „Ghinionistul“ („Der Pechvogel“) des Regisseurs Iura Luncaşu, standen auf dem Programm der Festspiele.

 

„Moromeţii 2“ ist die Verfilmung des zweiten Bandes des gleichnamigen Romans, „Viaţa ca o pradă“ („Das Leben als Beutezug“) von Marin Preda, einem der größten rumänischen Romanciers des 20. Jh. Der Film erzählt die Geschichte der Bauernfamilie Moromete in den Jahren 1945–1946, einer Übergangszeit von Demokratie zur kommunistischer Diktatur, und bietet einen tiefen Einblick in die kommunistische Kollektivierung, den staatlich angeordneten Zusammenschluss von Menschen zu Gemeinschaften, Vereinen oder Genossenschaften. In der Roman-Adaption ändert jedoch der Drehbuchautor in einem gewissen Punkt die Geschichte, indem er den jüngsten Sohn der Familie Moromete, Niculae Moromete, verkörpert von Iosif Paştina, nicht als Parteimitglied auftreten lässt. Auf der Premiere des zweiten Teils von „Moromeţii“ sagte der Regisseur Stere Gulea über seine Beziehung zur Hauptgestalt Ilie Moromete, sie sei ein Vorbild für ihn:

 

„Er ist ein Mensch, der ständig versucht, alles zu verstehen, was um ihn herum passiert. Er versucht, die anderen mit ihren Meinungen, Wahlen und Konflikten zu verstehen, er ist ein Mensch, der harte Urteile ausspricht. Moromete ist der Mensch, der die anderen zum Zweifeln bringt und die anderen auf das Böse um sie herum aufmerksam macht. Weil wir meistens zu schnell reagieren, zu wenig nachdenken und der Bedeutung jedes Moments in unserem Leben nicht bewusst sind. Wir glauben, dass wir nur einige wichtige Momente in unserem Leben erleben, in der Tat wiegt aber jeder Moment sehr viel in unseren Entscheidungen und im Verlauf des Lebens.“                                                   

 

 

„Die Geschichte eines Taugenichts“ von Paul Negoescu ist eine bittere Komödie über die schwierigen Situationen, in denen uns die Liebe manchmal bringt. Die Hauptrolle wird von Alexandru Papadopol verkörpert. Regisseur Paul Negoescu über seinen Film:

 

„Es handelt sich um eine romantische Komödie um eine völlig unromantische Figur. Deswegen sind in diesem Film die üblichen Klischees der romantischen Filme nicht zu finden. Die von Alexandru Papadopol verkörperte Hauptfigur könnte so beschrieben werden: Er ist Mitte vierzig, Professor an der technischen Universität in Bukarest Politehnica, weigert sich ständig, das Leben ernst zu nehmen, pflegt eine offene Beziehung zu einer Frau, die sein Fremdgehen akzeptiert. Auf einmal wird aber diese Frau schwanger. Das löst ein Drama in seinem Leben aus, denn er zweifelt an sich selbst. Die Situation wirft zahlreiche Fragen auf, eine davon: Soll er endlich erwachsen werden oder nicht. Diese Fragen stellt er auch seinen Freunden. Einer von ihnen ist Schriftsteller und entscheidet, ein Buch über die Geschichte seines Freundes zu schreiben, so dass es eine völlig neue Perspektive darüber gibt.“

 

 

Während der Woche des rumänischen Films in Israel organisierte das Rumänische Kulturinstitut auch die Tagung „Die Geschichte des Rumänischen Kinos vom Anfang bis zur neuen Welle“, moderiert von der israelischen Filmkritikerin Iris Lackner, Managerin des Filmblogs MovieMania.


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Publicat: 2019-05-08 18:00:00
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