Aufruf an Europa: Rettet die Bienen!

aufruf an europa: rettet die bienen! Eine Petition zur Rettung der Bienen hat die erforderliche Anzahl von Unterschriften gesammelt, um von der Europäischen Kommission berücksichtigt zu werden.

 

Die Initiative "Rettet die Bienen und die Landwirte" hat laut ihrer eigenen Website die Schwelle von 1 Million Unterschriften überschritten. "Die Tatsache, dass wir dies trotz der massiven Einschränkungen durch die COVID-19-Krise geschafft haben, zeigt, wie viele Menschen eine Änderung der Agrarpolitik fordern", erklärt Veronika Feicht, Vertreterin des Münchner Umweltinstituts, einer der Organisatoren der Kampagne.

 

 

In der Petition wird eine EU-Gesetzgebung gefordert, die den Ausstieg aus synthetischen Pestiziden, eine Rückkehr zur biologischen Vielfalt und eine Verlagerung des Schwerpunkts weg von der industriellen Landwirtschaft vorsieht.
Die Petition wurde von 90 Organisationen aus 17 EU-Ländern initiiert und fordert, den Einsatz von synthetischen Pestiziden in der Landwirtschaft bis 2030 um 80 % zu reduzieren und bis 2035 ganz abzuschaffen.

 

In Rumänien wurden mehr als 31.000 Unterschriften gesammelt, das sind über 30 % mehr, als für das Überschreiten der Mindestschwelle in Rumänien erforderlich waren. Zu den Veranlassern der Petition gehört auch der Verband der rumänischen Bienenzuchtvereine, Romapis. Wir haben bei Vizepräsident Constantin Dobrescu nachgefragt, warum diese Initiative notwendig ist: 

"Es gibt einen großen Bedarf für eine solche Initiative, weil die Zahl der Bienen - und generell aller bestäubenden Insekten - rückläufig sind. Das ist wissenschaftlich erwiesen und hat auf vielen Ebenen sehr wichtige langfristige Auswirkungen. So wurden beispielsweise in Deutschland Studien in Schutzgebieten durchgeführt, in denen es keine intensive Landwirtschaft gibt, die auf dem starken Einsatz von Pestiziden und Monokulturen beruht. In einer solchen Region wurde über einen Zeitraum von etwa 30 Jahren ein Rückgang von etwa 70 Prozent der Bestäubermasse beobachtet. Im Klartext geht es um Insekten, die gewissermaßen am unteren Ende der Nahrungskette stehen. Wenn Insekten verschwinden, ist es, als ob Plankton aus dem Meer verschwinden würde. Alles Leben ist bedroht, auch unser eigenes. Das ist kein Witz! Man muss sich also fragen, was denn in den landwirtschaftlichen Gebieten passiert, in denen diese industrielle Landwirtschaft betrieben wird, wo viele Pestizide eingesetzt werden? Die Bienen leiden, die Imker leiden auch, aber wir müssen auch an die armen Hummeln denken, an die Solitärbienen... Niemand schützt sie. Sie verschwinden also, die Arten verschwinden, es gibt Verluste mit außerordentlichen Folgen", meint der rumänische Imker.

 

Bienen und andere Bestäuber sind für die Erhaltung der Ökosysteme und der biologischen Vielfalt unerlässlich. Bis zu einem Drittel der menschlichen Nahrungsmittelproduktion und zwei Drittel der täglichen Obst- und Gemüseproduktion werden von Bienen und anderen Insekten pollenisiert.
Ihre Existenz ist jedoch durch die ständige Verunreinigung mit Pestiziden und den Verlust ihres Lebensraums durch die industrielle Landwirtschaft bedroht, wie der Verband der Bienenzüchter in Rumänien betont.

In der Petition wird auch darauf hingewiesen, dass die natürlichen Ökosysteme in landwirtschaftlichen Gebieten dringend wiederhergestellt werden müssen, damit die Landwirtschaft die Schlüsselrolle bei der Wiederherstellung der biologischen Vielfalt wahrnimmt. Dazu brauchen die Landwirte Unterstützung bei der Umstellung auf umweltfreundliche Agrarwirtschaft. Kleine, vielfältige und nachhaltige Betriebe müssen gefördert und der ökologische Landbau ausgeweitet werden. Ausbildung und Forschung im Bereich der pestizid- und gentechnikfreien Landwirtschaft müssen gefördert werden, heißt es in der Petition, wie Constantin Dobrescu ausführt:


"Die Landwirtschaft häng an der agrochemischen Industrie, sie zollt ihr gewissermaßen Tribut. In der heutigen landwirtschaftlichen Praxis haben sich bestimmte Gewohnheiten herausgebildet, die den massiven Einsatz dieser Pestizide beinhalten, die viel giftiger sind als die der ersten Generationen.
So werden sie von einer Generation zur nächsten gefährlicher für die Insekten, aber auch für die Bevölkerung. Ob man will oder nicht, sie sind auch in Lebensmitteln zu finden. Die Vorstellung, dass man ohne diese Gifte nicht Landwirtschaft betreiben kann, ist aber völlig falsch. Es gibt wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass sich Europa bei der Nahrungsmittelproduktion selbst versorgen könnte. Natürlich mit einigen Änderungen in der Mentalität: zum Beispiel kein Fleisch mehr als zweimal pro Woche essen. Mit anderen Worten, wir sollten die Bedeutung der Viehzucht irgendwie reduzieren, damit wir unter den Bedingungen des ökologischen Landbaus mit einer etwas umfangreicheren pflanzlichen Produktion wirtschaften können. Bio-Landwirtschaft ist also möglich. Landwirte, die diese Produktionsweise bereits nutzen, wissen, dass das möglich ist; sie wissen, dass die Vorstellung, ohne Pestizide würden die Menschen verhungern, falsch oder sogar gelogen ist," so der Vizepräsident der rumänischen Imker.

 

Die Europäische Bürgerinitiative wurde mit dem Vertrag von Lissabon eingeführt. Sie ermöglicht einer Million Bürgerinnen und Bürgern aus mindestens einem Viertel der EU-Mitgliedstaaten, die Europäische Kommission aufzufordern, Legislativvorschläge in Bereichen vorzulegen, in denen die EU-Exekutive zuständig ist. Auf Ersuchen der Mitgliedstaaten, die Zeit brauchten, um Mechanismen zur Bescheinigung von Unterstützungsbekundungen einzurichten, konnten die Bürger solche Initiativen jedoch erst ab dem 1. April 2012 starten.

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Publicat: 2021-10-29 16:42:00
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