BRUA-Projekt: Pipeline zwischen Rumänien und Bulgarien betriebsbereit

brua-projekt: pipeline zwischen rumänien und bulgarien betriebsbereit Vor kurzem sind die Arbeiten an der Gaspipeline zwischen Rumänien und Bulgarien abgeschlossen worden. Die Leitung verbindet die beiden Donaustädte Giurgiu und Russe.

Vor kurzem sind die Arbeiten an der Gaspipeline zwischen Rumänien und Bulgarien abgeschlossen worden. Die Leitung verbindet die beiden Donaustädte Giurgiu und Russe. Sie soll insgesamt 25 Kilometer lang sein und hätte eigentlich bereits 2012 fertiggestellt sein müssen. Aufgrund der Verfahren für die Bearbeitung der Trasse unterhalb des Donau-Bettes wurde das Projekt hinausgezögert. Insgesamt werden durch die Pipeline jedes Jahr höchstens 1,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Bulgarien nach Rumänien und 500 Millionen Kubikmeter von Rumänien nach Bulgarien fließen. Also wird die neue Leitung sowohl für Gasimporte als auch für Gasexporte verwendet und soll demnächst in Betrieb genommen werden.

 

Der Anschluss oder der sogenannte Interconnector Rumänien-Bulgarien wurde mit 23 Millionen Euro aus europäischen Fördermitteln finanziert – davon kosteten die Arbeiten auf der rumänischen Seite 10 Millionen und die Arbeiten auf der bulgarischen Seite 13 Millionen Euro. Die Frist für die Fertigstellung des Projekts ist der 31. Dezember 2016. Die Pipeline zwischen Giurgiu und Russe ist Teil des sogenannten BRUA-Projekts: Dieses soll die Erdgasnetze Bulgariens, Rumäniens, Ungarns und Österreichs miteinander verbinden und den Erdgasexport vom Schwarzen Meer nach Österreich ermöglichen.

 

Derweil ist Rumänien fast am Ziel einer vollständigen Energieunabhängigkeit angekommen. Das vor allem dank der im Schwarzen Meer erschlossenen Erdgasvorkommen, erklärte Energieminister Victor Grigorescu im Interview mit Radio Rumänien.

 

Ich glaube, dass noch bevor die Rede von Energieunabhängigkeit ist, wir die Energiesicherheit betrachten müssen. Denn unser Ziel ist es nicht, ein autarkes oder geschlossenes System aufzubauen, sondern es ist wichtig, eine Kontinuität der Versorgung zu erreichen. Und das bedeutet, dass es die Energieunabhängigkeit schon als Komponente gibt, im Sinne, dass wir auf die eigenen Ressourcen zählen, aber andererseits müssen wir auch darauf achten, dass wir uns bei Bedarf aus externen Quellen versorgen können. Wenn sie es so wollen, ist das BRUA-Projekt das beste Beispiel dafür. Es ist die Pipeline, die Bulgarien mit Rumänien, und dann mit Ungarn und Österreich verbindet. Sie wird uns den Zugang zu neuen Erdgasquellen ermöglichen. Es ist ein Projekt, das sich über vier Jahre erstrecken wird und das den Bau einer 528 Kilometer langen neuen Leitung in Rumänien voraussetzt. Also die Energiesicherheit als oberste Priorität.“

 

 

Daniel Apostol ist der Generalsekretär des Verbandes Rumänischer Erdölunternehmen, für ihn ist das BRUA-Projekt begrüßenswert.

 

„Als erstes muss gesagt werden, dass die Inbetriebnahme des BRUA-Projektes nicht länger eine Vision ist, eine reine Theorie. Es sind Dinge bereits in die Praxis umgesetzt worden, es ist eine Rieseninvestition die Rumänien auch mit europäischen Geldern finanziert, was als positiv zu bewerten ist. Ein Drittel der über 500 Millionen Euro an Gesamtinvestitionen in das Projekt stammt von der EU. BRUA wird möglichst bald ins Leben gerufen und, sobald eine derartige Hochdruck-Leitung in Betrieb ist und die Vorkommen aus dem Schwarzen Meer für den Handel zur Verfügung stehen, sobald der Markt tatsächlich funktionsfähig ist, wird Rumänien als richtig relevanter Spieler auf dem europäischen Energiemarkt auftreten.“

 

 

Für die Arbeiten am rumänischen Teil der BRUA-Pipeline hatte Rumäniens Erdgas-Transportunternehmen Tranzgaz im September in Budapest ein Abkommen unterzeichnet. Im Zuge dessen wurden 179 Millionen Euro aus dem Mechanismus „Connecting Europe“ freigegeben.

 

Nach Inbetriebnahme wird Transgaz ein Volumen in Höhe von 0,5 Milliarden Kubikmetern bei einem Druck von 29 Bar an der Grenze gewährleisten müssen. Die BRUA-Leitung wird im Zusammenhang mit der notwendigen Diversifizierung der Versorgungsquellen in Europa entwickelt. Auch die Erhöhung der Liefersicherheit in Rumänien durch den Zugang zu neuen Quellen und der Erdgastransport aus dem Kaspischen Meer nach Mitteleuropa spielen eine Rolle. Energieminister Victor Georgescu verweist unterdessen auch auf die Bedeutung der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen.

 

„Die erneuerbaren Quellen sind sicherlich wichtig und es ist ganz klar, dass auch Rumänien sich in Richtung der emissionsarmen Technologien weiterentwickeln muss. Wir glauben aber, dass die aktuellen Technologien noch nicht ausgereift sind und deshalb in den kommenden Jahrzehnten keine größere Rolle spielen werden können. Und ich werde auch ein Beispiel geben: Wir sind derzeit um einen Ausgleich bemüht, das heißt, wir wollen für die Versorgung mit elektrischer Energie sorgen, wenn etwa die Windstärke nicht ausreicht oder die Sonnenstrahlen nicht stark genug für die Aufladung der Solarzellen sind. Und paradoxerweise wird dieser Ausgleich mit Energie aus Kohlekraftwerken erreicht. Was wir meines Erachtens jetzt tun müssen, ist, einige der Bestandteile vom Energie-Mix neu zu positionieren, so dass der Mix nach wie vor ausgewogen bleibt, dass wir nach wie vor für die Liefersicherheit sorgen können. Wir produzieren erneuerbare Energien und das in großzügigen Mengen. Wir haben die europäischen Vorgaben in diesem Sektor überschritten. Andererseits haben wir auch einen Bergbausektor in Not, wir haben auch ein gutes Potential in Sachen Wasserkraft.“

 

 

Das Endpapier zur Energiestrategie Rumäniens für den Zeitraum 2016-2030 mit Ausblick auf 2050 soll in Kürze veröffentlicht werden.


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Publicat: 2016-10-04 17:58:00
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