Nachrichten 30. 06.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 30.06.2026, 18:30
Ein Spezialistenteam des rumänischen Verteidigungsministeriums hat heute Morgen die Sprengladung einer Drohne im Kreis Tulcea im Südosten Rumäniens kontrolliert gesprengt. Das Gebiet liegt nahe der Grenze zur Ukraine. Nach Angaben des Ministeriums hatte ein Anwohner die Drohnentrümmer bereits am Montag entdeckt und die Behörden informiert. Ersten Untersuchungen zufolge stammen sie von einer Drohne, die Russland bei Angriffen auf ukrainische Häfen im April eingesetzt haben soll. Die kontrollierte Sprengung verlief nach Behördenangaben ohne Zwischenfälle. Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft beim Berufungsgericht Constanța übernommen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums 29 unerlaubte Einflüge russischer Drohnen in den rumänischen Luftraum registriert. In rund 50 Fällen wurden zudem Drohnen oder Drohnenteile auf rumänischem Staatsgebiet gefunden. Zu den jüngsten Vorfällen zählt der Absturz einer russischen Drohne Ende Mai in Galați. Sie explodierte auf einem Wohnblock und verletzte zwei Menschen. Anfang dieses Monats detonierte außerdem eine ukrainische Drohne bei Constanța. Nach rumänischen Angaben war sie während eines Einsatzes infolge russischer elektronischer Störmaßnahmen außer Kontrolle geraten und hatte sich selbst zerstört.
Die Beziehungen zwischen Rumänien und Israel sind politisch, wirtschaftlich und menschlich eng. Das hat Staatspräsident Nicușor Dan nach Gesprächen mit seinem israelischen Amtskollegen Izchak Herzog in Bukarest erklärt. Dan hob die Rolle der aus Rumänien stammenden jüdischen Gemeinschaft hervor, die zum Aufbau und zur Entwicklung des Staates Israel beigetragen habe. Zugleich verwies er auf die Zusammenarbeit in Bereichen wie Wirtschaft, Sicherheit, Rüstungsindustrie, Landwirtschaft und Informationstechnologie. Herzog dankte Rumänien für die enge Partnerschaft und für den Einsatz gegen Antisemitismus. In seiner Rede vor dem vereinigten Parlament würdigte er die besonderen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Rumäniens Präsident Nicușor Dan hat die Parlamentsparteien aufgefordert, Lösungen für die aktuelle politische Krise vorzulegen. Es sei ihre Verantwortung, eine tragfähige Mehrheit zu bilden. Derzeit gebe es im Parlament keine Mehrheit, die eine neue Regierung stützen könne. Vorgezogene Neuwahlen seien aus Sicht des Staatspräsidenten keine Lösung. Sie würden die Mehrheitsverhältnisse voraussichtlich nicht grundlegend verändern und Rumänien über Monate hinweg als politisch instabil erscheinen lassen. Dan äußerte sich nach einem Treffen mit den Botschaftern der EU-Mitgliedstaaten. Ihnen versicherte er, dass die staatlichen Institutionen trotz der nur eingeschränkt handlungsfähigen Übergangsregierung weiter funktionierten. Nach Medienberichten liegen dem Präsidenten derzeit zwei Optionen für die Bildung einer neuen Regierung vor: eine Minderheitsregierung der Sozialdemokraten oder ein Minderheitskabinett aus Nationalliberalen, der Reformpartei USR und dem Demokratischen Verband der Ungarn in Rumänien. Die Nationalliberalen lehnen jedoch eine Regierung unter dem sozialdemokratischen Parteichef Sorin Grindeanu ab. Umgekehrt hat die PSD angekündigt, kein Kabinett unter dem von PNL, USR und UDMR vorgeschlagenen liberalen Europaabgeordneten Siegfried Mureșan zu unterstützen. Die oppositionelle nationalistische Partei AUR fordert dagegen vorgezogene Neuwahlen. Parteichef George Simion setzte Präsident Dan eine Frist bis Ende der Woche, einen neuen Ministerpräsidenten zu nominieren. Andernfalls wolle seine Partei ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Staatspräsidenten einleiten. Bislang ist keiner der beiden vom Präsidenten nominierten Ministerpräsidenten im Parlament auf die notwendige Mehrheit gestoßen.
Der europäische Teil des 2025 mit den Vereinigten Staaten geschlossenen Handelsabkommens tritt am Mittwoch in Kraft. Das teilte die Europäische Union mit. Danach entfallen Einfuhrzölle auf zahlreiche Industrieprodukte aus den USA. Zudem erhalten amerikanische Agrarprodukte einen bevorzugten Marktzugang. Das Abkommen gilt zunächst bis Ende 2029 und kann verlängert werden. Die EU behält sich jedoch vor, die Zugeständnisse auszusetzen, falls die Vereinigten Staaten gegen die Vereinbarung verstoßen.
Beim Tennisturnier in Wimbledon ist Jaqueline Cristian in der ersten Runde ausgeschieden. Die Rumänin verlor auf dem Londoner Rasen gegen die Amerikanerin Iva Jovic in zwei Sätzen mit 6:7 und 0:6. Im Doppel tritt Cristian gemeinsam mit Irina Begu an. Sorana Cîrstea und Gabriela Ruse treten ebenfalls an.