Die Europäische Kommission hat eine Strategie zur Armutsbekämpfung auf Unionsebene verabschiedet. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Kommission in Brüssel erklärte Rumänien, ebenfalls mit der Ausarbeitung einer nationalen Strategie in diesem Bereich begonnen zu haben.
Mehr als ein Viertel der Rumänen ist armuts- und ausgrenzungsgefährdet – sie gehören damit, zusammen mit Bulgaren und Griechen, zu den am stärksten exponierten Bevölkerungsgruppen in der Europäischen Union.
Der rumänische Arbeitsmarkt durchläuft eine Phase beschleunigter Veränderungen, vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Lebenshaltungskosten und technologischen Wandels.
Laut offiziellen Angaben lebten zu Beginn des Jahres 2025 rund 155.000 rumänische Staatsbürger in Österreich – Rumänien ist damit nach Deutschland und vor Bosnien-Herzegowina eines der wichtigsten Herkunftsländer von Einwanderern im Austro-Gebiet. Für einen Teil dieser Rumänen ist die landwirtschaftliche Saisonarbeit eine der wichtigsten Einkommensquellen – vor allem bei der Ernte von Spargel, Erdbeeren, Salat, Gurken oder Aprikosen.
Auch wenn rumänische Arbeitskräfte auf dem heimischen Arbeitsmarkt Vorrang haben, sollten ausländische Beschäftigte mit dem gleichen Respekt behandelt werden, den sich rumänische Arbeitnehmer selbst wünschen, wenn sie im Ausland arbeiten, – und nicht immer bekommen. In diesem Sinne hat das rumänische Ministerium für Arbeit und Sozialschutz neue Maßnahmen getroffen.
Immer mehr Menschen in Rumänien haben Schwierigkeiten, ihre Raten, Kredite oder andere finanzielle Verpflichtungen zu begleichen. Die Privatinsolvenz wird daher zunehmend als Lösung diskutiert. Die Nationale Behörde für Verbraucherschutz (ANPC) bereitet wichtige Änderungen vor, die den Zugang zu diesem Verfahren erleichtern und zugleich das Familienheim vor Zwangsvollstreckung schützen sollen.
Die Europäische Kommission hat 2025 eine Liste von 47 strategischen Projekten im Rahmen des Gesetzes über kritische Rohstoffe veröffentlicht. Ziel der Initiative ist es, die Abhängigkeit Europas von strategischen Materialien zu verringern – vor allem von Importen aus China. Bis 2030 will die Europäische Union die Einfuhren solcher kritischer Mineralien aus Nicht-EU-Staaten um 30 Prozent senken. Drei dieser Projekte sollen im Westen Rumäniens umgesetzt werden - doch sie sind nicht unumstritten.
Der Personalausweis ist eines der wichtigsten Dokumente in Rumänien - fast überall muss man ihn vorzeigen. Früher war der Ausweis aus Papier, seit gut 20 Jahren besteht er aus Plastik, ist jedoch unhandlich. Seit einiger Zeit ist auch hier die mit einem Chip versehene elektronische Identitätskarte eingeführt worden. Die Ausgabe des E-Ausweises im Kreditkartenformat hat im März 2025 begonnen, zunächst als Pilotprojekt im Kreis Cluj im Nordwesten des Landes. Danach ist das Dokument schrittweise landesweit eingeführt worden.
Rumänische Haushalte haben jährlich mehr als 3,4 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen – das entspricht einem Lastwagen voller Essen pro Minute. Gleichzeitig sind aber mehr als 27 Prozent der Bevölkerung von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht und haben Schwierigkeiten, sich täglich eine vollständige Mahlzeit zu leisten. Auf dieses drastische Paradox gibt es eine Antwort: Was in Deutschland. Österreich und der Schweiz die Tafeln sind, nennt man in Rumänien Lebensmittelbanken.
Im Zeitraum 2021–2024 wurden in Rumänien rund 340.000 neue individuelle Arbeitsverträge für Bürger von außerhalb der Europäischen Union abgeschlossen. Anfang 2025 waren jedoch weniger als 150.000 dieser Arbeitnehmer im System registriert. Es ist unklar, wie viele das Land verlassen haben und wie viele illegal geblieben sind und weiterhin hier arbeiten. Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass es sich um ein Randphänomen handelt. Migranten, die sich illegal im Land aufhalten, haben nur wenige Möglichkeiten, ihre Situation zu regeln.
Ein riesiger Skandal und eine journalistische Recherche haben aufgedeckt, dass in einigen privaten Hundeunterkünften in Rumänien die Euthanasie von Tieren zu einem millionenschweren Geschäft mit öffentlichen Geldern geworden ist.
Die Digitalisierung hat die Entwicklung von Kindern und ihres Umfelds neurologisch, psychologisch, sozial und kulturell geprägt - und zwar über Generationen hinweg. Nicht die Geräte an sich bestimmen jedoch ein bestimmtes Verhalten, sondern die Entscheidungen darüber, wie ein Kind seine Zeit verbringt, worauf es seine Energie richtet, mit wem und wie es online in Kontakt tritt und wie es sich selbst wahrnimmt.
Die Debatte über eine Senkung des Strafmündigkeitsalters in Rumänien ist nach mehreren tragischen Fällen mit Tätern unter 14Jahren wieder aufgeflammt. Die Zvilgesellscaft neigt zu Prävention, die Law & Order-Fraktion will härteres Durchgreifen.
Auch die Zivillgesellschaft braucht Profis - sie heißen in ihrer Fachsprache Aktivisten. Viele von ihnen gehen in dieser Rolle auf. Jedes Mal, wenn man mit Alina Dumitriu spricht, kaut sie an verschiedenen Ideen zu irgendeinem Thema. Ob Gewalt gegen Tiere, Opfer sexualisierter Gewalt, die Ausweitung von Nachbarschaftsparks in Bukarest, der Zugang zu HIV-Medikamenten in Apotheken oder Fragen rund um Arbeitsmigranten – Alina ist immer mit Problemlagen beschäftigt und scheint keinen Tag abzuschalten.
Die Implementierung und Nutzung Künstlicher Intelligenz ist auch in Rumänien – wie überall auf der Welt – auf dem Vormarsch. Sie liegt jedoch weiterhin unter dem globalen Durchschnitt.