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RRI Geschichte

Hier können Sie über die Anfänge des Rumänischen Rundfunks sowie über die Geschichte seiner Auslandssendungen nachlesen. Und in der Fotostrecke einen nostalgischen Blick auf frühere Zeiten werfen.

Maskottchen von Radio Rumänien (undatiert, Zwischenkriegszeit)zur-geschichte-des-rumaenischen-rundfunks-und-seiner-auslandssendungen
Erstes Gebäude (Verwaltungssitz) des Rumänischen Rundfunks (Ende 1920er Jahre)Erster experimenteller Sender des Elektrotechnischen Instituts in Bukarest (1927)Provisorischer Sender (400 W)Sitz des ersten experimentellen Senders mit Antenne in der General-Berthelot-Straße. Das Gebäude existiert heute nicht mehr, der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk hausiert aber immer noch in derselben Straße. Antenne des Senders im Bukarester Vorort BaneasaErstes Sendestudio des Rumänischen HörfunksErstes Gebäude des Rumänischen Hörfunks (Innenansicht)Sendeanlage und Antenne im damaligen Bukarester Vorort Baneasa (undatiert, vermutlich Anfang der 1930er Jahre)Regierungsmitglieder bei der feierlichen Eröffnung des Rumänischen Hörfunks (1. Nov. 1928)Zeitschrift „Radiofonia“, Organ der „Gesellschaft für Radiotelephonische Übertragung“, Jahrgang I, Nummer 1 (9. Nov. 1928)Dragomir Hurmuzescu (1865-1954), Physiker, Akademiemitlgied und Präsident der „Gesellschaft für Radiotelephonische Übertragung“, gilt als Vater des Rumänischen Rundfunks.Sprecherkabine (undatiert, vermutlich Ende der 1920er – Anfang der 1930er Jahre)König Karl II., Ministerpräsident Nicolae Iorga und Regierungsmitglieder bei der feierlichen Eröffnung des neuen Studios (11. Februar 1932)Ingenieur Teclu am KontrollpultMikrophon der rumänischen KönigeRumänischer König Carol (Karl) II. am MikrophonHörspiel für die und mit den Kleinen (1933)Hörspiel-Vortragende (undatiert, Zwischenkriegszeit)Volksmusik wurde oft im Radio übertragen. Hier ein traditionelles „Taraf“ (eine Musikergruppe), geleitet vom berühmten Geiger Grigoras Dinicu (1935).Rumänische Bauern lauschen gebannt dem Radio (1935).Toningenieure und Radiomacher im Einsatz – hier bereitete man die Aufnahme diverser Musikaufführungen vor (1935).Ü-Wagen des Rumänischen Hörfunks (1938)Ü-Wagen – Innenansicht (1938)Ing. Paul Stiubei überwacht die Live-Übertragung von einem Bukarester Stadion (1938).Kinderchor probt im Großen Konzertstudio des Rumänischen Hörfunks (1930er-40er Jahre).Die Sendeinhalte bestimmten damals die Mitglieder des sogen. Programmkomitees (1932).Altes Konzertstudio des Rumänischen Rundfunks (undatiert)Mitglieder des Rundfunkorchesters im Konzertstudio des Rumänischen Hörfunks (undatiert, Zwischenkriegszeit)Sprecherin Magda Cretoiu-Popa (undatiert, Zwischenkriegszeit)Sprecherin Puia Vasilescu-Rebreanu (undatiert, Zwischenkriegszeit)Sendetechniker (undatiert, Zwischenkriegszeit)Generalsekretariat des Rumänischen Hörfunks: Yvonne Demetriad, Domnica Paun-Ghitescu, Lila Teianu (undatiert, Zwischenkriegszeit)Programmheft zu Weihnachten 1936Rasante Entwicklung: Grafik über 40fache Zunahme der Grundgebühr zahlenden Hörer in den Jahren 1927-1939.Maskottchen von Radio Rumänien (undatiert, Zwischenkriegszeit)zur-geschichte-des-rumaenischen-rundfunks-und-seiner-auslandssendungen

Hier können Sie über die Anfänge des Rumänischen Rundfunks sowie über die Geschichte seiner Auslandssendungen nachlesen. Und in der Fotostrecke einen nostalgischen Blick auf frühere Zeiten werfen. Klicken Sie die Titel der einzelnen Kapitel an, um direkt zum gewünschten Inhalt zu gelangen. Der „Zurück-zum-Inhalt“-Button unter jedem Kapitel führt wieder nach oben.

INHALT

I. Die Anfänge mit Experimentalsendern: 1927-1928

II. Geburtsstunde des Rundfunks: 1. November 1928

III. Erste Sendungen für das Ausland (1930er Jahre)

IV. Radio Rumänien während des Zweiten Weltkriegs (1938-1944)

V. Auslandssendungen während des Kalten Kriegs (1950-1989)

VI. Radio Rumänien International nach 1989

VII. Neue Sendesprachen, neue Brücken für den Dialog (1991-1999)

VIII. Radio Rumänien International heute

I. Die Anfänge mit Experimentalsendern: 1927-1928

Im Jahr 1927 baute man in den Labors des Elektrotechnischen Instituts der Bukarester Universität den ersten rumänischen Radiosender, der offiziell in Betrieb ging. Es war bereits der dritte Versuch dieser Art.

Der Sender strahlte auf der Wellenlänge 280 m mit einer Leistung von 200 W aus und identifizierte sich im Äther mit Ansagen auf rumänisch, französisch, deutsch und italienisch. Der Senderadius betrug etwa 1.000 km, somit konnte Radio Bukarest auch im europäischen Ausland und in Nahost empfangen werden.

Die ersten musikalischen Übertragungen stammten von der Rumänischen Oper und aus dem Rumänischen Athenäum und im Winter des Jahres 1927 erklangen Beethovens Symphonien auf dieser Wellenlänge.

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II. Geburtsstunde des Rundfunks: 1. November 1928

Am 1. November 1928 strahlte der Rumänische Rundfunk seine ersten Signale in den Äther aus. Die erste offizielle Sendung begann mit einer Ansprache Professor Dragomir Hurmuzescus, eines rumänischen Physikers und Radiopioniers, der später Vorsitzender des Verwaltungsrats der „Rumänischen Gesellschaft für Radiotelephonische Übertragung“ wurde. Die Worte „Hallo, hallo, hier spricht Radio Bukarest“ gelten als der erste Babyschrei des Rumänischen Rundfunks.

 

Am 19. Juni 1928 erwarb der Rundfunk das Gebäude in seiner ursprünglichen Form in der General-Berthelot-Straße Nr. 60 von Frieda Rubinstein, der Ehegattin des Bankiers Alfred Rubinstein. Der erste Konzertsaal des Rumänischen Rundfunks stammt aus dem Jahr 1930 – am 21. März desselben Jahres wurde die Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini aus dem Studio übertragen. Zwei Jahre später, am 11. Februar 1932, wurde der Große Konzertsaal eingeweiht. Das ursprüngliche Gebäude des Rumänischen Rundfunks war im modernistischen italienischen Baustil und wirkte damals wie ein kleiner Palast in der Straße mit überwiegend alten, bescheidenen Häusern mit Hof und Weinlaube.

Während des 2. Weltkriegs wurde beginnend mit dem 22. April 1944 ein Teil der Sendeanlagen evakuiert und in sicherere Unterkünfte gebracht. Trotzdem gingen die Sendungen des Rumänischen Rundfunks ununterbrochen weiter. Am 24. August 1944 wurde das Gebäude in einem Bombardement der deutschen Luftwaffe zerstört. Nach dem Krieg errichtete man ein neues Gebäude, das am 27. November 1952 bezogen wurde.

Heute besteht der Rumänische Rundfunk aus drei aneinandergereihten und miteienander verbundenen Gebäuden, die sämtliche öffentlich-rechtliche Zentralsender (Radio România Actualităţi, Radio România Cultural, Radio 3net, Radio România Muzical, Antena Satelor, Radio România Internaţional und Radio România Regional) und die dazugehörenden Sende- und Aufnahmestudios, den Verlag „Casa Radio“, die eigene Nachrichtenagentur RADOR sowie den 10.000 m2 großen Konzertsaal „Mihail Jora“ beherbergen.

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III. Erste Sendungen für das Ausland (1930er Jahre)

Schon die ersten experimentellen Sendungen waren auch fürs Ausland gedacht. Im Jahr 1932 konnte man die Sendungen des Rumänischen Rundfunks sogar in Australien empfangen. Zwei Jahre zuvor hatte das rumänische Konsulat in Palästina den Behörden in Bukarest das Ansuchen vieler Menschen aus dem Nahen Osten übermittelt, Radio Bukarest möge auch Sendungen in französischer Sprache ausstrahlen.

Die ersten offiziellen Sendungen in Fremdsprachen wurden Anfang der 1930er Jahre konzipiert und waren als Informationsquelle für das Corps Diplomatique gedacht. Sie bestanden aus kurzen Info-Meldungen, zunächst in französischer und englischer Sprache, später auch auf italienisch und deutsch, über „die Reichtümer, die Wirtschaft, die Kultur und das Schaffen Rumäniens“. Die Sendungen in Fremdsprachen wurden eine Viertelstunde vor Mitternacht und damit kurz vor Sendeschluss ausgestrahlt.

Der 12. Februar 1939 gilt als Geburtstag der rumänischen Radiosendungen für Übersee. An diesem Tag wurde eine kompexe Sendung über Rumänien ausgestrahlt, die als Zielgebiet die USA hatte. Die Zeitschrift „Universul Radio“ schrieb damals, dass die Sendung „als Werbung für die Teilnahme Rumäniens an der Weltausstellung in New York“ konzipiert worden sei. Am 19. Februar 1939 wertete die Zeitschrift „Radio-Adevărul“ diese Sendung als ein „epochales Ereignis“. Sie beinhaltete Interviews und Musik und wurde von mehreren amerikanischen Sendern übernommen und ausgestrahlt.

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IV. Radio Rumänien während des Zweiten Weltkriegs

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hat einen Anstieg und eine Auffächerung der Informationen aus Rumänien in den Auslandssendungen in Fremdsprachen mit sich gebracht.

Neben den Sendungen in deutsch, französisch, englisch und italienisch kommen noch andere in griechisch, türkisch, serbisch, russisch und später (1941-1942) in ukrainisch hinzu. In der Kriegszeit hatten diese Sendungen einen ausgeprägt propagandistischen Charakter, zur Unterstützung der militärischen Operationen und politischen Handlungen Rumäniens sowie zur Unterstützung der Achsenmächte, vorrangig Deutschlands, mit denen Rumänien verbündet war.

Am 23. August 1944 wechselte Rumänien die Fronten und schloss sich den Alliierten an. Ende 1944 wurde ein neuer Sender namens „Dacia Romana“ ins Leben gerufen, der in fünf Sprachen ausstrahlte: Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch und Ungarisch. Der Krieg war noch nicht zu Ende. Einem Beschluss des Verwaltungsrates zufolge hatte der Sender den Auftrag, „sich für den Eintritt Rumäniens in die Vereinten Nationen einzusetzen und den wirtschaftlichen Wiederaufbau Rumäniens sowie die Demokratisierung des Landes zu präsentieren“.

Die Studios im Funkhaus in der General-Berthelot-Straße fielen am 24. August 1944 einem deutschen Bombenangriff zu Opfer. Provisorisch wurden die Sendungen dann aus dem naheliegenden Sankt-Sava-Gymnasium ausgestrahlt. Für den Sender „Dacia Romana“ hat man damals ein spezielles Studio im Festsaal dieser Schule eingerichtet.

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V. Auslandssendungen während des Kalten Kriegs (1950-1989)

Das nach dem Krieg an die Macht gehievte kommunistische Regime markierte auch die Geschichte des Rumänischen Rundfunks dramatisch. Im Kalten Krieg und hinter dem Eisernen Vorhang wurden die Sendungen für das Ausland zum Propaganda-Instrument degradiert. Trotzdem beinhalteten die Sendungen auch brauchbare bis genießbare, von der Zensur weniger bestimmte Inhalte über Freizeit und Tourismus, Kultur, Musik und Sport.

Die erste Sendung in rumänischer Sprache für das Ausland ereignete sich am 10. Juli 1950 und wurde über Kurzwelle übertragen. Die Sendungen dauerten jeweils 30 Minuten, Zeitzeugen berichten, dass die Redaktion die Crème de la Crème der rumänischen Rundfunk-Journalisten der damaligen Zeit vereinte, in einem Versuch der kommunistischen Machthaber, die Propaganda zu „humanisieren“. Ziel dieser Politik war es, die Exil-Rumänen, die überwiegend antikommunistisch gesinnt waren, zumindest teilweise freundlicher zu stimmen.

Während der nächsten Jahre wird auch die „Rumänische Sendung für die USA“ gegründet. Ausschlaggebend hierfür war die Tatsache, dass in den USA die zahlenmässig größte rumänische Exilgemeinde lebte. Am 15. Dezember 1955 lief diese Sendung parallel zur regulären Sendung in rumänischer Sprache für das Ausland, die sich „Glasul Patriei“ („Stimme der Heimat“) nannte. 1955 war zudem das Jahr, in dem Rumänien in die UNO aufgenommen wurde. Die Leitung dieser Unterredaktion übernahm ein erfahrener Journalist namens Leon Sărăţeanu. Am 12. April 1958 wird die rumänische Sendung für die USA der Sendung „Glasul Patriei“ einverleibt, die nun ihre Programme geographisch für Westeuropa und die USA auffächert.

Die Geschichte der französischen Abteilung nach dem Zweiten Weltkrieg hat mit Frau Andrée Fleury begonnen, die im ehrwürdigen Alter von 100 Jahren und 5 Monaten verstarb. Einigen unserer Hörer könnte ihre Stimme noch bekannt sein. Es hat nicht wenige Journalisten in der französischen Abteilung bei Radio Bukarest gegeben, die ihre Hörfunkkarriere bei anderen bekannten Sendern der Welt fortgesetzt haben, darunter bei Radio France, RFI und Radio Freies Europa. Prominente Beispile sind Elena Murgu und Alain Paruit.

In der englischen Sendung haben die Nachkriegsprogramme mit dem Ehepaar Max und Edith Eisinger begonnen, die in England studiert hatten. Sie waren leidenschaftliche Radiomacher. Ihnen folgte die renommierte Radiojournalistin Catinca Ralea. Eine weitere berühmte Stimme im englischen Programm war jene von Alexandru Fole. Zu Beginn der sechziger Jahre leitete Eugen Preda die englische Abteilung. Er wurde später der erste Intendant der Rumänischen Rundfunkgesellschaft nach dem Sturz des Kommunismus im Jahr 1989. Bemerkenswert in der journalistischen Arbeit der englischen Redaktion sind die vielen Interviews, die Catinca Ralea mit bekannten Persönlichkeiten führte, darunter mit den Schriftstellern Saul Bellow, William Saroyan, Alvin Toffler und Iris Murdoch, mit den berühmten Musikern Yehudi Menuhin und Arthur Rubinstein, mit dem Bildhauer Henry Moore, mit den Politikern Margaret Thatcher und Edward Kennedy.

In den 1950er Jahren hatte es bei Radio Bukarest Sendungen in russischer Sprache für die sowjetische Armee und für sowjetische Experten gegeben. Nach dem Abzug der Armee in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre hat man auf diese Sendungen verzichtet. Gleich danach hat der Programmaustausch von Sendungen mit Radio Moskau begonnen. Es waren die gleichen Sendeaustausche, die das sowjetische Radio mit der Mehrheit der Ostblockstaaten hatte. Die Programme wurden in Bukarest aufgenommen, anschließend nach Moskau geschickt und dort zweimal wöchentlich ausgestrahlt.

Die deutsche Abteilung der Auslandssendungen erfreute sich in all diesen Jahren der Zusammenarbeit renommierter Journalisten. Genannt seien die rumäniendeutschen Schriftsteller Alfred Margul Sperber und Franz Johannes Bulhardt und die Schauspielerin Margot Göttling, die am Wiener Theaterinstitut ausgebildet wurde. In der deutschen Abteilung hat es begnadete Sprecher und Moderatoren gegeben, wie Ingrid Kloos, Heidemarie Papp, Rosemarie Giuchici, Erwin Sacher, Otto Schneider und Ilse Borcea, sowie begabte Redakteure wie Richard Lang, Helmuth Lehrer und Jürgen Salzer. Eine Generation folgte der anderen, sechs oder noch mehr müssen es gewesen sein.

Die Sendung in griechischer Sprache wurde 1950 eingeführt. Am Anfang haben in der Redaktion vor allem politische Flüchtlinge aus Griechenland gearbeitet. Dem ersten Team gehörten Elena Papadopoulos, Panas Panaitopoulos, Egon Steindler Petraru und Filareti Folea an.

Die Sendung in Jiddisch wurde 1950, zu erst als Teil der Redaktion für Nationale Minderheiten gegründet. Ein Jahr später wechselt diese zu den Auslandssendungen über. Manche Zeitzeugen behaupten, die Sendung sei 1955 eingestellt worden. Der Historiker Eugen Denize ist jedoch der Auffassung, diese habe noch im Jahre 1957 bestanden und zählt sie unter den 11 Fremdsprachen auf, in denen der rumänische Auslandsrundfunk damals sendete: Russisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch, Türkisch, Farsi, Jiddisch, Griechisch und Serbisch.

Mit der Zeit wurde das Angebot an Sendungen immer reicher, immer vielfältiger. 1952 wurden bei Radio Bukarest die Sendungen in italienischer Sprache wiederaufgenommen. Das geschah durch die Stimmen der beiden sympatischen Italiener Ugo Merola und Walter Bencivenga; danach kam der jugendliche Elan von Florin Velcu hinzu, der hier fünf Generationen von Redakteuren eine Stütze war. „Die Programme haben 1952 begonnen, mit je drei Sendungen am Tag“, erinnert sich Florin Velcu.

1955 war das Jahr, in dem die Sendungen in portugiesisch aufgenommen wurden. Die ersten Programmgestalter waren zwei portugiesische Studenten, in Zusammenarbeit mit der jungen rumänischen Studentin Angela Mocanu. Kurz darauf kamen José und Teresa Ramos hinzu, die gleich nach der Nelkenrevolution von 1974 in ihre Heimat zurückkehrten.

Die Anfänge der Sendungen in spanisch liegen am 15. März 1955 zurück, um genau 20 Uhr Bukarester Zeit. Zu Beginn wurden die spanischen Sendungen praktisch von Hortensia Roman gestaltet, die nach dem Bürgerkrieg in Spanien nach Rumänien geflüchtet war. (Sie war die Mutter Petre Romans, des ersten Ministerpräsidenten Rumäniens nach dem Sturz des kommunistischen Regimes im Dezember 1989).

Die serbische Abteilung nahm ihre Programme 1956 mit dem Priester Ghena Petrov auf. Die Sendungen, die Anfangs gegen das als „deviationistisch“ eingestufte nationalkommunistische Tito-Regime, dem sogenannten „Titoismus“ gerichtet waren, änderten sich mit der Zeit, nach dem Kurswechsel in der Politik, zu einer „Brücke der rumänisch-jugoslawischen Freundschaft“.

Am 15. Juli 1957 wurde die türkische Abteilung ins Leben gerufen. Zu den Gründern dieser Redaktion gehörte Melike Roman. Die Programme in türkischer Sprache sind am 27. März 2004 eingestellt worden, zusammen mit jenen in bulgarischer, griechischer, ungarischer und portugiesischer Sprache.

Am 17. September 1957 erklang zum ersten Mal die Ansage „Hier spricht Radio Bukarest“ auf farsi (persisch). Die direkte und herzliche Hilfe der Flüchtlingsfamilie Saidi Masud ermöglichte damals das erste Farsi-Programm des Rumänischen Rundfunks. Im Frühling 2000 wurde die Sendung aus objektiven Gründen eingestellt – es gab keine neue Generation Farsi sprechender Redakteure, die die Jahrzehnte lange Arbeit des ersten Redaktionsteams fortsetzen konnte.

Die arabische Redaktion begann seine Sendungen am 5. April 1961. In den kommenden Jahren, insbesondere in den 1960ern und 1970ern, wurden die arabischen Sendungen aufgrund der Kooperationspolitik Rumäniens mit den arabischen Staaten und Israel verstärkt. Damals bemühte sich Rumänien, einen Beitrag zum Friedensprozess im Mittleren Osten zu leisten. Zu den Gründungmitgliedern der arabischen Abteilung gehörten Nader Karajoli und seine Frau Suleima Samman.

1975 wurde die Russische Redaktion gegründet, die am 15. Dezember desselben Jahres ihre ersten Sendung produzierte und über Kurzwelle ausstrahlte. Rumänien wurde somit das erste Land des Warschauer Paktes, das eine Radiosendung in russischer Sprache ausstrahlte, deren Inhalte nicht von Moskau bestimmt wurden. Rumänien hatte sich in den damaligen Jahren in Außenpolitik und Wirtschaftsplänen von der Sowjetunion distanziert und verfolgte einen eigenen Kurs im Ostblock. Moskau hat in der Folge mehrfach – und erfolglos – versucht, Bukarest zu überzeugen, die Sendungen in russisch einzustellen.

Eine Präsentationsbroschüre der rumänischen Rundfunkanstalt aus dem Jahr 1982 umfasste eine Statistik über die Programme des Auslandsdienstes des öffentlichen Hörfunks. Dieser Statistik zufolge sei im Vergleich zu 1961 die Anzahl der übertragenen Sendestunden im Jahr von 8.570 (514.200 Minuten) auf 10.807 Stunden (684.420 Minuten) gestiegen. Nach Sendesprachen detailliert liest sich die Statistik folgendermaßen: das arabische Programm (mit 120 Sendeminuten am Tag), das englische Programm (mit 375 Sendeminuten am Tag), das französische Programm (mit 165 Sendenminuten am Tag), das deutsche (mit 105 Sendeminuten am Tag), das griechische (mit 60 Sendeminuten am Tag), das persische (mit 60 Sendeminuten am Tag), das italienische Programm (mit 120 Sendeminuten am Tag), das portugiesische (mit 60 Sendeminuten am Tag), das russische (mit 75 Sendeminuten am Tag), das rumänische (mit 180 Sendeminuten am Tag), das serbische (60 Sendeminuten am Tag), das spanische (mit 270 Sendeminuten am Tag), das türkische (mit 60 Sendeminuten am Tag) und die Sendung „Tourismus und Musik“, eine mehrsprachige 30-minütige Tourismusrubrik auf englisch, französisch und deutsch.

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VI. Radio Rumänien International nach 1989

Nach der antikommunistischen Revolution vom Dezember 1989 wurde aus Radio Bukarest Radio Rumänien International, eine Verjüngung des Personals vollzieht sich rasch und der Auftrag bekam andere Dimensionen: der Wiederanschluss Rumäniens an die demokratische Staatengemeinschaft und die Wiederherstellung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Rumänien und den Auslandsrumänen.

Im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts haben sich bei Radio Rumänien International drei Redaktionen herauskristallisiert, die das jeweilige Zielpublikum versorgten: die Redaktion „Radio Rumänien Live“ für die im Ausland lebenden Rumänen, die Redaktion „Open Radio“ mit Programmen in arabisch, chinesisch (gegründet 1999), englisch, französisch, deutsch, italienisch, portugiesisch und spanisch (die Sendungen der persischen Redaktion mussten wegen Personalmangels eingestellt werden) und die Redaktionsgemeinschaft „Hertzsche Brücken“ mit den Sendungen in bulgarisch, ungarisch, ukrainisch, die sich vorrangig an die Nachbarländer wendeten.

Die Programme in diesen zuletzt genannten Sendesprachen wurden nach 1990 eingeführt, um den Dialog mit den Nachbarländern zu fördern. Derselben Redaktion gehörten noch der griechische, türkische, griechische uns serbische Dienst an. Außerdem wurden die Sendungen in aromunisch ins Leben gerufen. Aromunisch ist ein am Südbalkan verbreitetes romanisches Idiom, das dem Rumänischen sehr nahe steht und von vielen Linguisten daher als Dialekt der Rumänischen Sprache erachtet wird.

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VII. Neue Sendesprachen, neue Brücken für den Dialog (1991-1999)

Am 23. März 1991 hat Radio Rumänien International seine Sendungen für die sprachlich verwandten Aromunen am Südbalkan aufgenommen. Somit wurde der zeiltweilig unterbrochene Dialog mit dieser Volksgemeinschaft wiederaufgenommen.

Die erste Sendung in ungarisch wurde am 14. August 1993 ausgestrahlt, auf Grund des akuten Bedarfs Rumäniens und Ungarns, gegenseitige, vor allem historische Fragen und Meinungsverschiedenheiten mit Hinblick auf eine gemeinsame europäische und euroatlantische Zukunft zu überwinden. Diese Sendung sollte nach 11 Jahren, am 27. März 2004 eingestellt werden.

Sendungen in ukrainischer Sprache sind aus Bukarest bereits während des Zweiten Weltkriegs ausgestrahlt worden, doch als das eigentliche Geburtsdatum der ukrainischen Sendungen wird der 25. September 1994 angesehen. Die Programme sind auf das Bedüfrnis zurückzuführen, den Dialog zwischen den Nachbarstaaten zu stärken.

Die Sendungen in bulgarischer Sprache sind ab 1. Dezember 1995 vor dem Hintergrund der demokratischen Entwicklungen in Rumänien und Bulgarien produziert worden, mit dem Zweck, die beiden Länder näher zu bringen und ein besseres gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen. Die letzte Sendung in bulgarischer Sprache wurde am 27. März 2004 ausgestrahlt.

Am 1. Oktober 1999 produzierte Radio Rumänien International die erste Sendung in chinesisch. Im Chinesischen Dienst arbeiten auch in Rumänien ansässige Chinesen. Einen bedeutenden Beitrag zur Ausbildung der neuen Mitarbeiter hatten Experten in chinesischer Sprache, darunter Yang Shunxi, ehemaliger Professor für Rumänisch an der Pekinger Universität, sowie unsere Kollegen von Radio China International in rumänischer Sprache Li Jiayu und Shen Qinchen.

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VIII. Radio Rumänien International heute

RRI 1 sendet heute rund um die Uhr Programme in rumänischer Sprache und dreimal täglich jeweils 30 Minuten im aromunischen Idiom. Insgesamt kommt man damit auf 9.300 Sendestunden im Jahr.

RRI 2 sendet in 10 Fremdsprachen (Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Serbisch, Russisch und Ukrainisch). Im Schnitt strahlt Radio Rumänien 25,5 Stunden am Tag Sendungen in Fremdsprachen aus, im Jahr hochgerechnet sind es ebenfalls über 9.300 Stunden.

Insgesamt sendet Radio Rumänien International somit über Kurzwelle, Mittelwelle und UKW, aber auch via Satellit und im Internet ca. 54 Stunden täglich oder 18.600 Stunden im Jahr. Das entspricht wiederum 775 Tagen im Jahr.

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