Nachrichten 27.09.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 27.09.2026, 22:09
Im Kreis Tulcea (Südostrumänien, an der Grenze zur von russischen Truppen überfallenen Ukraine) ist erneut Luftalarm ausgelöst worden. In der vergangenen Nacht wurde die Bevölkerung per RO-ALERT-Nachricht gewarnt, nachdem das Radarsystem des Verteidigungsministeriums ein nicht identifiziertes Luftziel im Gebiet der Ortschaft Chilia Veche nahe der Flussgrenze erfasst hatte. Zwei F-18-Kampfflugzeuge der spanischen Luft- und Weltraumstreitkräfte, die im Rahmen des verstärkten Air Policing im Einsatz sind, sowie ein Hubschrauber IAR-330 SOCAT der rumänischen Luftstreitkräfte stiegen auf, um die Lage zu beobachten. Den Radarsignalen zufolge drang das Luftziel für einige Minuten in den rumänischen Luftraum ein.
Die Fachausschüsse des rumänischen Parlaments beginnen am Montag mit der Anhörung der Minister, die der designierte Premierminister, der PNL-EVP-Europaabgeordnete Siegfried Mureșan, vorgeschlagen hat. Das Kabinett soll aus 16 Ministern bestehen: sieben von der PNL, fünf von der USR, drei von der UDMR sowie ein Parteiloser, den alle drei Parteien unterstützen. Drei von ihnen sind zugleich stellvertretende Premierminister. 10 der 16 Kandidaten gehören bereits der derzeitigen, abgesetzten Regierung des Liberalen Ilie Bolojan an. Die PNL behält dieselben Minister in folgenden Ressorts: Finanzen (Alexandru Nazare), Bildung (Mihai Dimian), Investitionen und Europäische Projekte (Dragoș Pîslaru). Ebenfalls von den Liberalen übernimmt die derzeitige Vizepremierministerin Oana Gheorghiu das Gesundheitsressort. Nach kurzen Pausen kehren Raluca Turcan als Arbeitsministerin und Sebastian Burduja als Energieminister in ihre Ämter zurück. Neu ist der derzeitige Senatspräsident Mircea Abrudean als Innenminister und Vizepremier. Er ersetzt den langjährigen Minister Cătălin Predoiu, der sich zuletzt gegenüber Bolojans Politik zurückhaltend gezeigt hatte. Auch die USR behält vier Minister in ihren bisherigen Ämtern: Verteidigung (Radu Miruță, zugleich Vizepremier), Umwelt (Diana Buzoianu), Äußeres (Oana Țoiu), Wirtschaft (Irineu Darău). Außerdem kehrt Cătălin Drulă als Verkehrsminister zurück. Die UDMR behält zwei der amtierenden Minister: Cseke Attila (Entwicklung) und Tánczos Barna (Landwirtschaft, zugleich Vizepremier). Kulturminister wird Otvos Koppany anstelle des unbeliebten Demeter András. Für das Justizressort schlägt Mureșan die frühere, parteilose Richterin Andreea Chiș vor. Am Mittwoch soll Mureșans Team im gemeinsamen Plenum beider Parlamentskammern das Vertrauensvotum erhalten.
Fast die Hälfte der Rumänen gibt allen Politikern die Schuld an der aktuellen politischen Lage, und 88 % meinen, dass sich Rumänien in die falsche Richtung bewegt. Das ergab eine neue Umfrage der Gruppe für sozial-verhaltenswissenschaftliche Studien Avangarde. Wer ist schuld an der aktuellen politischen Lage? Alle Politiker 49 %, PNL 21 %, PSD 11 %, Präsident Nicușor Dan 8 %, AUR 3 %, USR 3 %. Zugleich halten 88 % der Befragten die Richtung, in die sich Rumänien bewegt, für falsch, 8 % sind anderer Meinung. Die größten Sorgen für die kommende Zeit: eine mögliche Wirtschaftskrise 31 %, die Zukunft der Kinder 20 %, eine Eskalation des Krieges im benachbarten Land Ukraine 18 %, gesundheitliche Probleme 11 %, Hass in der Gesellschaft 11 %. Fänden am kommenden Sonntag Parlamentswahlen statt, würden die Stimmen so verteilt: AUR 36 %, PSD 23 %, PNL 16 %, USR 8 %, UDMR 5 %. Die übrigen Parteien würden die für den Einzug ins Parlament erforderliche Fünfprozenthürde verfehlen.
Rumänien steht in der kommenden Woche vor einer neuen Prüfung seines Länderratings, und zwar in einem wichtigen Moment für die Bildung der künftigen Regierung, wie die Bukarester Medien berichten. Das Parlament soll am Mittwoch über das vom designierten Premierminister Siegfried Mureșan vorgeschlagene Kabinett abstimmen. Am Freitag, dem 2. Oktober, veröffentlicht die Ratingagentur Standard & Poor’s ihren Länderbericht. Die Delegation der Agentur ist bereits in Bukarest und führt Gespräche mit rumänischen Regierungsvertretern. Der geschäftsführende Premierminister Ilie Bolojan erklärt, die öffentlichen Finanzen befänden sich auf einem Konsolidierungskurs. Der geschäftsführende Finanzminister Alexandru Nazare nennt den Haushaltsvollzug und die Fortsetzung der Haushaltskonsolidierung als Rumäniens wichtigste Argumente. Es geht darum, das Rating im Bereich „Investment Grade“ zu halten, von dem die Finanzierungskosten und das Vertrauen der Investoren abhängen. Im Sommer hatten die Ratingagenturen Fitch und Moody’s Rumäniens Rating im Investment-Grade-Bereich bestätigt.