Nachrichten 12.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Dora Mihălcescu, 12.10.2026, 18:18
Die Bevölkerung Rumäniens schrumpft weiter. Im August starben fast 1,4-mal so viele Menschen, wie Kinder geboren wurden. Das geht aus den heute veröffentlichten Daten des Nationalen Statistikamtes hervor. Im Berichtsmonat kamen mehr als 13.000 Kinder zur Welt, während die Zahl der Todesfälle bei über 18.000 lag. Mehr als 40 Prozent der Verstorbenen waren älter als 80 Jahre. Im August wurden in Rumänien außerdem rund 15.000 Ehen geschlossen.
Der designierte Ministerpräsident Luca Niculescu hat am Montag die Verhandlungen über die Bildung einer neuen Regierung wieder aufgenommen. Ziel ist es, dem Parlament am Donnerstag die Liste der Kabinettsmitglieder sowie das Regierungsprogramm vorzulegen. Im Gespräch mit Radio România erklärte Niculescu, dass das Land dringend eine voll handlungsfähige Regierung brauche. Dabei gehe es nicht um die Besetzung von Ämtern, sondern um konkrete Probleme, die den Alltag der Menschen in Rumänien unmittelbar beeinträchtigten. Zugleich appellierte Niculescu an die politischen Parteien, mehr Dialogbereitschaft zu zeigen und gemeinsam Verantwortung für eine Entscheidung zu übernehmen. Der designierte Regierungschef traf sich mit dem Vorsitzenden der USR, Dominic Fritz. Dieser bekräftigte, dass seine Partei keiner Regierung zustimmen werde, der Minister der PSD angehören. Die Sozialdemokraten macht er für die aktuelle politische Krise verantwortlich. Eine ähnliche Haltung vertritt die Nationalliberale Partei, die PNL. Sie erklärte allerdings, eine Regierungsbildung unterstützen zu können, um die Funktionsfähigkeit des Staates zu gewährleisten. Die Vertreter des Ungarnverbands UDMR sprachen sich erneut für eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit zwischen PSD und PNL aus. Darin sehen sie einen möglichen Weg zur Bildung einer parlamentarischen Mehrheit. Unterdessen erklärten die Sozialdemokraten, sie wollten die wirtschaftspolitische Ausrichtung Rumäniens verändern und eine klare Mehrheit im Parlament schaffen. PSD-Chef Sorin Grindeanu sagte, seine Partei ziehe auch vorgezogene Neuwahlen in Betracht, sollte es den politischen Kräften nicht gelingen, sich auf die Bildung einer neuen Regierung zu verständigen. Nach einem Treffen mit der Fraktion der nationalen Minderheiten erklärte Luca Niculescu schließlich, dass diese sich gegebenenfalls an einer Vereinbarung zwischen den politischen Parteien beteiligen werde.
Die rumänische Außenministerin Oana Țoiu nimmt am 12. und 13. Oktober am Warschauer Sicherheitsforum teil. Wie das rumänische Außenministerium in einer Mitteilung erklärte, wird Țoiu als Hauptrednerin an einer Podiumsdiskussion über die Zukunft Europas teilnehmen. Dabei werde sie betonen, dass die Erweiterung der Europäischen Union kein rein bürokratischer Prozess sei, sondern eine geostrategische Investition, die zur Stärkung von Demokratie und Wohlstand in der Region beitragen solle. Mit Blick auf die Sicherheit im Schwarzen Meer erklärte das Ministerium, die Freiheit der Schifffahrt sei ein Ziel, für das sich Rumänien in allen diplomatischen Foren entschieden einsetze. Darüber hinaus wird Oana Țoiu an der Veranstaltung „European Defence TownHall“ teilnehmen. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht die Zukunft der europäischen Verteidigungsarchitektur, heißt es in der Mitteilung. Am Montag hatte die geschäftsführende Außenministerin bereits in Luxemburg am Rat für Auswärtige Angelegenheiten der Europäischen Union teilgenommen. Auf der Tagesordnung standen die Sicherheitslage im Schwarzen Meer, hybride Bedrohungen sowie der Konflikt im Nahen Osten. Das teilte das Außenministerium in Bukarest mit.
Das Handelsbilanzdefizit Rumäniens ist in den ersten acht Monaten des Jahres auf 22 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus den heute veröffentlichten Daten des Nationalen Statistikamtes hervor. Damit lag das Defizit um mehr als 300 Millionen Euro über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die rumänischen Exporte beliefen sich von Januar bis August auf knapp 66 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um vier Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Die Importe legten um 3,4 Prozent zu und erreichten 88 Milliarden Euro.
Die NATO führt bis zum 14. Oktober ein Militärmanöver in Rumänien durch. Die Übung „Carpathian Arc 2026“ wird vom Hauptquartier des Multinationalen Korps Südost mit Sitz in Rumänien geleitet. Sie findet im Ausbildungszentrum Cincu in Zentralrumänien sowie an weiteren Militärstandorten im Land statt. Bei der multinationalen Übung kommt eine computergestützte Bewertung zum Einsatz. Ziel ist die erneute Zertifizierung der beteiligten Einheiten. Das Manöver steht im Zusammenhang mit den Beschlüssen des NATO-Gipfels von Madrid aus dem Jahr 2022. Damals vereinbarte das Bündnis, seine Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Dazu gehört auch, die multinationalen Kampfgruppen an der Ostflanke bei Bedarf zu Brigaden auszubauen. Frankreich beteiligt sich daran mit schnell verlegbaren militärischen Fähigkeiten und zusätzlichen Kräften zur Unterstützung der NATO-Kampfgruppe in Rumänien.
Die US-amerikanischen Wissenschaftler Robert Hall und Michael Woodford erhalten den Nobelpreis für Wirtschaft 2026. Sie werden für ihre Studien zu den mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilität ausgezeichnet. Das gab die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm heute bekannt. Im vergangenen Jahr teilten sich drei Forscher den Preis für ihre Arbeiten zum nachhaltigen Wachstum der Volkswirtschaften. Die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden waren bereits in der vergangenen Woche bekannt gegeben worden. Anders als die übrigen Nobelpreise war die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften nicht im Testament des schwedischen Chemikers und Philanthropen Alfred Nobel vorgesehen, der vor allem als Erfinder des Dynamits bekannt ist. Die Auszeichnung wurde 1968 von der schwedischen Zentralbank gestiftet und erstmals 1969 verliehen.