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Besorgnis um Energiepreise

Die rumänische Regierung bereitet Unterstützungsmaßnahmen für die von den steigenden Energiepreisen betroffenen Verbraucher vor.

Besorgnis um Energiepreise
Besorgnis um Energiepreise

, 17.09.2021, 11:32

Die rumänische Legislative hat eine Kommission eingesetzt, um die erheblichen Erhöhungen der Gas- und Strompreise zu untersuchen. Dabei wurde festgestellt, dass diese Erhöhungen dem Trend auf europäischer Ebene folgen. Die Energiepreise auf dem Festland haben ein Rekordniveau erreicht, das durch die Erdgasnotierungen und die Preise für grüne Zertifikate noch verstärkt wird. Ein weiteres europäisches Energieproblem sind die Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Einfuhr von Gas aus Russland, da die europäischen Vorkommen nur zu 70 % ausgelastet sind.



Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans, erklärte, die Rekordpreise für Strom in den Mitgliedsländern seien ein Beweis dafür, dass die Union sich von fossilen Brennstoffen verabschieden und den Übergang zu grüner Energie beschleunigen müsse. Andererseits stellte er fest, dass die Preise für fossile Brennstoffe zwar stark gestiegen seien, die Kosten für die Erzeugung erneuerbarer Energien jedoch niedrig und stabil blieben. Europäische Länder wie Italien, Spanien und Griechenland haben auf die steigenden Energiepreise reagiert und bereits Unterstützungsma‎ßnahmen angekündigt, damit die Menschen die Rechnungen tragen können.



Auch in Bukarest will die Exekutive den privaten Haushalten helfen, ihre Strom- und Gasrechnungen zu bezahlen. Nach dem Entwurf einer Notverordnung, der am Mittwoch in erster Lesung analysiert wurde, würde der Staat den Strompreis mit 18 Bani (3,6 Eurocents) pro KWh und die Erdgasrechnung mit 25 % ausgleichen. Haushalte, die zwischen 30 und 200 Kilowattstunden Strom pro Monat und zwischen 100 und 1.200 Kubikmeter Erdgas pro Jahr verbrauchen, kommen in den Genuss der Unterstützung, indem sie einen Teil der Versorgungsrechnungen bezahlen. Für Strom wird ein durchschnittlicher Preis von 82 Bani (16 Eurocent) pro Kilowattstunde zugrunde gelegt, und für jede hundert Kilowattstunde wird die Rechnung um 18 Lei (etwa 3,6 Euro) billiger.



Die Regierung hat auch die Möglichkeit einer Deckelung des Erdgaspreises in Betracht gezogen. Premierminister Florin Cîţu sagte, dies dürfe die Investitionen in der Wirtschaft nicht beeinträchtigen, und die Ma‎ßnahme erfordere Gespräche mit dem Wettbewerbsrat und der Europäischen Kommission. Nach Ansicht des Energieministers Virgil Popescu würde die Obergrenze ausländische Investitionen in Rumänien in die Stromerzeugung und die Erdgasförderung behindern, da die betreffenden Unternehmen wüssten, dass sie nicht zum Marktpreis verkaufen können.



Von Seiten der Opposition kündigte die PSD an, dass sie in der nächsten Periode einen Gesetzentwurf zur Deckelung der Strom- und Erdgaspreise für Haushaltskunden als Übergangslösung vorlegen werde. Der stellvertretende PSD-Vorsitzende Mihai Tudose kritisierte die Mitte-Rechts-Regierung für die Liberalisierung des Energiemarktes zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, da die Produktion weit unter der nationalen Erzeugung liegt.

Symbolbild (Fotoquelle: pixabay.com)
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