Nachrichten 07.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 07.10.2026, 15:40
REGIERUNGSBILDUNG: Der designierte rumänische Ministerpräsident, der Diplomat und frühere Journalist Luca Niculescu, hat die Parlamentsparteien zu Gesprächen über die Bildung einer Mehrheit eingeladen. Damit sollen offiziell die Verhandlungen über eine neue Regierung beginnen. Niculescu hat zehn Tage Zeit, ein Kabinett zu bilden.
Präsident Nicușor Dan hat ihm grünes Licht für Verhandlungen über eine politische, eine technokratische oder eine gemischte Regierung gegeben.
„Wir müssen bewahren, was funktioniert, und korrigieren, was nicht funktioniert. Ich werde berücksichtigen, was die Parteien in den kommenden Tagen sagen. Sie haben unterschiedliche Prioritäten, und das ist völlig normal. Meine Aufgabe ist es, sie in einem realistischen Programm zusammenzuführen“, erklärte Luca Niculescu am Mittwoch in den Social Media.
Viele politische Analysten bezweifeln, dass Niculescu im Parlament bestätigt wird. Wirtschaftsexperten halten ihm zudem mangelnde Erfahrung in Finanzfragen vor.
Niculescu ist bereits der vierte Kandidat, den Präsident Dan für das Amt des Ministerpräsidenten nominiert hat. Zuvor war am 5. Mai die von dem Liberalen Ilie Bolojan geführte Koalitionsregierung durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden.
STROMPREISE: Rumänien muss sich auf einen Winter und Frühling mit sehr hohen Strompreisen einstellen. Davor warnt Cristian Bușoi, Staatssekretär im Energieministerium.
Das Land stehe bei der Deckung seines Strombedarfs vor der schwierigsten Situation seit Jahrzehnten, sagte Bușoi. Die Reaktoren des Kernkraftwerks Cernavodă im Südosten Rumäniens sollen wegen des niedrigen Wasserstands der Donau frühestens am 15. Oktober wieder in Betrieb gehen.
Rumänien werde zudem von den steigenden Strompreisen auf dem europäischen Markt betroffen sein. Dort werden Rekordpreise erwartet, sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen und die Straße von Hormus geschlossen bleiben.
Bușoi betonte allerdings, dass Rumänien derzeit keine Einschränkungen für große industrielle Stromverbraucher verhängen müsse – auch nicht in den Abendstunden.
GESPRÄCHE: Rumäniens Präsident Nicușor Dan hat mit dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, über das für den 15. und 16. Oktober geplante Treffen des Europäischen Rates telefonisch gesprochen.
„Die Tagesordnung ist sehr umfangreich. Wir haben viele wichtige Themen zu beraten – von der Stärkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und den Energiepreisen bis zum künftigen EU-Haushalt“, schrieb das Staatsoberhaupt auf Facebook.
Rumänien strebe einen ambitionierten EU-Haushalt an, auch wenn dafür zusätzliche Mittel notwendig seien. Dieser müsse vor allem die Wettbewerbsfähigkeit und die Verteidigung stärken. Gleichzeitig blieben die Kohäsionspolitik und der Ausgleich zwischen den Regionen eine Priorität, so Nicușor Dan.
Auch die EU-Erweiterung sei Thema des Gesprächs mit António Costa gewesen. Rumänien unterstütze weiterhin nachdrücklich den Beitritt der Republik Moldau und der Ukraine. Dies würde die Sicherheit Rumäniens, der Region und des Schwarzen Meeres deutlich stärken, erklärte der Präsident.
EU-HAUSHALT: Die Europaabgeordneten beraten heute in Straßburg über den künftigen EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034.
Das Europäische Parlament fordert rund zehn Prozent mehr als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Damit sollen unter anderem die Verteidigung, die Kohäsionspolitik und die Landwirtschaft gestärkt werden.
Zur Finanzierung der zusätzlichen zehn Prozent schlagen die Abgeordneten neue EU-weite Abgaben vor. Betroffen wären große IT-Unternehmen, Online-Glücksspiele und Transaktionen mit Kryptowährungen.
Der künftige EU-Haushalt steht auch auf der Tagesordnung des Europäischen Rates in der kommenden Woche. Sechs Mitgliedstaaten wollen den Etat und damit auch ihre Beiträge reduzieren. 17 Länder, darunter Rumänien, sprechen sich dagegen für eine Aufstockung aus.
NATIONAL GEOGRAPHIC: Das Magazin National Geographic hat Rumänien in seine Liste der sechs schönsten Reiseziele für Oktober 2026 aufgenommen.
Empfohlen werden unter anderem die spektakuläre Landschaft der Südkarpaten, Siebenbürgen, Schloss Bran (Törzburg) und die Schwarze Kirche in Brașov (Kronstadt). Auch der mystische Wald Hoia-Baciu bei Cluj (Klausenburg) wird genannt, um den sich zahlreiche Geschichten über paranormale Erscheinungen ranken.
Noch vor Rumänien stehen New York, Madagaskar, Argentinien, Schottland und Ägypten auf der Liste.
NOBELPREIS: Der Nobelpreis für Chemie 2026 geht an den französischen Forscher Henri Kagan und den japanischen Wissenschaftler Kenso Soai. Ausgezeichnet werden sie für die Entdeckung nichtlinearer Effekte und der Autokatalyse bei der asymmetrischen organischen Synthese. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch bekannt.
Am Montag war der Nobelpreis für Medizin an die US-Amerikaner Karl Deisseroth sowie die Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel verliehen worden. Am Dienstag wurde der Belgier Francis Halzen mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.
Die Nobelpreise werden außerdem für herausragende Leistungen in Literatur, Frieden und Wirtschaft vergeben. Das Preisgeld wurde zuletzt auf zwölf Millionen schwedische Kronen erhöht – umgerechnet rund 1,21 Millionen US-Dollar.
Gestiftet wurde der Nobelpreis von dem schwedischen Chemiker und Unternehmer Alfred Nobel, der von 1833 bis 1896 lebte und vor allem als Erfinder des Dynamits bekannt ist.
WETTER: In Rumänien bleibt das Wetter am Mittwoch überwiegend freundlich. Die Höchsttemperaturen liegen mit 20 bis 28 Grad über den für diese Jahreszeit üblichen Werten.
In Bukarest wurden zur Mittagszeit 19 Grad gemessen.