Nachrichten 09.05.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 10.05.2026, 22:15
Rumänien feierte den Europatag mit einem klaren Bekenntnis zur europäischen Integration. Präsident Nicușor Dan hob hervor, dass die 20-jährige EU-Mitgliedschaft Rumäniens vor allem Modernisierung und eine deutliche Verbesserung des Lebensstandards gebracht habe. Im selben Zeitraum habe das Land 36 Milliarden Euro eingezahlt und 110 Milliarden Euro erhalten. Der Präsident betonte, Rumänien agiere heute glaubwürdig auf europäischer Ebene, verstehe es, Allianzen zu schmieden und seine Interessen zu vertreten – wie andere Mitgliedstaaten auch. Zugleich sprach er sich für eine faire, solide und gerechte Partnerschaft der EU mit den Vereinigten Staaten aus, die Rumänien ausdrücklich unterstütze.
Auch die Regierung begann den Feiertag mit einer symbolischen Geste: Der Regierungssitz wurde in den Farben der EU angestrahlt. In einer Mitteilung bekräftigte sie, die Union bleibe eine Gemeinschaft, die auf Frieden, Solidarität und wirtschaftlicher Entwicklung gründe und auf Wohlstand und Sicherheit ihrer Bürger ausgerichtet sei. Der amtierende Premierminister Ilie Bolojan bezeichnete die Modernisierung Rumäniens als „harten Kampf“. In Bukarest fand eine Kundgebung unter dem Motto „Ein einziger Weg – Europa“ statt, bei der die Veranstalter die EU-Zugehörigkeit als sicherste Garantie für Transparenz und Gerechtigkeit hervorhoben.
Laut aktuellem Eurobarometer sind 69 Prozent der Rumänen der Ansicht, ihr Land habe von der EU-Mitgliedschaft profitiert. In ganz Europa wächst die Zahl derer, die die Union als Stabilitätsanker in einer komplexen Welt betrachten, und die Unterstützung für eine gemeinsame Verteidigungs- und Sicherheitspolitik erreicht demnach ein historisches Hoch. Als größte wirtschaftliche Sorge auf nationaler Ebene nennen 41 Prozent der befragten Rumänen steigende Preise und Inflation. Zur Ukraine-Frage sprechen sich europaweit 76 Prozent für eine anhaltende Unterstützung bis zu einem gerechten und dauerhaften Frieden aus; bei den Rumänen befürworten 56 Prozent finanzielle und humanitäre Hilfe für Kiew, jedoch nur 45 Prozent die Finanzierung von Militärausrüstung.
Ebenfalls am Europatag gab das Präsidialamt bekannt, Rumänien lanciere den ersten nationalen Kooperationsrahmen für Künstliche Intelligenz im Justizwesen. Das Forum „Just.AI – Künstliche Intelligenz im Dienst des Justizwesens“, Teil der Veranstaltungsreihe „Europäische Woche im Cotroceni-Palast“, vereinte Vertreter aller Institutionen des Justizsystems – Gerichte, Staatsanwaltschaften, Strafverfolgungsbehörden – sowie Wissenschaft, Technologiesektor, Rechtsberufe und internationale KI-Experten. Das Forum schloss mit der Unterzeichnung des Memorandums „Just.AI“, das den ersten breiten institutionellen Kooperations- und strategischen Reflexionsrahmen zwischen den beteiligten Behörden und Organisationen auf nationaler Ebene besiegelt.