Nationalpark Rodna-Gebirge – Naturerlebnis und Traditionen in den rumänischen Karpaten
Im Norden Rumäniens gelegen, an der Grenze zwischen den Kreisen Maramureș und Bistrița-Năsăud, ist er der zweitgrößte Nationalpark des Landes.
Daniel Onea, 12.04.2026, 21:10
Seine globale Bedeutung wurde 1979 anerkannt, als ein Teil des Parks unter der Schirmherrschaft der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde. Für Liebhaber nachhaltiger Abenteuer stellen Ökotourismus und Reittourismus ideale Möglichkeiten dar, die Gegend zu erkunden. Besucher möchten häufig Reiseziele, die Ruhe, märchenhafte Landschaften, aber auch eine Rückkehr zu authentischen traditionellen Werten bieten. Der Nationalpark Rodna-Gebirge, eine grüne Brücke zwischen den Kreisen Bistrița-Năsăud und Maramureș, wird diesen Bedürfnissen in vollem Maße gerecht.
Im Unterschied zu anderen rein geografisch geprägten Reisezielen liegt in den Rodna-Bergen der Schwerpunkt auf dem Zusammenleben von Mensch und Natur. Nähere Einzelheiten gibt uns Mihaela Poll, Direktorin der Verwaltung des Nationalparks Rodna-Gebirge:
„Die Aktivitäten in der Gegend sind vielfältig. Obwohl es der zweitgrößte Nationalpark des Landes ist, steht die Gemeinschaft an erster Stelle. Derzeit gibt es über 110 aktive Sennhütten, und die Wanderweidewirtschaft wird seit über 100 Jahren beibehalten — die Menschen treiben jährlich ihre Tiere auf die Berge. Was die Naturschönheiten betrifft, ist die Zone sehr reich an Flora und Fauna. Hier findet man von den kleinsten Insekten bis hin zu Bären, Wölfen und Luchsen. Oben, auf dem Kamm des Rodna-Gebirges, leben Murmeltier-Familien, die das ganze Jahr über gesehen und gehört werden können. Ebenso können im Frühling und Sommer über 250 Gämse beobachtet werden. Die Flora umfasst Narzissen auf der Narzissenwiese, Rhododendren und endemische Pflanzen, weltweit einzigartig, die nur hier vorkommen — die bekannteste ist das Rodna-Leimkraut (Silene nivalis). Steigt man in die Täler hinab, wird die Landschaft durch Laub- und Nadelwälder ergänzt.“
Es gibt also eine bemerkenswerte Biodiversität, die mit der Schneeschmelze nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Wenn Sie einen Urlaub in der Osterzeit oder in den Sommermonaten planen, sollten Sie wissen, dass die Zugangsinfrastruktur großzügig ausgebaut und an alle Touristenkategorien angepasst ist. Man muss kein erfahrener Bergsteiger sein, um die frische Luft und die alpinen Ausblicke zu genießen. Hier sind die wichtigsten Eingangstore zum Park und die am leichtesten zugänglichen Routen. Mihaela Poll berichtet weiter:
„Der Zugang zum Rodna-Gebirge ist sowohl über den Kreis Bistrița-Năsăud als auch über Maramureș möglich. Der einfachste Zugang erfolgt von der Nationalstraße 18 aus, vom Prislop-Pass, von wo aus man sehr leicht den Știol-See erreicht. Von dort kann man auf den Gipfel des Berges aufsteigen, bis zum Gărgălău-Gipfel — dies ist eine der am leichtesten empfohlenen Routen. Zur berühmten Cascada Cailor (Pferdefallwasserfall) gelangt man bequem vom Kurort Borșa aus mit dem Sessellift. Ebenfalls an der Grenze des Parks befindet sich die internationale Skistation Borșa, die mit einer Gondelbahn ausgestattet ist. Diese führt von einer Höhe von 1.200 Metern auf 1.600 Meter und bietet einen sehr schönen Höhenunterschied sowie einen außergewöhnlichen Ausblick auf den Nationalpark Rodna-Gebirge, aber auch auf den Nationalpark Maramureș-Gebirge, an den er angrenzt.“
Neben dem Schauspiel der Höhen ist die Osterzeit der ideale Moment, um das kulturelle Erbe der Dörfer am Fuße der Berge zu entdecken. An den Feiertagen tragen die lokalen Gemeinschaften Volkstrachten, und die Touristen sind eingeladen, an den Gottesdiensten in den berühmten Holzkirchen der Maramureș teilzunehmen oder die stolze Trachten zu bewundern. Es ist eine seltene Verschmelzung von Naturschutz und Bewahrung der nationalen Identität — ein beständiges Bemühen, wie Mihaela Poll, Direktorin der Verwaltung des Nationalparks Rodna-Gebirge, erklärt:
„Über die Naturschönheiten und die Erhaltung der Biodiversität hinaus engagiert sich die Parkverwaltung aktiv auch für die Bewahrung der Traditionen. Sowohl im Gebiet von Bistrița als auch in dem von Maramureș ist die traditionelle Tracht identitätsstiftend. Ein Beispiel ist der Hut mit Pfauenfeder aus Bistrița-Năsăud, typisch für die Gemeinden Salva, Năsăud und Rebrișoara. In jeder angrenzenden Gemeinde findet man Handwerksmeister, die arbeiten: von Volkstrachten und Pfauenfederhüten bis hin zu Fassbindern und Holzhandwerkern. In der Maramureș sind die Meister bekannt, die traditionelle Häuser und die berühmten Klöster errichten. Das gastronomische Angebot ist ebenfalls großzügig — Touristen aus dem In- und Ausland haben die Garantie, dass sie nicht hungrig abreisen werden. Im Sommer können die Besucher auf der Sennhütte essen.“
Ein faszinierender Aspekt des Tourismus im Nationalpark Rodna-Gebirge ist die interaktive Seite. Man ist nicht bloß Zuschauer, sondern kann Teil der Geschichte des Ortes werden. Das Handwerk wird nicht nur in Vitrinen ausgestellt, sondern ist lebendig, wird tagtäglich von den Einheimischen ausgeübt, die ihre Geheimnisse gerne mit den Besuchern teilen.
„Die Interaktion mit den Handwerksmeistern ist für die Touristen leicht zugänglich, da die meisten von zu Hause aus arbeiten und ihre Gäste nach einem einfachen Telefonanruf mit großer Freude empfangen. Gleichzeitig organisiert die Parkverwaltung Workshops an ihrem Sitz in der Ortschaft Rodna. Hier haben die Mitarbeiter vor etwa drei Jahren ein kleines Museum eingerichtet, mit Gegenständen aus den eigenen Haushalten. Die Sammlung umfasst alte und neue Objekte, von Werkzeugen über Volkstrachten bis hin zu einem Webstuhl.“
Touristen können die offizielle Seite des Parks, parcrodna.ro, konsultieren, um den Zustand der Routen und die Zugangsvorschriften zu überprüfen. Ob Sie zum Wandern kommen oder um die Osterfeiertage zu verbringen — der Nationalpark Rodna-Gebirge erwartet Sie mit offenen Toren.