Unterwegs im Bistritzer Land
Der im nördlich-zentralen Teil Rumäniens gelegene Kreis Bistritz-Nassod ist ein wahres Tor zu den Sehenswürdigkeiten Siebenbürgens. Das Gebiet umfasst zahlreiche Naturschutzbereiche, Naturdenkmäler sowie Tourismus- und Kurorte. Der ideale Ausgangspunkt zur Erkundung der Region ist die Stadt Bistritz, die Kreihauptstadt. Für Besucher ist die strategische Lage der Stadt ein wesentlicher Vorteil, wie Răzvan Cerceja, Geschäftsführer des Intergemeinschaftlichen Entwicklungsverbandes „Tourismus in Bistritz-Nassod", erläutert.
Daniel Onea, 10.05.2026, 16:50
„Die Stadt Bistritz liegt genau in der Mitte des Kreises und bietet uns die Möglichkeit, jede Richtung zu wählen: Ost, West, Nord oder Süd. Diesmal würde ich zwei Richtungen vorschlagen. Wir müssen das historische Potenzial der Stadt und ihre reiche Vergangenheit erwähnen. Sie gehört zu Siebenbürgen, also zu den sieben befestigten Burgen der Sachsen. Die Stadt hat eine sehr bedeutende sächsische und deutsche Vergangenheit. Die aus der sächsischen Kultur überlieferte Architektur ist außerordentlich reizvoll. Es gibt Orte, an denen ganze Geschichten der Siebenbürger Sachsen erhalten geblieben sind – von Bauten und Gebäuden bis hin zu Befestigungsanlagen, Häusern und Kirchen. Wir haben also ein reichhaltiges Angebot für den Kulturtourismus.“
Der Kulturtourismus wird auch durch die einzigartige Stadtarchitektur der Gemeinde gestützt. Die historischen Fußgängerrouten wurden kürzlich revitalisiert. Răzvan Cerceja erläutert, wie diese Räume in eine Veranstaltung von großem Format integriert wurden.
„Bistritz ist als ‚Stadt der Passagen‘ bekannt. Viele Fußgängerpassagen wurden in den letzten Jahren saniert und bieten ein absolut einzigartiges Erlebnis. Sie verbinden nahezu alle Sehenswürdigkeiten und bilden eine sehr angenehme kulturell-historische Route. Jede Passage hat ihre eigene Geschichte und Funktion. Um dieses Alleinstellungsmerkmal zu nutzen, haben wir eine ‚Geschichte des Weins in den Passagen von Bistritz‘ ins Leben gerufen. Im Wesentlichen haben wir das für die umliegende Region typische Produkt in die Stadt gebracht: den Wein. Ende Agust erwachen die Passagen zum Leben und bringen die besten Akteure der Branche zusammen – das Event ist ist also ein wichtiger Fixpunkt für unsere Stadt.“
Jenseits der Stadtgrenzen von Bistritz bietet die Region vielfältige Erlebnisse, die Weinbautradition mit Architekturdenkmälern und Wanderrouten verbinden.
„Im Süden des Kreises haben wir mit dem dortigen Weinanbaugebiet ein neuen Ferienreisezie erschlossen – Lechința ist weit bekannt, aber es handelt sich um ein relativ neues Tourismusprodukt. Durch die Umwidmnung der alten Weinberge haben Unternehmer begonnen, die Geschichte des siebenbürgischen Weinbaus in moderner Form zu präsentieren. Im Kreis Bistritz-Nassod sind sechs neue Weinkeller entstanden. Zwei weitere gehören zum Weinbaugebiet Lechința, liegen aber im Kreis Mureș. Wir arbeiten sehr gut mit all diesen Weinkellern zusammen. Auf dieser kulturell-weinbaulichen Route liegt auch das Schloss Teleki in Posmuș. Es ist ein frisch saniertes Schloss, das eine außergewöhnliche historische Reise bietet und Sie in eine andere Geschichte entführt. Gleichzeitig sind diese Sehenswürdigkeiten von der Via Transilvanica verbunden. Dieses dient als eine Art Leitfaden oder Pfad, der Sie durch mehrere Regionen mit touristischem Potenzial führt, einschließlich Naturgebieten.“
Neben Weinkellern und Schlössern zeichnet sich der südliche Bereich durch eine wertvolle Ökotourismus- und Agrotourismuskomponente aus. Răzvan Cerceja, Geschäftsführer des Intergemeinschaftlichen Entwicklungsverbandes „Tourismus in Bistritz-Nassod“, betont die Bedeutung der Schutzgebiete und der lokalen Erzeuger.
„In naher Zukunft kommt ein weiteres saniertes Schloss in der Gegend von Comlod hinzu. Die Restaurierungsarbeiten sind bereits weit fortgeschritten. Neben den Schlössern umfasst die Route auch Naturschutzgebiete, wie die gescheckte Tulpe oder die Schlucht der Puppen, aber es gibt mehrere solche Naturdenkmäler, die strategisch entlang dieser Route gelegen sind. Dann erzählen wir die Geschichte der Kleinerzeuger aus der Flachlandzone. Diese sind bekannt für ihre Tierhaltung, insbesondere die Schafzucht. In den letzten Jahren haben sie ihre Produkte erheblich verfeinert. Sie bieten Käse, Fleischspezialitäten und verschiedene lokale Köstlichkeiten an und passen sich hervorragend an die Ansprüche der heutigen Touristen an.“
Eine weitere wesentliche Richtung der touristischen Entwicklung liegt im Nordosten des Kreises Bistritz-Nassod, einer Region, die dank der Literatur berühmt ist und heute moderne Freizeiteinrichtungen bietet. Mittelpunkt ist das Bistritz-Tal, das auch im Roman „Dracula“ vorkommt. Die lokale Gastronomie, das Handwerk und neue Einrichtungen wie Rad- und Wanderwege sind es wert, gefördert zu werden, findet Răzvan Cerceja. Durch die Integration des sächsischen Kulturerbes, der sorgfältig bewahrten Naturlandschaften sowie der an heutige Standards angepassten Wein- und Gastronomietraditionen festigt der Kreis Bistritz-Nassod seine Identität auf der internationalen Tourismuslandkarte. Die neu geschaffenen Routen und Werbeveranstaltungen zeichnen das Bild eines nachhaltigen Tourismusmodells und verwandeln diese Region Rumäniens in ein vielseitiges Reiseziel, das bereit ist, Besuchern aus aller Welt authentische Erlebnisse zu bieten.