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Interviews im Ferienfunk (1979)

Vor 1989 sendete der Ferienfunk in Mamaia Info, Musik und Unterhaltung für die ausländischen Urlauber am Schwarzen Meer. Immer wieder schickte man Reporter in die Spaßstätten der Zeit, um Touristen über ihre Befindlichkeit zu befragen.

Interviews im Ferienfunk (1979)
Interviews im Ferienfunk (1979)

, 21.07.2014, 09:30

Vor 1989 sendete der Ferienfunk (rum. Radio Vacanţa) in Mamaia Info, Musik und Unterhaltung für die in- und ausländischen Urlauber am Schwarzen Meer. Die Sendungen in Fremdsprachen gestalteten vor Ort Redakteure des Auslandsdienstes von Radio Bukarest, die während des Sommers turnusmä‎ßig ans Meer durften.










Der am 14. Juli 1967 gegründete Sender mit Programmstrecken in Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch sollte ursprünglich Propagandazwecken dienen, aber auch ausländische Touristen mit Informationen versorgen. Manche Programme erlangten aber bald auch einen teilweise subversiven Charakter, da nahezu jeder Musikwunsch erfüllt wurde — die Moderatoren spielten auch die hereingeschmuggelte Musik westeuropäischer und amerikanischer Bands, die bei den anderen staatlichen Rundfunksendern nicht gern gesehen waren. Musik aus dem angelsächsischen Raum war somit den ganzen Sommer über heimisch an der rumänischen Schwarzmeerküste. Sonst konnten die Rumänen westliche Musik nur bei Radio Free Europe oder Voice of America hören. Der Sender war auch im angrenzenden Gebiet der Ukraine (damals Sowjetunion) zu empfangen und bei sowjetischen Urlaubern an der ukrainischen Küste beliebt. src=http://devrri.freshlemon.ro/wp-content/uploads/2023/10/foto.jpg
Altes Funkhaus des Ferienfunks (Foto: http://constanta-imagini-vechi.blogspot.ro)




Der Hauch eines — wenn auch nur oberflächlich und zeitlich begrenzten — kapitalistischen Lebens war dem kommunistischen Regime ein Dorn im Auge, so dass einige Sendungen bereits in den 1980er Jahren aus dem Programm genommen wurden. 1983 wurden Preisausschreiben und Live-Sendungen generell verboten.








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Radio Vacanţa war auch eine Anlaufstelle für verlaufene Kinder und sie suchende Eltern. Die Moderatoren beschrieben die aufgefundenen Kinder und sagten ihren Namen oder lie‎ßen sie ausrufen, wenn hingegen besorgte Eltern ihre Kinder als vermisst meldeten. Es habe Tage gegeben, an denen bis zu 12 Kinder vor der Studiotür standen, erinnerte sich der Chefredakteur Daniel Sârbu in einem Interview mit der Zeitung „Evenimentul Zilei“.

Strand vor dem neuen Funkhaus von Radio Vacanţa auf einer alten Postkarte (Foto: http://vederidintrecut.blogspot.ro)



Damals startete der Sender auch die Kampagne „Kinder verlaufen sich nicht, sie landen beim Ferienfunk“. Dabei wurden Kinder mit Armbändern aus speziellem Papier ausgestattet, auf dem die Namen der Eltern, Telefonnummer, Unterkunft o.ä. eingetragen werden konnte.



Immer wieder schickte man die Reporter auch in die Spa‎ßstätten der Zeit, um Touristen über ihre Befindlichkeit zu befragen. Ein Tonband aus dem Jahr 1979 enthält 12 solcher kurzer Statements und Interviews in deutscher Sprache, es handelt sich dabei um Urlauber aus der DDR, BRD oder Österreich, aber auch um Vertreter verschiedener Automobilclubs oder Gesandte von Reiseveranstaltern.








Hier bieten wir die insgesamt 12 Audioaufnahmen aus dem Jahr 1979 mit einigen erläuternden Worten und Erwähnung des interviewführenden Kollegen zum Nachhören. Die Interviewten waren manchmal spontan, manchmal hingegen hatten sie offenbar Mikrofonangst und scheinen vorbereitete Texte vorzulesen. Dabei spielte es keine Rolle, ob Sie aus der DDR oder aus der BRD kamen, allein die Persönlichkeit eines jeden schien dies zu bestimmen.




Die Interviews führten damalige Redakteure der Deutschen Redaktion von Radio Bukarest: Gabriela Langada (die nach der Wende zum Inlandsrundfunk wechselte, später in die Privatwirtschaft), Cornelia Stanciu (seit 2008 in Ruhestand) und Jürgen Salzer (1990 nach Deutschland übersiedelt, 2011 verstorben).

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„Dickbäuchige Rolle“ – darunter verstand man im Radioslang ein langes Tonband.







1. Ursula Mahler (aus der BRD) betreute als Reiseleiterin im Sommer 1979 eine Kindergruppe im Feriendorf Costineşti. Ihre Eindrücke über den insgesamt dreiwöchigen Aufenthalt in Rumänien teilte sie unserer Redakteurin Gabriela Langada mit.







2. Heinz Süss war stellvertretender Leiter des Zentralen Instituts für Jugendforschung in Leipzig (DDR). Er beteiligte sich im Sommer 1979 an einem internationalen Seminar und war bereits zum dritten Mal in Rumänien. Mit ihm unterhielt sich ebenfalls Gabriela Langada.







3. Peter Vogel war Vorsitzender des Touring-Clubs in Dresden (DDR). Zu einer Rallye kamen 1979 auch viele Motorradfahrer aus der DDR, zwei Jahre zuvor hatte im Badeort Neptun auch ein Welttreffen der Feuerstuhl-Liebhaber stattgefunden. Dies und anderes mehr erfuhr unsere Redakteurin Gabriela Langada im Gespräch mit dem Gast.







4. Rolf Menschner war Vizepräsident des Automobilclubs der DDR. Anlass seines Besuchs in Mamaia war die 3. Rallye der Freundschaft, die 1979 in Rumänien stattfand. Daran waren Autofahrer aus den damals sozialistischen Ländern beteiligt, Gastgeber war der Rumänische Auomobilclub (ACR), aus der DDR kamen insgesamt 72 Sportfreunde auf individueller Basis. Für den Ferienfunk interviewte den Gast Gabriela Langada.







5. Klaus Thomas war Abteilungsleiter „Sozialistische Länder“ des Jugendreisebüros der DDR. Ziel seiner Reise an die rumänische Schwarzmeerküste war es, mit den Kollegen des rumänischen Tourismusbüros „Litoral“ Gespräche über den Saisonanlauf im Juni 1979 zu führen und die künftige Kooperation zu erörtern. Mit ihm sprach Gabriela Langada.







6. Im Jahr 1979 kam die wenige Jahre zuvor gegründete Pop-Rock-Band Familie Silly“ aus der DDR nach Rumänien und trat im Lokal Perla“ im rumänischen Badeort Mamaia auf. Die mit der legendären Lead-Sängerin Tamara Danz später als Silly“ auftretende Gruppe stand noch am Anfang ihrer Karriere. Cornelia Stanciu bat die Gründungsmitglieder Thomas Fritzsching und Matthias Schramm (alias James“) ins Studio des Ferienfunks zu einem lockeren Gespräch.







7. Franz-Josef Theiss, Geschäftsstellenleiter eines Automobilclubs in der BRD, war bereits 1977 das erste Mal in Rumänien, 1979 war es schon das sechste Mal. Ziel war es, die Kooperation mit dem Rumänischen Automobilclub (ACR) auszubauen, aber auch Kenntnisse über Rumänien zu gewinnen, um in der BRD Tourismusberatung betreiben zu können. Im Urlaubsort Eforie Nord unterhielt sich mit dem Gast unser Redakteur Jürgen Salzer.







8. Ursula Schwarting aus Bremen war 1979 bereits zum 10. Mal in Rumänien. Ausgesprochen begeistert zeigte sie sich über die Erholungs- und Kurmöglichkeiten im Land und bemühte dabei auch einen (selbstgedichteten?) Werbeslogan. Wer das Statement aufzeichnete, geht aus der Audioaufnahme und dem Tonbandaufkleber nicht hervor.







9. Ein obligater Punkt aus dem Fragenrepertoire der Reporter war die Freizeitgestaltung und die Zufriedenheit mit dem Angebot. Urlauber aus dem Ausland traf man in der Regel abends in Restaurants mit Unterhaltungs- und Musikprogramm an. Da konnte es passieren, dass der Gast schon recht angeheitert war und sich gerne vom Reporter helfen lie‎ß, die Sätze zu Ende zu sprechen. Unsere hörbar amüsierte Kollegin Cornelia Stanciu unterhielt sich mit einem aufgelockerten Urlauber aus Bayern oder Österreich im Restaurant Perla“ in Mamaia.







10. Georg Ebner (aus Salzburg, Österreich) hielt sich 1979 bereits zum zweiten Mal an der rumänischen Schwarzmeerküste auf. Zur Zufriedenheit des Familienoberhauptes waren die damaligen Urlaubsbedingungen besonders kinderfreundlich. Mit ihm unterhielt sich Cornelia Stanciu.







11. Rainer Hoffmann, Gebietsbeauftragter für Rumänien der Touristik Union International (TUI), stellte für 1979 fest, dass die TUI-Veranstalter um 60% mehr Gäste als im vorangegangenen Jahr an die rumänische Schwarzmeerküste brachten. Über die Kooperation mit den rumänischen Partnern und über Zukunftspläne sprach er mit unserem Redakteur Jürgen Salzer.







12. Heinrich Wilke, Vertreter des österreichischen Reiseveranstalters Dr. Lüftner“, damals exklusiver Anbieter von Donaukreuzfahrten, weilte 1979 an der rumänischen Schwarzmeerküste, um Touristen zu betreuen, die sich während der Fahrt von Wien nach Rumänien für einen Aufenthalt in Badekurorten oder Ausflügen ins Donaudelta entschieden. Mit ihm unterhielt sich unser Redakteur Jürgen Salzer.









Zu guter Letzt bieten wir hier den Vorspann des Senders mit dem Erkennungszeichen und einer mehrsprachigen Ansage sowie einen Trailer der Sendung Ferienfunk-Magazin“ zum Nachhören an. Das Jahr geht von der Tonbandschachtel nicht hervor, die Musik klingt aber ziemlich nach 1970er Jahren. Bei der Musikuntermalung im Vorspann handelt es sich um eine Bearbeitung des Walzers „Donauwellen“ aus der Feder des rumänischen Komponisten Iosif Ivanovici (1845-1902). Auch wurde die Aufnahmegeschwindigkeit von 38 cm/s bei Tonbändern mit Sprachaufnahmen ab Beginn der 1980er immer seltener benutzt, statt dessen die bis Ende der 1990er Jahre übliche Geschwindigkeit von 19 cm/s. src=http://devrri.freshlemon.ro/wp-content/uploads/2023/10/foto.jpg
Trailer des Ferienfunkmagazins:




Vorspann mit mehrsprachiger Ansage:




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