Die Republik Moldau nahm schon im Dezember 1917 und Januar 1918 staatliche Züge an, als die gesetzgebende Versammlung zunächst die Autonomie und anschließend die Unabhängigkeit von Sowjetrussland ausrief – im Namen des von Lenin propagierten Prinzips des nationalen Selbstbestimmungsrechts. Der Kern dessen, was heute die Republik Moldau ist, war die Demokratische Republik Moldau beziehungsweise Bessarabien, ein Gebiet, das von der historischen Moldau abgetrennt und 1812 infolge des russisch-osmanischen Krieges von Russland annektiert worden war.