Nachrichten 20.05.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 20.05.2026, 18:23
Der rumänische Präsident Nicușor Dan setzt am Donnerstag seine Beratungen mit den Parteien fort. Eine erste Gesprächsrunde brachte noch keine Einigung über eine neue Regierungsmehrheit. Die Sozialdemokraten wünschen sich zwar eine Regierung mit vollen Befugnissen noch vor dem ersten Juli, lehnen aber offenbar ein Kabinett unter Führung des Liberalen Ilie Bolojan ab. Die Liberalen und die reformorientierte USR wiederum wollen keine Regierung unterstützen, an der die Sozialdemokraten beteiligt sind – auch kein technokratisches Kabinett. Die nationalistische AUR fordert ihrerseits den Auftrag zur Regierungsbildung. Unterstützung für jede Mehrheit ohne Beteiligung der AUR kommt von der ungarischen Minderheitenpartei UDMR und von der Fraktion der nationalen Minderheiten. Um im Parlament bestätigt zu werden, braucht jede neue Regierung mindestens 233 Stimmen. Präsident Nicușor Dan rief alle Parteien zu Verantwortung und zu einer raschen Einigung auf. Die bisherige Regierung unter Ilie Bolojan war nach dem Austritt der Sozialdemokraten aus der Koalition durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden.
Die Ständige Wahlbehörde Rumäniens steht vor einer umfassenden Reform. Das erklärte Behördenchef Adrian Țuțuianu vor dem Rechtsausschuss der Abgeordnetenkammer. Geplant sind eine interne Umstrukturierung und ein Stellenabbau. Laut Țuțuianu ist die Behörde seit 2015 um mehr als fünfzig Prozent gewachsen, obwohl sie keine neuen Aufgaben erhalten habe. Bis Ende Juni will die Wahlbehörde dem Parlament außerdem neue Vorschläge zur Finanzierung und Arbeitsweise politischer Parteien vorlegen. Auch an neuen Wahlgesetzen wird gearbeitet – darunter Regeln für mögliche vorgezogene Neuwahlen.
Die rumänische Zentralbank rechnet in den kommenden Monaten mit einem deutlichen Anstieg der Inflation. Notenbankchef Mugur Isărescu erklärte bei der Vorstellung des Quartalsberichts, die Teuerungsrate könne im Sommer auf bis zu elf Prozent steigen. Erst gegen Jahresende werde wieder ein Rückgang auf etwa fünfeinhalb Prozent erwartet. Die Zentralbank hat ihre Prognosen für das kommende Jahr nach oben korrigiert. Gründe seien die politische Unsicherheit im Inland und die Spannungen im Nahen Osten. Mugur Isărescu betonte, wirtschaftliche Stabilität hänge eng mit der schnellen Bildung einer neuen Regierung und mit weiteren Haushaltsreformen zusammen. Gleichzeitig blieben Investitionen – vor allem aus europäischen Fördermitteln – der wichtigste Motor der rumänischen Wirtschaft.
Die proeuropäische Präsidentin der Republik Moldau, Maia Sandu, ist in Straßburg mit dem Europäischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand im Europäischen Parlament statt. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für die europäische Integration und für die Werte der Europäischen Union einsetzen. Maia Sandu widmete die Auszeichnung den Bürgerinnen und Bürgern Moldaus. Trotz vieler Schwierigkeiten hätten sie sich klar für Europa entschieden. Zugleich sprach sie sich erneut für die baldige Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit Chișinău aus.
Am Samstagabend findet in Rumänien die 22. Ausgabe der „Nacht der Museen“ statt. Mehr als dreihundert Museen und Kultureinrichtungen im ganzen Land beteiligen sich daran. Geplant sind Sonderausstellungen, Führungen, Kammerkonzerte und Filmvorführungen. Der Eintritt ist in den meisten Häusern kostenlos. Die „Nacht der Museen“ entstand ursprünglich 1997 in Berlin unter dem Namen „Lange Nacht der Museen“. Seit 2005 gilt die Veranstaltung als europaweite Kulturinitiative unter der Schirmherrschaft des französischen Kulturministeriums, der UNESCO und des Europarats. Rumänien beteiligt sich ebenfalls seit 2005 daran.
Die Nachfrage nach Elektroautos steigt in Europa derzeit deutlich an. Nach einer Analyse der Nachrichtenagentur Reuters haben die zuletzt stark gestiegenen Kraftstoffpreise den Verkauf von Elektrofahrzeugen zusätzlich angekurbelt. Besonders starke Zuwächse gab es im April in Dänemark und den Niederlanden, aber auch in Italien, Großbritannien und Deutschland. Selbst in Südeuropa, wo Elektroautos bisher weniger gefragt waren, wächst das Interesse spürbar. Online-Plattformen melden zudem deutlich mehr Suchanfragen nach neuen und gebrauchten Elektroautos. Besonders gefragt sind preisgünstige Modelle chinesischer Hersteller.
Die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit normal. Im Tagesverlauf ziehen vor allem über dem Zentrum, dem Süden und Osten des Landes sowie in den Gebirgsregionen Wolken auf. Dort kann es am Nachmittag und Abend zu Schauern und Gewittern kommen. Die Höchstwerte liegen zwischen 19 und 26 Grad.