Nachrichten 23.05.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 23.05.2026, 18:00
PNRR (Einigung) – Die proeuropäischen Parteien in Rumänien haben sich auf zentrale Reformvorhaben im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans (PNRR) verständigt.
Die Sozialdemokratische Partei (PSD), die Nationalliberale Partei (PNL), die Union Rettet Rumänien (USR) und der Demokratische Verband der Ungarn in Rumänien (UDMR) haben nach Vermittlung durch das Präsidialamt ein erstes Abkommen geschlossen. Die Parteien verpflichteten sich, das neue Gesetz zur einheitlichen Bezahlung im öffentlichen Dienst noch vor Ende der laufenden Sitzungsperiode des Parlaments zu verabschieden. Das Gesetz gilt als wichtiger Meilenstein im PNRR und muss bis zum 1. Juli beschlossen werden. Investitionsminister Dragoș Pîslaru kündigte an, dass der Gesetzentwurf am Montag veröffentlicht werde, die Gespräche mit den Gewerkschaften sollen am Dienstag beginnen. Die neue Regelung soll Anfang 2027 in Kraft treten. Fortschritte gab es auch bei einem weiteren wichtigen PNRR-Vorhaben: Künftig sollen brachliegende landwirtschaftliche Flächen für Investitionen in erneuerbare Energien genutzt werden können. Der Senat in Bukarest hat ein beschleunigtes Verfahren für die Beratung des Gesetzes beschlossen. Ohne rechtzeitige Verabschiedung droht Rumänien der Verlust von mehr als 700 Millionen Euro an EU-Mitteln.
GLOBSEC-Forum – Rumäniens Außenministerin Oana Ţoiu nimmt in Prag am internationalen Sicherheitsforum GLOBSEC teil.
Wie das Außenministerium in Bukarest mitteilte, beteiligt sich Ţoiu an mehreren Diskussionsrunden zur EU-Erweiterung, zum Krieg in der Ukraine und zur Lage im Iran. Das Forum gilt als eine der wichtigsten europäischen Plattformen für Debatten über Sicherheit, Verteidigung und die internationale Ordnung. Rumänien wolle dort seine außenpolitischen Prioritäten hervorheben, darunter die Sicherheit an der NATO-Ostflanke und im Schwarzmeerraum sowie die Stärkung der europäischen Verteidigung. Am Forum in Prag nehmen mehr als 1 800 Vertreter aus rund 80 Staaten teil. Bereits zuvor hatte Oana Ţoiu bei einem NATO-Treffen in Schweden vor zunehmenden hybriden Bedrohungen, insbesondere aus Russland, gewarnt.
ECOFIN – Rumänien drängt bei den europäischen Finanzgesprächen auf eine rasche Einigung über den nationalen Wiederaufbauplan.
Interims-Finanzminister Alexandru Nazare nimmt in Nikosia an der informellen Tagung des EU-Wirtschafts- und Finanzrates ECOFIN teil. Nach Angaben des Finanzministeriums geht es unter anderem um die Überarbeitung des rumänischen Aufbau- und Resilienzplans, damit die noch ausstehenden EU-Zuschüsse ausgezahlt werden können. Rumänien müsse gleichzeitig das Haushaltsdefizit senken, Investitionen absichern und die verfügbaren europäischen Mittel vollständig ausschöpfen, hieß es weiter. Nazare betonte, Rumänien habe ein großes Interesse an Investitionen in Energieverbindungen, strategische Infrastruktur und Verteidigung sowie an EU-Regeln, die die Wettbewerbsfähigkeit osteuropäischer Volkswirtschaften nicht beeinträchtigen.
Lange Nacht der Museen – In Rumänien öffnen Samstagabend mehr als 300 Museen ihre Türen zur „Langen Nacht der Museen“.
Die meisten Ausstellungen können kostenlos oder zu erschwinglichen Eintrittspreisen besucht werden. Erstmals beteiligt sich auch das Außenministerium in Bukarest an der Veranstaltung und präsentiert mehr als 5 000 freigegebene Akten zur rumänischen Außenpolitik nach 1989. Die „Lange Nacht der Museen“ wurde 1997 in Berlin ins Leben gerufen und entwickelte sich später zu einem europaweiten Kulturereignis unter der Schirmherrschaft des französischen Kulturministeriums, der UNESCO und des Europarates. Rumänien beteiligt sich offiziell seit 2005 daran.
Filmfestival in Cannes – Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu zählt mit seinem Film „Fjord“ zu den Favoriten im Wettbewerb um die Goldene Palme in Cannes.
Die Auszeichnung wird heute Abend zum Abschluss der Filmfestspiele verliehen. Die Hauptrollen in der internationalen Koproduktion spielen die norwegische Schauspielerin Renate Reinsve und der rumänisch-amerikanische Darsteller Sebastian Stan. Der Film erhielt bei seiner Premiere zwölf Minuten lang Standing Ovations und wurde außerdem mit dem französischen François-Chalais-Preis ausgezeichnet. Der Preis würdigt Produktionen, die journalistische Werte thematisieren. Für Cristian Mungiu ist es bereits der siebte Wettbewerbsbeitrag in Cannes. 2007 gewann er die Goldene Palme für seinen Streifen „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“.
Wetter – In mehreren Regionen im Südosten und Osten Rumäniens gilt eine gelbe Wetterwarnung wegen starker Windböen.
Außerdem werden im Südwesten sowie im Süden und Südosten örtlich Schauer und Gewitter erwartet. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 21 und 28 Grad. In Bukarest wurden gegen Mittag 20 Grad Celsius gemessen.