Nachrichten 24.05.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom und Sorin Georgescu, 24.05.2026, 17:00
CANNES: Der rumänische Regisseur Cristian Mungiu hat bei den Filmfestpielen in Cannes zum zweiten Mal în seiner Karriere die Goldene Palme gewonnen. Ausgezeichnet wurde sein neuer Spielfilm „Fjord“. Bereits 2007 war Mungiu für den Streifen „4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage“ mit dem wichtigsten Preis des Festivals geehrt worden. Damit gehört er zu den bislang nur zehn Regisseuren, die die Goldene Palme zweimal erhalten haben.
„Fjord“ basiert auf einem realen Fall und erzählt die Geschichte einer streng religiösen rumänisch-norwegischen Familie in Norwegen. Das Ehepaar gerät wegen seiner konservativen Erziehungsmethoden und religiösen Überzeugungen zunehmend unter Druck. Die Spannungen eskalieren schließlich so weit, dass die Kinder in die Obhut des Jugendamtes kommen. Die Hauptrollen spielen der rumänisch-amerikanische Darsteller Sebastian Stan und die norwegische Schauspielerin Renate Reinsve. Nach der Vorführung in Cannes erhielt der Film minutenlange stehende Ovationen.
Neben der Goldenen Palme gewann „Fjord“ vier weitere Auszeichnungen, darunter den Preis der internationalen Filmkritik sowie den Preis der ökumenischen Jury. Cristian Mungiu war in Cannes bereits mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem 2012 für das Drehbuch von „Jenseits der Hügel“ und 2016 als bester Regisseur für „Baccalaureat“.
GESETZ: Die rumänische Regierung will den Entwurf für das neue Gesetz zur einheitlichen Bezahlung im öffentlichen Dienst am Montag vorstellen. Ab Dienstag sollen Gespräche mit Gewerkschaften und Berufsverbänden beginnen. Ziel ist es, das Gesetz noch vor Ende der laufenden Sitzungsperiode vom Parlament verabschieden zu lassen.
Die Reform gehört zu den Verpflichtungen Rumäniens im Rahmen des europäischen Aufbau- und Resilienzplans. Davon hängt die Auszahlung von mehr als 700 Millionen Euro ab. Übergangs-Arbeitsminister Dragoș Pîslaru erklärte, das neue Gesetz solle ein gerechtes und berechenbares Lohnsystem schaffen. Gleichzeitig werde garantiert, dass kein Beschäftigter durch die Reform Gehaltseinbußen hinnehmen müsse. Vorgesehen sind außerdem transparentere Bonusregelungen und einheitliche Kriterien zur Leistungsbewertung. Das Gesetz soll Anfang 2027 in Kraft treten.
KONSULTATIONEN: In Bukarest werden unterdessen die politischen Gespräche über die Bildung einer neuen Regierung fortgesetzt. Staatspräsident Nicușor Dan hatte in der vergangenen Woche mit den Parlamentsparteien beraten, ohne dass sich eine stabile Mehrheit abzeichnete.
Die Sozialdemokraten sprechen sich für eine Neuauflage der bisherigen proeuropäischen Koalition aus, lehnen jedoch den liberalen Politiker Ilie Bolojan als Ministerpräsidenten ab. Liberale und Reformpartei USR wiederum wollen keine Regierung mit Beteiligung der Sozialdemokraten unterstützen. Die nationalistische Partei AUR beansprucht die Regierungsbildung für sich, verfügt aber über keine Mehrheitspartner. Präsident Nicușor Dan rief die Parteien erneut dazu auf, rasch tragfähige Lösungen zu finden.
UKRAINE: Russland hat in der vergangenen Nacht erneut massive Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew gestartet. Nach ukrainischen Angaben wurden Wohngebäude und Infrastruktur von Drohnen und Raketen getroffen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe dabei insgesamt rund 600 Drohnen und 90 Raketen eingesetzt.
Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, mehr als 80 wurden verletzt. Selenskyj forderte die USA und die europäischen Staaten erneut auf, den Druck auf Moskau zu erhöhen, um eine weitere Eskalation des Krieges zu verhindern.
NAHOST: US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben wesentliche Teile eines neuen Abkommens mit dem Iran ausgehandelt. Dazu gehöre auch eine Regelung zur Straße von Hormus. Die letzten Details würden derzeit besprochen und sollten bald bekanntgegeben werden.
Nach Angaben des Weißen Hauses sprach Trump darüber mit den Staats- und Regierungschefs mehrerer Länder im Nahen Osten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Ägypten. Außerdem telefonierte er mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Hintergrund sind intensive diplomatische Bemühungen, um ein Scheitern der fragilen Waffenruhe in der Region zu verhindern.
IWF: Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor deutlich steigenden Ausgaben der EU-Staaten in den kommenden 15 Jahren. Betroffen seien vor allem die Bereiche Verteidigung, Energie und Renten. Ohne Reformen könne die Staatsverschuldung eines durchschnittlichen europäischen Landes bis 2040 auf 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen.
Der IWF empfiehlt unter anderem Reformen der Rentensysteme, eine stärkere Integration der Energiemärkte sowie mehr gemeinsame europäische Investitionen in Verteidigung, Energie und Innovation. Über gemeinsame Finanzierungsmodelle gibt es innerhalb der Europäischen Union jedoch unterschiedliche Positionen.
WETTER: In Rumänien bleibt das Wetter heute überwiegend freundlich. Im Westen und Nordwesten des Landes wird es für Ende Mai ungewöhnlich warm. Im Süden sind am Nachmittag und Abend jedoch örtlich Schauer und Gewitter möglich, vereinzelt auch mit Hagel. Die Höchstwerte liegen zwischen 21 und 28 Grad, in Bukarest werden bis zu 26 Grad erwartet.