Nachrichten 25.06.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 25.06.2026, 18:40
Rumäniens Diplomatie hat bestätigt, dass der rumänische Botschafter in Russland am Donnerstag ins Außenministerium in Moskau einbestellt wurde. Während des Gesprächs wurde die rumänische Seite darüber informiert, dass der Diplomat, der derzeit die interimistische Leitung des rumänischen Generalkonsulats in Sankt Petersburg innehat, zur Persona non grata erklärt worden ist. Zudem entschied die russische Seite, ihre Zustimmung zur Einrichtung dieses Konsularpostens zurückzuziehen. Das rumänische Außenministerium erinnert daran, dass Bukarest den russischen Generalkonsul in Constanța zur unerwünschten Person erklärt und die Schließung des Generalkonsulats der Russischen Föderation in der Schwarzmeerhafenstadt angeordnet hatte, nachdem eine russische Drohne auf ein Wohngebäude in Galați gestürzt und explodiert war. Dabei wurden zwei Menschen verletzt.
Der rumänische Präsident Nicușor Dan beschleunigt die Verhandlungen zur Bildung einer neuen Regierung, nachdem zwei Versuche zur Ernennung eines Ministerpräsidenten gescheitert sind und das Land seit nahezu zwei Monaten in einer politischen Krise steckt. Der Staatspräsident kündigte an, die Vorsitzenden der als proeuropäisch geltenden Parlamentsparteien am Freitag zu neuen Gesprächen zu empfangen. Ziel sei es, so rasch wie möglich einen Premierminister zu nominieren. Unterdessen erschweren die politischen Kalkulationen und Strategien der Parteien den Weg zu einer neuen Regierung. Grundsätzlich besteht Einigkeit über die Bildung einer Minderheitsregierung. Uneinigkeit herrscht jedoch weiterhin über die Person des Regierungschefs sowie über die Bedingungen für die Unterstützung des künftigen Kabinetts. Die Sozialdemokratische Partei PSD erklärte, sie sei bereit, die Verantwortung für eine Minderheitsregierung zu übernehmen, fordert jedoch vollständige Autonomie bei der Ausarbeitung des Regierungsprogramms. Die Nationalliberale Partei PNL knüpft ihre Unterstützung an wirtschaftspolitische Bedingungen, während die Reformpartei USR bis zu den Parlamentswahlen im Jahr 2028 ein Rotationsmodell vorschlägt: zunächst eine Minderheitsregierung aus PNL, USR und UDMR, gefolgt von einer Minderheitsregierung unter Führung der PSD.
Der rumänische Präsident Nicușor Dan nimmt heute in Polen an der zweiten Tagung des Gipfels der Ostflanke, dem sogenannten Helsinki-Format, in Danzig teil. Im Mittelpunkt des Treffens steht die Abstimmung zwischen den EU-Mitgliedstaaten in unmittelbarer Nachbarschaft zu Russland, um den Plan Readiness 2030 sowie weitere europäische Instrumente zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Europäischen Union umzusetzen. Nicușor Dan wird den in Danzig versammelten europäischen Staats- und Regierungschefs die Anstrengungen Rumäniens zur Stärkung seiner Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeiten vorstellen. Zugleich wird er eine enge Koordinierung bei den Verhandlungen über den künftigen Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union anregen, um zusätzliche Mittel für die Bereiche Verteidigung und Sicherheit bereitzustellen. In diesem Zusammenhang verlieh Präsident Nicușor Dan dem ehemaligen polnischen Staatspräsidenten Lech Wałęsa als Zeichen besonderer Anerkennung für seine herausragenden Verdienste um die Festigung und Vertiefung der rumänisch-polnischen Beziehungen sowie für seinen wesentlichen Beitrag zur Förderung demokratischer Werte in Osteuropa den Nationalorden „Stern Rumäniens“ im Rang eines Großkreuzes.
Der rumänische Verteidigungsminister Radu Miruță gab bekannt, dass am Donnerstag ein Vertrag im Wert von mehr als zwei Milliarden Euro über die Beschaffung integrierter SHORAD-/VSHORAD-Systeme zum Schutz vor Luftbedrohungen im Nahbereich unterzeichnet wurde. Nach Angaben des Ministers handelt es sich bei einem solchen System um einen Luftverteidigungsschild, der feindliche Luftziele erkennt und bekämpft, bevor sie das zu schützende Objekt erreichen können. Die Beschaffung sei notwendig, da Bedrohungen nicht nur von Flugzeugen oder Hubschraubern ausgehen. Auch Drohnen, Munition, Kurzstreckenraketen sowie Luftfahrzeuge in geringer Flughöhe stellen eine Gefahr dar. Dabei handelt es sich um Ziele, die von groß angelegten Luftverteidigungssystemen, die für größere Entfernungen konzipiert sind, nur schwer abgefangen werden können. Deshalb sollen die neuen SHORAD-/VSHORAD-Systeme eine wichtige Lücke in der rumänischen Luftverteidigung schließen.
Die internationale Gemeinschaft leistet Venezuela Hilfe nach den beiden Erdbeben, den stärksten des vergangenen Jahrhunderts. Nach einer vorläufigen Bilanz kamen dabei Hunderte Menschen ums Leben, Tausende wurden verletzt.Washington hat die Entsendung von Rettungsteams angekündigt. Auch mehrere lateinamerikanische Staaten stellen Hilfe bereit und betonten, dass die Venezolaner dieser Katastrophe nicht allein gegenüberstehen. Die Europäische Union, China und Indien haben ebenfalls erklärt, Unterstützung zu entsenden. Auch das Rumänische Orthodoxe Patriarchat bekundete seine Solidarität mit den Venezolanern sowie mit den von den schweren Erdbeben am Mittwochabend betroffenen Rumänen. Das erste Beben erreichte eine Stärke von 7,2 auf der Richterskala und wurde nur 39 Sekunden später von einem zweiten Erdbeben der Stärke 7,5 gefolgt. Die beiden Erdbeben hatten unterschiedliche Epizentren und ereigneten sich in relativ geringer Tiefe, was ihre zerstörerische Wirkung zusätzlich verstärkte. Auf die Hauptbeben folgten 20 Nachbeben. Die Erschütterungen waren sogar in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá zu spüren, mehr als 1.400 Kilometer vom Epizentrum entfernt.