Nachrichten 04.08.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 04.08.2026, 16:30
Die Arbeiten an der Donau werden fortgesetzt, damit Reaktor 2 des Kernkraftwerks Cernavodă im Südosten Rumäniens weiter betrieben werden kann. Nachdem am Montag ein Teil eines Felsens kontrolliert gesprengt worden war, konnte mehr Wasser zum Kraftwerk umgeleitet und der Durchfluss vorübergehend stabilisiert werden. Der Pegel der Donau liegt bereits auf einem historischen Tiefstand und wird in den kommenden Tagen weiter sinken. Wegen der extremen Dürre und der dadurch stark gesunkenen Stromproduktion gilt in Rumänien den gesamten August über der von der Regierung ausgerufene Energiealarm. Übergangspremier Ilie Bolojan kündigte weitere Maßnahmen zur Sicherung der Stromversorgung an.
Im Energieministerium in Bukarest hat eine Krisensitzung mit Vertretern der Mineralölunternehmen und Tankstellenbetreiber stattgefunden. Hintergrund sind die stark gestiegenen Kraftstoffpreise. Der Preis für einen Liter Standarddiesel liegt mit 10,80 Lei, umgerechnet rund zwei Euro, auf einem Rekordniveau und nähert sich rasch der Marke von 11 Lei. Premiumsorten haben diese Schwelle bereits überschritten. Bei den Beratungen ging es um die Überwachung der Lagerbestände, die Ursachen der Versorgungsprobleme und Maßnahmen gegen spekulative Preiserhöhungen. Die Mineralölunternehmen versicherten, die Nachfrage decken zu können, auch wenn es regional zu vorübergehenden Transportengpässen kommen könne. Das Energieministerium schloss einen langfristigen Kraftstoffmangel aus. Das rumänische Parlament hatte den Krisenstand auf dem Kraftstoffmarkt kürzlich bis zum 31. Oktober verlängert.
Die Abgeordnetenkammer in Bukarest hat als erste Parlamentskammer das Integritätsgesetz verabschiedet, das zu den Vorgaben des nationalen Wiederaufbauplans gehört. Jetzt wird der Entwurf im Senat beraten, der die endgültige Entscheidung trifft. Angenommen wurden Änderungsanträge der Sozialdemokraten und der ultranationalistischen AUR. Danach verlieren kommunale Mandatsträger, die rechtskräftig wegen Unvereinbarkeit oder Interessenkonflikten verurteilt wurden, ihr Mandat innerhalb von 30 Tagen nach Inkrafttreten des Gesetzes. Zudem müssen hohe Amtsträger künftig ihre Interessenerklärungen auch auf Personen ausdehnen, die in einer eheähnlichen Beziehung mit ihnen leben. Die Liberalen und die Reformpartei USR kritisieren die Änderungen wegen ihrer Rueckwirkung als verfassungswidrig und warnen, dadurch könnten 770 Millionen Euro aus dem Wiederaufbauplan gefährdet werden. Um keine EU-Mittel zu verlieren, muss das Parlament bis Ende August außerdem das Gesetz zum Schutz der biologischen Vielfalt verabschieden. Es steht heute im Senat auf der Tagesordnung der Ausschüsse und des Plenums.
In Bukarest findet noch bis zum 6. August die erste Internationale Olympiade für Wirtschaft und Finanzen statt. Veranstalter ist das Rumänische Zentrum für Exzellenz in Wirtschaft. An dem Wettbewerb nehmen 40 Schüler und 16 Teamleiter aus Griechenland, Hongkong, Indien, Japan, Macau, Neuseeland, Polen und Rumänien teil. Die Teilnehmer schlüpfen in die Rolle von Unternehmensberatern. Sie analysieren Finanzdaten, identifizieren zentrale Probleme, berechnen Kennzahlen, entwickeln Strategien, verfassen Fachberichte und verteidigen ihre Empfehlungen vor einer Jury. Bei der Internationalen Wirtschafts-Olympiade in Shenzhen in China hatte Rumänien in diesem Jahr drei Bronzemedaillen gewonnen.
Die Lage in der spanischen Exklave Ceuta ist Thema einer Videokonferenz der EU-Innenminister. Dort halten sich weiterhin mehrere Tausend Migranten an den Stränden auf, die bisher nicht zurückgeführt werden konnten. Von den rund 80.000 Menschen, die zuletzt in die Stadt gelangt waren, ist die Mehrheit inzwischen in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt, vor allem nach Marokko. Italien unterstützt die Einrichtung von Aufnahmezentren für Migranten außerhalb der Europäischen Union nach dem umstrittenen Modell in Albanien. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlägt eine stärkere Sicherung der EU-Außengrenzen vor, einschließlich physischer Barrieren, wo dies erforderlich sei, sowie zusätzliche Unterstützung für Marokko beim Grenzschutz. Der spanische Geheimdienst wirft Marokko vor, die Krise orchestriert zu haben. Rabat weist dies zurück und macht kriminelle Schleusernetzwerke verantwortlich. Spaniens Verteidigungsminister fordert Marokko auf, die Ermittlungen vollständig aufzuklären.