Nachrichten 21.09.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Dora Mihălcescu, 21.09.2026, 18:14
Staatschef Nicușor Dan führte am Rande der UN-Generalversammlung in New York Gespräche mit UN-Generalsekretär António Guterres. Auf der Agenda des Staatsoberhauptes standen zudem Treffen mit dem US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sowie mit dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder. Diesem versicherte Nicușor Dan, dass Rumänien bereit sei, sich aktiv an der neuen UN-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Antisemitismus zu beteiligen. Darüber hinaus wird der rumänische Präsident an der Einweihung der „Queen Marie of Romania“-Kreuzung teilnehmen – anlässlich des hundertsten Jahrestages der historischen USA-Reise der rumänischen Monarchin – und bilaterale Gespräche mit anderen Staats- und Regierungschefs führen. Dabei soll unter anderem um Unterstützung für Rumäniens Kandidatur für den Vorsitz der Internationalen Organisation der Frankophonie (OIF) geworben werden. Am Mittwoch wird Dan die nationale Rede im Plenum der Generalversammlung halten und dabei Rumäniens Bemühungen um eine UN-Reform sowie den Beitrag des Landes zur Wahrung von Frieden, Sicherheit und einer regelbasierten internationalen Ordnung hervorheben.
In Rumänien hat die Führung der sozialdemokratischen PSD, die sich in der Opposition befindet und über die größte Zahl an Abgeordneten und Senatoren verfügt, beschlossen, die Regierung nicht zu unterstützen, die vom designierten Ministerpräsidenten, dem liberalen Europaabgeordneten Siegfried Mureșan, gebildet werden soll. Der Vorsitzende der Sozialdemokraten, Sorin Grindeanu, erklärte, seine Partei werde nur einer Regierung zustimmen, an der sie selbst beteiligt sei. Siegfried Mureșan reagierte darauf mit der Aussage, dass die Entscheidung der PSD, die Regierung nicht zu unterstützen, noch bevor deren Programm vorgelegt oder ein Dialog geführt worden sei, zeige, dass die derzeitige Führung der Sozialdemokraten keine Lösung der politischen Krise in Rumänien anstrebe. Der designierte Ministerpräsident hat zehn Tage Zeit, um das Regierungsprogramm und die Liste der Minister vorzubereiten. Zuvor war das von Präsident Nicușor Dan unterzeichnete Dekret am Montag im Amtsblatt veröffentlicht worden. Die Teams der Parteien, die Mureșan unterstützen – die Nationalliberale Partei PNL, die USR und der Demokratische Verband der Ungarn in Rumänien, UDMR – haben bereits mit der Ausarbeitung des Regierungsprogramms begonnen. Der erklärte Kurs des designierten Ministerpräsidenten besteht darin, an der Haushaltsdisziplin festzuhalten und Verschwendung zu reduzieren. Für die erforderliche Vertrauensabstimmung benötigt er die Unterstützung von 233 Parlamentariern.
Der ehemalige rumänische Präsidentschaftskandidat und prorussische Extremist Călin Georgescu ist am Montag von Staatsanwälten der rumänischen Ermittlungsbehörde für organisierte Kriminalität und Terrorismus, DIICOT, in einem Betrugsverfahren festgenommen worden. Nach Angaben der DIICOT steht Georgescu im Verdacht, gemeinsam mit zwei weiteren Personen einer organisierten kriminellen Gruppe angehört zu haben. Die Gruppe soll koordiniert vorgegangen sein – vor allem in Rumänien, aber auch in Großbritannien – mit dem Ziel, sich unrechtmäßig finanzielle Vorteile zu verschaffen. Den Ermittlern zufolge soll die Gruppe eine Million Euro erhalten haben. Im Gegenzug habe sie der geschädigten Person versprochen, eine Finanzierung in Höhe von sechs Millionen Euro zu ermöglichen, und zwar durch den Abschluss eines Kreditvertrags mit einem Bankinstitut. Călin Georgescu wird außerdem in zwei weiteren Verfahren untersucht. Dabei geht es zum einen um den Vorwurf der Propaganda zugunsten der Legionärsbewegung und zum anderen um den Verdacht der Beihilfe zu einem versuchten Vorgehen gegen die verfassungsmäßige Ordnung sowie der Verbreitung falscher Informationen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Montag versprochen, dass seine Koalitionsregierung mit den Sozialdemokraten ihre Arbeit fortsetzen wird. Die demokratische Zukunft Deutschlands hänge davon ab, sagte Merz. Zuvor hatte seine konservative Partei bei mehreren Wahlen Niederlagen gegen die extreme Rechte und die radikale Linke erlitten, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Im nordöstlichen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern kam die migrationskritische und prorussische Alternative für Deutschland, AfD, auf den ersten Platz. In Berlin konnte die Partei Die Linke die von Bundeskanzler Friedrich Merz geführte Christlich Demokratische Union, CDU, hinter sich lassen. Diese beiden Niederlagen kommen zu einem weiteren Rückschlag vom 6. September hinzu. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ging die AfD als stärkste Kraft aus der Abstimmung hervor.
Die rumänische Volleyball-Herrenmannschaft trifft am Dienstag im Viertelfinale der Europameisterschaft auf den Olympiasieger Frankreich. Am Sonntag besiegte Rumänien die Ukraine glatt in drei Sätzen, während Frankreich Portugal mit 3:0 schlug. Rumänien und Frankreich waren bereits in der vergangenen Woche in der Gruppenphase in Cluj-Napoca aufeinandergetroffen; damals gewann Rumänien mit 3:2. Für die rumänische Nationalmannschaft ist es das zweite Mal in Folge, dass sie das EM-Viertelfinale erreicht. Das diesjährige Turnier wird gemeinsam von Italien, Bulgarien, Finnland und Rumänien ausgerichtet.