Nachrichten 07.11.2026
Die wichtigsten Meldungen im Überblick
Newsroom, 07.11.2026, 19:44
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommt am Montag nach Rumänien als Teil ihrer eRise in die Schwarzmeerregion vor dem Hintergrund der jüngsten russischen Drohnenangriffe auf Handelsschiffe vor den Küsten Rumäniens und Bulgariens. In Bukarest trifft sich von der Leyen mit Präsident Nicușor Dan und Premierminister Luca Niculescu, um über die europäische Verteidigung und Sicherheit, insbesondere die Lage im Schwarzmeerraum, die Wettbewerbsfähigkeit der EU und die Energiepolitik zu diskutieren. Weitere Themen sind die Erweiterung der Union, die Unterstützung Rumäniens für die Republik Moldau sowie die Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen EU-Haushalt, wie Präsidialberater Valentin Naumescu mitteilte. Am Dienstag reist von der Leyen in die bulgarische Stadt Warna.
Ministerpräsident Luca Niculescu berät mit Energieminister Dumitru Chisăliță und der Leitung des staatlichen Energieunternehmens Nuclearelectrica über den Betrieb des Kernkraftwerks Cernavodă und strategische Projekte. Am Freitag wurde dort ein Reaktor wieder ans nationale Stromnetz angeschlossen. Er war am 28. Juli wegen der extrem niedrigen Wasserstände infolge der schweren Dürre kontrolliert heruntergefahren worden. Die Fachleute des Kraftwerks hatten entschieden, dass ein sicherer Betrieb nicht mehr gewährleistet werden könne. Mitte August musste wegen der anhaltenden Wasserknappheit auch Block 2 abgeschaltet werden. Das Kernkraftwerk Cernavodă deckt mit seinen beiden Reaktoren von jeweils 700 MW rund 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs. Weitere 30 Prozent des Stroms stammen aus Wasserkraft, 17 Prozent aus Erdgas, etwa 15 Prozent aus Windkraft, 13 Prozent aus Kohle und fünf Prozent aus Solarenergie.
Schweden führt ab Donnerstag für sechs Monate wieder Grenzkontrollen ein. Die Regierung begründet die Entscheidung mit einer ernsthaften Bedrohung der öffentlichen Ordnung und der inneren Sicherheit. Die Sicherheitslage infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe zu hybriden Bedrohungen und Aktivitäten feindlicher Akteure innerhalb des Schengen-Raums geführt. Die Kontrollen können an Land-, Luft- und Seegrenzen stattfinden. Schweden ist nicht das einzige europäische Land, das zu dieser Maßnahme greift. Auch Dänemark und Norwegen haben für den Zeitraum vom 12. November 2026 bis zum 11. Mai 2027 Kontrollen an ihren Grenzen angekündigt und auf die Gefahr von Sabotageakten und andere Bedrohungen der inneren Sicherheit verwiesen. Auch Deutschland, Österreich, Polen und Frankreich haben vorübergehende Kontrollen an bestimmten Binnengrenzen gemeldet. Die Wiedereinführung solcher Kontrollen ist nach EU-Recht zulässig, gilt aber als Ausnahme und soll nur als letztes Mittel eingesetzt werden.
Mehrere Fernsehsender in Europa haben am Freitag Bombendrohungen erhalten, die sich als falsch erwiesen, aber zu Evakuierungen der Gebäude und zur Unterbrechung des Sendebetriebs führten. Die Vorfälle reihen sich ein in eine Serie falscher Bombendrohungen, die in den vergangenen Tagen den Flugverkehr in zahlreichen europäischen Ländern beeinträchtigt haben, darunter auch in Rumänien. Flugzeuge mussten umgeleitet werden oder notlanden. Anschließend wurden Sicherheitskontrollen durchgeführt. Sprengstoff wurde in keinem der Fälle gefunden. Ähnliche Drohungen gab es an Flughäfen in Österreich, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Italien und Polen. Gleichzeitig sorgen Cyberangriffe und Internetbetrug in mehreren europäischen Ländern für Besorgnis. Spanien bezeichnete die Vorfälle als hybride Angriffe. Italien forderte unterdessen höhere Ausgaben für die europäische Verteidigung und Sicherheit, um die zivile Infrastruktur besser zu schützen.
In Frankreich kommt es zu neuen Protesten gegen die steigenden Lebenshaltungskosten. Um weitere Ausschreitungen und Vandalismus zu verhindern, wurden rund 70.000 Polizisten und Gendarmen mobilisiert. Die aktuelle Protestwelle hatte Mitte September begonnen. Zunächst beteiligten sich Schüler und Studenten, die gegen die unzureichende Finanzierung des Bildungswesens protestierten. Später schlossen sich Gewerkschaften und die sogenannten Gelbwesten an. Einige Gewerkschaften und Jugendorganisationen riefen dazu auf, die Proteste fortzusetzen. Sie kritisieren, dass die Regierung zu spät auf ihre Forderungen reagiert habe. Die Regierung hält unterdessen an ihrem Verhandlungsfahrplan fest. Ministerpräsident Sébastien Lecornu empfängt am Montag Vertreter der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände. Dabei soll es unter anderem um eine mögliche Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns gehen. Ebenfalls am Montag trifft der Regierungschef Vertreter der Gymnasiasten. Er hofft, bei deren Forderungen Fortschritte zu erzielen. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Regierung erste Maßnahmen und zusätzliche Haushaltsmittel für das Bildungswesen angekündigt.