Nachichten 04.11.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 04.11.2026, 18:30
Der rumänische Präsident Nicușor Dan hat sich am Mittwoch in Bukarest mit dem US-Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Sicherheitslage im Schwarzmeerraum und die Notwendigkeit eines gemeinsamen transatlantischen Vorgehens gegen bestehende Bedrohungen. Colby, die Nummer zwei im US-Verteidigungsministerium, gehört zu den maßgeblichen Verantwortlichen für die Überprüfung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa. Das rumänische Staatsoberhaupt bekräftigte, dass Bukarest weiterhin uneingeschränkt zur Strategischen Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten stehe. Die USA seien ein unverzichtbarer und verlässlicher Verbündeter. Rumänien leiste damit einen wichtigen Beitrag zur regionalen Abschreckung und zur Projektion amerikanischer Macht im Schwarzmeerraum und darüber hinaus. Nicușor Dan wies zudem darauf hin, dass Rumänien mit dem gesamten Spektrum hybrider Bedrohungen konfrontiert sei. Dazu gehörten Cyberangriffe, Sabotageakte, das Eindringen von Drohnen in den rumänischen Luftraum und in die Hoheitsgewässer, Provokationen sowie intensive Desinformationskampagnen. Abschließend betonte der rumänische Präsident, dass sein Land weiterhin auf das kontinuierliche Engagement der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten zähle.
Der staatlich kontrollierte rumänische Atomstromproduzent Nuclearelectrica hat am Mittwoch angekündigt, einen seiner beiden Reaktoren am 6. November wieder ans nationale Stromnetz anzuschließen. Bis zum darauffolgenden Tag soll der Reaktor wieder seine volle Leistung erreichen. Der außergewöhnlich niedrige Wasserstand der Donau, die zur Kühlung der Reaktoren genutzt wird, hatte dazu geführt, dass die beiden Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Cernavodă im Südosten Rumäniens Ende Juli beziehungsweise Anfang August abgeschaltet werden mussten. Die beiden Reaktoren liefern zusammen rund ein Fünftel der gesamten Stromproduktion Rumäniens.
Heftige Regenfälle und Sturmböen infolge eines starken Mittelmeertiefs haben in Rumänien schwere Überschwemmungen verursacht. In Dutzenden Ortschaften in mehreren Landkreisen entstanden Sachschäden. Zudem kam es zu Verkehrsbehinderungen und erheblichen Störungen im Bahn- und Schiffsverkehr. Die Hydrologen warnen vor schnell ansteigenden Wasserständen und weiteren Überschwemmungen. Das Umweltministerium hat die örtlichen Behörden aufgefordert, eine ständige Einsatzbereitschaft sicherzustellen und die Bevölkerung umgehend zu warnen. Außerdem sollen die Hochwasserschutzpläne streng eingehalten werden. Besonders schwer betroffen waren der Süden und Südosten des Landes. Dort galt teilweise die höchste Hochwasserwarnstufe. Im südöstlichen Kreis Constanta fielen örtlich mehr als 80 bis 90 Liter Regen pro Quadratmeter. Einsatzkräfte waren rund um die Uhr damit beschäftigt, Wasser aus Dutzenden Häusern, Höfen und Kellern abzupumpen.
Die öffentlichen Investitionen in Rumänien sind im dritten Quartal dieses Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 um fast 50 Prozent gestiegen. Gleichzeitig lag das Haushaltsdefizit mit über 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts unter dem geplanten Wert. Das teilte das Finanzministerium mit. In den ersten neun Monaten des Jahres sank das Defizit auf 3,8 Prozent des BIP. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch 5,3 Prozent betragen. Finanzminister Alexandru Nazare warnte jedoch, dass das Erreichen des Jahresziels davon abhängt, ob Rumänien die letzten Tranchen aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan erhält. Dabei geht es um mehr als vier Milliarden Euro.
Die durchschnittliche Kaufkraft pro Kopf in Europa steigt 2026 auf 21.153 Euro. In Rumänien liegt sie bei 11.283 Euro. Damit fällt das Land im europäischen Vergleich von Platz 31 auf Platz 32 zurück. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie hervor. Die höchsten verfügbaren Einkommen haben die Einwohner Liechtensteins, der Schweiz und Islands. Am unteren Ende der Rangliste liegen die Ukraine, der Kosovo und die Republik Moldau. In vielen europäischen Ländern konzentriert sich die Kaufkraft weiterhin auf die Hauptstadregionen. Auch in Rumänien verfügen die Einwohner der Region Bukarest über eine mehr als doppelt so hohe Kaufkraft wie der Landesdurchschnitt. Die Kaufkraft bezeichnet das verfügbare Einkommen nach Abzug von Steuern und Pflichtbeiträgen. Dazu zählen auch staatliche Leistungen.
Die Demokraten haben bei den Zwischenwahlen am Dienstag sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus die Mehrheit errungen. Sie feierten deutliche Wahlsiege und drangen tief in traditionell republikanische Hochburgen vor. Das Ausmaß der demokratischen Erfolgswelle wurde zunehmend deutlich, als die Partei auch in lange als uneinnehmbar geltenden Staaten gewann. Dazu gehörten konservative Hochburgen wie South Carolina, Texas und Iowa. Das Ergebnis verdeutlicht die große Unzufriedenheit vieler Wähler mit dem Umgang von Präsident Donald Trump mit der Wirtschaft. Hinzu kommt die Kritik an seiner Entscheidung, im Februar einen Krieg gegen den Iran zu beginnen. Dieser hat zu höheren Kraftstoffpreisen geführt. Der republikanisch ausgerichtete Sender Fox News bezeichnete das Ergebnis als schweren politischen Schlag für Trump. Ab Januar kommenden Jahres muss sich der Präsident auf ein Parlament einstellen, das seiner Politik ablehnend gegenübersteht. Es dürfte zahlreiche Vorhaben blockieren und Untersuchungen zu mehreren heiklen Themen einleiten, die den Präsidenten und seine Verbündeten aus der MAGA-Bewegung betreffen.