Nachrichten 23.04.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 23.04.2026, 18:17
Die sozialdemokratischen Minister haben am Donnerstag ihren Rücktritt aus dem von dem liberalen Premier Ilie Bolojan geführten Kabinett in Bukarest eingereicht. Betroffen sind sechs Ressorts – Arbeit, Justiz, Landwirtschaft, Energie, Verkehr und Gesundheit – sowie ein Amt des Vizepremiers. Nach diesen Abgängen stützt sich die Regierung nur noch auf die Parteien PNL, USR und UDMR. Premierminister Ilie Bolojan kündigte an, das Amt des Energieministers vorübergehend selbst zu übernehmen, während Vizepremier Cătălin Predoiu von der PNL das Justizministerium leiten wird. Die vakante Position des Vizepremiers wurde Oana Gheorghiu übertragen. Die übrigen unbesetzten Ministerien werden kommissarisch von den verbliebenen Kabinettsmitgliedern geführt: Das Arbeitsressort übernimmt Dragoș Pîslaru von der USR, derzeit Minister für europäische Projekte. Das Gesundheitsministerium geht an Cseke Attila von der UDMR, aktuell Entwicklungsminister. Die Landwirtschaft wird von Vizepremier Tánczos Barna geführt, während das Verkehrsministerium Vizepremier Radu Miruță von der USR übernimmt, der zugleich Verteidigungsminister ist. Laut Gesetz kann eine solche Übergangsphase bis zu 45 Tage dauern. Die PSD kündigte an, sich an der Bildung einer neuen Regierung beteiligen zu wollen – entweder mit einem politischen Premierminister oder einem Technokraten. Präsident Nicușor Dan führte am Mittwoch in seiner Rolle als Vermittler Gespräche mit den Vorsitzenden aller Parteien der aktuellen Regierungskoalition. Ziel war es, eine Lösung für die politische Stabilität des Landes und die Fortsetzung einer pro-europäischen Regierung zu finden. Die Konsultationen endeten jedoch ohne klare Einigung zur Überwindung der aktuellen politischen Blockade. Die Positionen der Parteien bleiben unverändert: Die PSD fordert den Rücktritt von Premierminister Ilie Bolojan, während PNL, USR und UDMR ihm weiterhin ihre Unterstützung zusichern.
Die Nationalbank Rumäniens (BNR) veranstaltet heute und morgen die sechste Ausgabe der Veranstaltung „Tag der offenen Tür“, in diesem Jahr anlässlich des 146. Jahrestages ihrer Gründung. Bei geführten Rundgängen erhält die Öffentlichkeit Zugang zu den eindrucksvollsten Räumen des Alten Palastes der BNR im Bukarester Stadtzentrum, erfährt bisher unbekannte Informationen zur Geschichte der Bank und kann die bedeutendsten Exponate des hauseigenen Museums besichtigen. Darüber hinaus können Besucher die faszinierende Geschichte der Landeswährung anhand der Ausstellung „Geld spricht zu uns: die Geschichte des Leu vom Metall zum Polymer“ entdecken und einige der Goldbarren bewundern, die zur internationalen Reserve Rumäniens gehören.
Die Bukarester Regierung hat am Donnerstag unter anderem eine Dringlichkeitsverordnung verabschiedet, die die Zulassung und Tätigkeit von Unternehmen regelt, die ausländische Arbeitskräfte nach Rumänien vermitteln. Vorgesehen sind eine strengere Kontrolle dieser Firmen, der Abbau von Bürokratie sowie die Digitalisierung der Verfahren. Darüber hinaus werden Arbeitgeber klare Pflichten hinsichtlich Lohn, Unterkunft und Arbeitsbedingungen für die beschäftigten Arbeitskräfte erhalten; bei Verstößen drohen Sanktionen.
Christen, auch in Rumänien, begehen heute das Fest des Heiligen Großmärtyrers Georg, eines Märtyrers aus dem 4. Jahrhundert und Schutzpatrons der Rumänischen Landstreitkräfte. Fast eine Million Rumänen feiern an diesem Tag ihren Namenstag. Der Heilige Georg war General der römischen Armee unter Kaiser Diokletian und wurde Opfer der Christenverfolgung. Er wurde inhaftiert und gefoltert, um ihn zum Abschwören des christlichen Glaubens zu zwingen, widerstand jedoch und wurde hingerichtet. Am Mittwoch wurde das Haupt des Heiligen vom Berg Athos als Pilgerreliquie in das Pantokrator-Kloster im Süden Rumäniens überführt. Die heiligen Reliquien befinden sich zum ersten Mal in Rumänien und verbleiben dort bis zum 28. April. Im vergangenen Jahr hatte das Pantokrator-Kloster die vollständigen Reliquien der Heiligen Kaiserin Helena nach Rumänien gebracht, die die venezianische Basilika, in der sie aufbewahrt werden, nur selten verlassen.