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Nachrichten 22.04.2026

Die wichtigsten Meldungen des Tages

Nachrichten 22.04.2026
Nachrichten 22.04.2026

, 22.04.2026, 18:33

Der Präsident Rumäniens, Nicușor Dan, hat am Mittwoch Konsultationen mit den Spitzen der Regierungskoalition einberufen, die das Kabinett unter dem liberalen Premierminister Ilie Bolojan gebildet haben. Zuvor hatte die Sozialdemokratische Partei PSD am Montag ihre politische Unterstützung für den Regierungschef zurückgezogen. Im Mittelpunkt der Gespräche steht die rasche Suche nach einer Lösung für eine stabile Regierungsführung, um finanzielle Blockaden zu vermeiden. Als Erste nahmen die Sozialdemokraten an den Konsultationen teil. Nach ihren Angaben wäre eine Fortsetzung der Koalition möglich, allerdings mit einem anderen Premierminister. PSD-Vorsitzender Sorin Grindeanu warnte, sollte keine Einigung erzielt werden, könne seine Partei in die Opposition gehen und ein Minderheitskabinett nicht unterstützen. Unabhängig davon werde die PSD die internationalen Verpflichtungen Rumäniens weiterhin mittragen. Der Vorsitzende der Nationalliberalen Partei PNL und amtierende Premierminister Ilie Bolojan bekräftigte seinerseits, dass er an seinem Mandat festhalte. Zugleich sicherte die PNL zu, die Regierungsarbeit sowohl auf Exekutiv- als auch auf Parlamentsebene zu unterstützen, damit die politische Krise möglichst geringe Auswirkungen auf die Aufnahme europäischer Mittel und die wirtschaftliche Lage hat. Nach seinem Gespräch mit dem Staatspräsidenten erklärte UDMR-Chef Kelemen Hunor, ein Minderheitskabinett aus PNL, USR und UDMR sei denkbar, sofern es Unterstützung durch einzelne Abgeordnete gebe. Er stellte zudem klar, dass die Minister der Union im Amt bleiben, und zeigte sich skeptisch gegenüber der Option eines technokratischen Premierministers. Auch Vertreter der nationalen Minderheiten trafen sich mit dem Präsidenten, verzichteten jedoch auf Stellungnahmen. Im Laufe des Tages werden am Präsidialamt in Bukarest noch die Vertreter der USR erwartet. Präsident Nicușor Dan hatte zuletzt betont, er werde so lange Konsultationen ansetzen, wie nötig, um eine stabile und pro-europäische Regierungsformel zu finden.

 

In Rumänien bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Eine aktuelle Studie des Kreditversicherers Coface zeigt, dass Unternehmen in Mittel- und Osteuropa weiterhin unter Unsicherheit leiden, wobei Rumänien besonders betroffen ist. Als größte Risiken gelten geopolitische Spannungen sowie steigende Energiepreise. Insgesamt nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen leicht zu, in Rumänien wurden rund 7.500 Fälle registriert, vor allem im Handel und Bauwesen. Gründe sind sinkendes Wachstum, steigende Kosten und schrumpfende Gewinnmargen.

 

In Rumänien sorgt auch ein Justizfall um den Leiter des Departements für Notfallsituationen für Aufmerksamkeit. Raed Arafat wurde im Zusammenhang mit dem Ankauf eines Hubschraubers aus Großbritannien angeklagt. Er weist die Vorwürfe zurück und erklärt, das Luftfahrzeug sei zur Ersetzung eines verunglückten Rettungshubschraubers im Interesse des Staates angeschafft worden. Insgesamt sind 17 Personen in dem Verfahren angeklagt. Der Staat soll laut Ermittlern durch Steuerhinterziehung einen Schaden von rund 900.000 Euro erlitten haben.

 

In Rumänien ist ein bedeutendes Kulturgut nach seiner Rückkehr aus den Niederlanden wieder öffentlich zu sehen. Der Helm von Coțofenești sowie zwei goldene dakische Armreifen wurden im Rumänischen Nationalen Geschichtsmuseum in Bukarest ausgestellt. Ein drittes Artefakt bleibt weiterhin verschwunden. Die Stücke waren zuvor bei einem Museumsraub entwendet worden. Sie stehen nun unter strenger Bewachung und sollen teilweise restauriert werden. In den Niederlanden läuft weiterhin der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter.

 

In der rumänischen Industrie gibt es eine mögliche Rettungsaktion für den Düngemittelhersteller Azomureș. Der staatlich dominierte Gaskonzern Romgaz hat ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das Unternehmen hatte seine Produktion zuvor eingestellt, die Beschäftigten waren in Kurzarbeit. Die Gewerkschaften reagierten vorsichtig optimistisch und setzten geplante Proteste aus.

 

In Rumänien blieb es kühl mit vielen Wolken, besonders im Süden und Südosten. In den Bergregionen kam es weiterhin zu Schneefall oberhalb von etwa 1400 Metern. Die Temperaturen erreichten Höchstwerte zwischen 7 und 17 Grad, in Bukarest lagen sie bei rund 11 Grad.

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