Nachrichten 29.07.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 29.07.2026, 18:16
Die rumänische Übergangsregierung reagiert auf den Personalmangel im Gesundheitswesen. Das Kabinett hat die Schaffung von mehr als 6.850 neuen Stellen beschlossen, vor allem für Pflegekräfte, Krankenpfleger und Ärzte. Die Entscheidung fällt inmitten eines landesweiten Generalstreiks, zu dem die Gewerkschaftsföderation Sanitas in rund 500 öffentlichen Krankenhäusern aufgerufen hat. Die Gewerkschaften protestieren gegen den akuten Personalmangel und gegen die geplante Reform der Gehälter im öffentlichen Dienst. Sie befürchten Einkommenseinbußen für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Ministerpräsident Ilie Bolojan wies diese Kritik zurück. Der Streik beruhe auf Fehlinformationen, erklärte er. Kein Beschäftigter müsse mit einer Gehaltskürzung rechnen.
Rumäniens Premierminister Ilie Bolojan hat am Mittwoch ein Telefongespräch mit dem kasachischen Ministerpräsidenten Olzhas Bektenow geführt. Im Mittelpunkt stand die Sicherheit der Rohölversorgung Rumäniens. Nach Angaben der Regierung ging es dabei vor allem um den Betrieb der Caspian Pipeline Consortium, kurz CPC – einer für die kasachischen Ölexporte und die Energiesicherheit Europas zentralen Pipeline. Bolojan betonte, dass Rumänien ein unmittelbares Interesse an einem unterbrechungsfreien Betrieb der Leitung habe. Die Raffinerie Petromidia, die größte des Landes, verarbeitet einen bedeutenden Teil des aus Kasachstan stammenden Rohöls und trägt damit zur Stabilität des rumänischen Marktes sowie zu den Exporten von Erdölprodukten bei. Außerdem sprachen beide Regierungschefs über die Fortsetzung der Zusammenarbeit zwischen Rumänien, Kasachstan und den europäischen Partnern, um die Energiesicherheit und die Widerstandsfähigkeit strategischer Infrastruktur weiter zu stärken. Die CPC-Pipeline transportiert kasachisches Rohöl über das russische Terminal Noworossijsk ans Schwarze Meer. In der vergangenen Woche musste Kasachstan die Lieferungen jedoch vorübergehend aussetzen, nachdem ukrainische Angriffe russische Schiffe und Infrastruktur getroffen hatten.
Das Abgeordnetenhaus in Bukarest hat am Mittwoch den Gesetzentwurf zur Ratifizierung des SAFE-Darlehensabkommens zwischen der Europäischen Union und Rumänien verabschiedet. Das Abkommen hat ein Volumen von fast 17 Milliarden Euro und dient der Finanzierung von Investitionen in die Verteidigung sowie in strategische Infrastruktur. Die bereits im Mai unterzeichnete Vereinbarung wurde von den Abgeordneten ohne Änderungen angenommen. Nun wird sich auch der Senat mit dem Gesetzentwurf befassen, der in diesem Fall das entscheidende Gremium ist. Ebenfalls am Mittwoch hat das Abgeordnetenhaus als entscheidende Kammer ein Gesetz verabschiedet, das eine vorübergehende und schrittweise Senkung der Verbrauchsteuer auf Dieselkraftstoff vorsieht. Die Maßnahme gilt zunächst für drei Monate und kann bei Bedarf mehrfach verlängert werden. Sie wurde von allen Parlamentsfraktionen unterstützt und soll die Kraftstoffpreise an den Tankstellen senken.
Die Dürre im Donaubecken verschärft sich weiter. Nach Angaben von Experten führt die Donau in Rumänien derzeit nur noch rund ein Drittel der für diese Jahreszeit üblichen Wassermenge. Anfang August könnte der Pegel den historischen Tiefstand von 1985 nahezu erreichen. Für die Landwirtschaft gelten bereits Bewässerungsbeschränkungen. Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ist nach Angaben der Behörden jedoch nicht gefährdet. Wegen des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands wurde der erste Reaktor des Kernkraftwerks Cernavodă am Dienstag kontrolliert abgeschaltet und vom Stromnetz getrennt. Außerdem lief ein Flusskreuzfahrtschiff mit 186 Passagieren auf eine Sandbank auf. Die Touristen wurden in den bulgarischen Donauhafen Vidin gebracht. Das Schiff sitzt weiterhin auf rumänischer Seite fest.
Im Streit um russische Drohnenverletzungen des rumänischen Luftraums verschärft sich der Ton zwischen Bukarest und Moskau. Das russische Außenministerium wies die rumänischen Vorwürfe erneut als unbegründet zurück und kündigte eine Reaktion auf die Ausweisung eines russischen Diplomaten an. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa erklärte, die rumänische Bevölkerung werde die Haltung ihrer Regierung nicht unterstützen. Zugleich warnte sie Bukarest vor einer weiteren Einmischung in den Krieg gegen die Ukraine. Rumänien hatte am Montag einen russischen Diplomaten ausgewiesen, nachdem russische Drohnen wiederholt den rumänischen Luftraum verletzt hatten. Allein seit vergangenem Freitag schossen rumänische F-16-Kampfflugzeuge drei Drohnen ab. Bereits im Mai war eine russische Drohne in der ost-rumänischen Stadt Galați auf ein Wohngebäude gestürzt. Dabei wurden eine Frau und ein Kind verletzt.
Rumänien setzt seine Unterstützung bei der Waldbrandbekämpfung in Frankreich fort. Am Mittwoch ist ein weiteres Kontingent von rund 40 Feuerwehrleuten nach Frankreich aufgebrochen. Es handelt sich bereits um den dritten Personalwechsel im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzverfahrens. Rumänien hat seinen Einsatz um zwei Wochen verlängert. Bis Mitte August stehen die Einsatzkräfte den französischen Behörden bei Bedarf zur Verfügung.
Der neue Ministerpräsident der Republik Moldau besucht am Donnerstag erstmals Rumänien. Vasile Tofan trifft in Bukarest seinen rumänischen Amtskollegen Ilie Bolojan. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen gemeinsame Infrastruktur- und Energieprojekte sowie die Sicherheitslage in der Region vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Außerdem will Bolojan die Unterstützung Rumäniens für den EU-Beitritt der Republik Moldau bekräftigen. Geplant sind außerdem Gespräche mit Präsident Nicușor Dan sowie mit den Spitzen des rumänischen Parlaments.
Präsident Nicușor Dan hat den Opfern des schweren Erdbebens in Japan sein Mitgefühl ausgesprochen. In einer Mitteilung auf der Plattform X sprach er den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,1 im Südwesten Japans kam mindestens ein Mensch ums Leben. Dutzende weitere wurden verletzt. Die Rettungsarbeiten dauern an.
Im Fußball kämpft der rumänische Meister Universitatea Craiova heute Abend um den Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der Champions League. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel empfängt Craiova den bulgarischen Vertreter Levski Sofia zum Rückspiel. Auch in der Qualifikation zur Conference League stehen für drei rumänische Vereine entscheidende Begegnungen auf dem Programm. Universitatea Cluj tritt auswärts beim norwegischen Klub Brann Bergen an. CFR Cluj empfängt den armenischen Vertreter Alaşkert, und FCSB gastiert beim lettischen Verein Auda.
Nach Angaben des rumänischen Wetterdienstes breitet sich ab Donnerstag von Westen her eine neue Hitzewelle aus. Ihren Höhepunkt soll sie zwischen dem 3. und 6. August erreichen. Bereits heute werden im Westen, Süden und Teilen der Landesmitte Temperaturen bis 35 Grad gemessen. Vereinzelt sind in den Ostkarpaten und südlich davon Schauer und Gewitter möglich. Die Höchstwerte liegen landesweit zwischen 25 und 35 Grad Celsius.