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Baustatik der Gebäude in Rumänien

Die verheerenden Auswirkungen des Erdbebens in der Türkei rücken die Frage der Verstärkung erdbebengefährdeter Gebäude in Rumänien wieder in den Fokus.

Baustatik der Gebäude in Rumänien
Baustatik der Gebäude in Rumänien

, 08.02.2023, 13:24


Die türkische und die syrische Tragödie, die durch ein verheerendes Erdbeben ausgelöst wurde, erinnert uns an die dramatischen Momente, die Rumänien, insbesondere Bukarest und das Gebiet au‎ßerhalb der Karpaten, nach dem Erdbeben vom 4. März 1977 erlebt hat. Es folgen Fragen nach dem Risiko eines Bebens der Stärke 7 und wie die Behörden darauf vorbereitet sind. Der Seismologe Mihail Diaconescu vom Nationalen Institut für Forschung und Entwicklung in der Erdphysik (INPF) erklärte, dass sich das erste Erdbeben in der Stärke 7,8 in der Nähe eines Übergangs zwischen drei lithosphärischen Platten, der arabischen Platte, der afrikanischen Platte und dem anatolischen tektonischen Block, ereignete. Er betonte, dass das Gebiet nicht mit der seismischen Zone in Vrancea im Südosten Rumäniens verglichen werden kann, die die wichtigsten seismischen Bewegungen in unserem Land erzeugt. Obwohl es keine Gefahr von seismischen Bewegungen wie in der Türkei gibt, kann die Gefahr eines Erdbebens ähnlicher Stärke nicht ausgeschlossen werden. Vrancea zeigt derzeit jedoch keine Anzeichen einer erhöhten seismischen Aktivität, merkte Mihail Diaconescu an. Die Gebiete sind nicht vergleichbar, nur in der Grö‎ßenordnung möglicherweise. Gemä‎ß dem Katalog des Instituts für Forschung und Entwicklung in der Erdphysik wurde in Rumänien im 19. Jahrhundert ein Erdbeben der Stärke 7,9 registriert, was der maximalen Stärke entsprechen würde, die Vrancea erzeugen könnte. Da es sich jedoch um ein historisches Erdbeben handelt, könnte es leicht überschätzt werden. Es ist nicht ersichtlich, dass Vrancea im Rahmen der Hintergrundseismizität der Region ein verdächtiges Verhalten an den Tag legt.“ Die tragische Erfahrung in der Türkei zeigt uns, dass bei allen Bauma‎ßnahmen die Regeln eingehalten werden müssen, sagt der Seismologe Mihail Diaconescu.



In Rumänien gibt es etwa 2 700 erdbebengefährdete Gebäude, die meisten davon in Bukarest. In den vergangenen 15 Jahren hat jedoch keine einzige Kreishauptstadt Ma‎ßnahmen zur Sanierung von Gebäuden ergriffen: Die Trägheit einiger Leute in der Verwaltung ist schuld, die die Projekte nicht gründlich vorbereiten, um mit der Sanierung und Verstärkung der Baustatik fortzufahren. Es gibt keine Landkreishauptstadt, insbesondere nicht Bukarest, die in den vergangenen 15 Jahren kein Geld für die Sanierung von Gebäuden erhalten hat. Jahr für Jahr bleiben Gelder des Entwicklungsministeriums und europäische Mittel ungenutzt, weil wir nicht daran arbeiten, um Projekte zur Verstärkung der Baustatik durchzuführen und in die Praxis umzusetzen.“ Dies sagte der Präfekt der Landeshauptstadt, Toni Grebla.




Laut Angaben des Entwicklungsministers Attila Cseke wurden im Rahmen des neuen nationalen Programms zur Verstärkung erdbebengefährdeter Gebäude mehr als 200 Gebäudeziele vorgeschlagen — Gebäude lokaler Behörden, öffentliche Gebäuden und Wohnblocks. Das Programm umfasst Gebäude mit Erdbebenrisiko 1 sowie Gebäude mit Erdbebenrisiko 2, die in Bezug auf das Erdbebenrisiko fast identisch sind. Im vorangegangenen Programm, das zwischen 1994 und 2021 lief, wurden lediglich 28 Gebäude saniert. Bei einem ähnlichen Erdbeben wie 1977 drohen 23.000 Gebäude in Bukarest erhebliche Schäden, warnen Experten.


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