Rückblick auf die Ereignisse der Woche 06.07.–10.07.2026
NATO-Gipfel: Mehr Geld für Verteidigung, klare Zusagen an die Ukraine; Kanadas Außenministerin in Bukarest; Wirtschaft: Warnsignale für Rumänien; Abitur: Bestehensquote leicht gestiegen; Fußball: Gute Ausgangslage für rumänische Clubs
Mihai Pelin und Sorin Georgescu, 11.07.2026, 17:15
NATO-Gipfel: Mehr Geld für Verteidigung, klare Zusagen an die Ukraine
Rumänien war beim NATO-Gipfel in Ankara durch Präsident Nicușor Dan vertreten. In ihrer Abschlusserklärung bekräftigten die Bündnisstaaten ihre uneingeschränkte Verpflichtung zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 des NATO-Vertrags. Gemeinsam mit Kanada kündigten die europäischen Verbündeten neue Rüstungsaufträge im Wert von mehr als 50 Milliarden Dollar an und sagten der Ukraine für 2026 Militärhilfe in Höhe von 70 Milliarden Euro zu. Russland wird weiterhin als langfristige Bedrohung für die euroatlantische Sicherheit eingestuft.
Präsident Dan kündigte an, dass Rumänien seine Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit im kommenden Jahr auf insgesamt 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen werde. Er hob zudem die strategische Bedeutung der Schwarzmeerregion hervor, bekräftigte die Unterstützung für die Ukraine und sprach sich für eine stärkere Unterstützung der Verteidigungsfähigkeit der Republik Moldau aus.
Am Rande des Gipfels unterzeichnete Rumänien mehrere Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit im Bereich der Drohnenabwehr. Außerdem schloss sich das Land der von Kanada initiierten Initiative zur Gründung einer Bank für Verteidigung, Sicherheit und Resilienz an. Eines der Regionalbüros der neuen Einrichtung soll in Rumänien entstehen.
Kanadas Außenministerin in Bukarest
Die kanadische Außenministerin Anita Anand hat Rumänien besucht. Präsident Nicușor Dan bezeichnete die Beziehungen beider Länder als enges und stetig wachsendes Bündnis, das auf gemeinsamen Werten beruhe. Er dankte Kanada insbesondere für seinen Beitrag zur Sicherung der NATO-Ostflanke und für die Beteiligung an der Minenräumung im Schwarzen Meer.
Auch bei Gesprächen mit Außenministerin Oana Țoiu standen der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sowie die Modernisierung und Erweiterung des Kernkraftwerks Cernavodă mit kanadischer CANDU-Technologie im Mittelpunkt. Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern liegt inzwischen bei rund einer Milliarde Euro.
Wirtschaft: Warnsignale für Rumänien
Die rumänische Wirtschaft ist im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht geschrumpft. Nach Angaben des Nationalen Statistikamtes ging das Bruttoinlandsprodukt real um gut ein Prozent zurück. Belastet wurde die Entwicklung vor allem durch Einbußen in Industrie, Handel und Verkehr.
Die Nationalbank warnt zudem vor anhaltenden wirtschaftlichen Risiken. Als größte Herausforderungen nennt sie die hohen Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite sowie die geopolitischen Spannungen. Um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern, fordert sie eine glaubwürdige Finanzpolitik und eine schnellere Nutzung der EU-Fördermittel.
Abitur: Bestehensquote leicht gestiegen
Die Ergebnisse der diesjährigen Abiturprüfungen sind veröffentlicht worden. Insgesamt bestanden über 94.000 der gut 126.000 Teilnehmer die Prüfungen. Die Bestehensquote lag damit bei 74,8 Prozent und fiel etwas höher aus als im Vorjahr. 45 Schüler erreichten die Höchstnote.
Fußball: Gute Ausgangslage für rumänische Clubs
Die rumänischen Fußballvereine sind mit unterschiedlichen Ergebnissen in die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe gestartet. Meister Universitatea Craiova gewann das Hinspiel der ersten Qualifikationsrunde zur Champions League auf neutralem Platz in Ungarn gegen den belarussischen Vertreter ML Wizebsk deutlich mit 4:1 und hat damit beste Chancen auf den Einzug in die nächste Runde. Vizemeister Universitatea Cluj erreichte in der ersten Qualifikationsrunde der Europa League ein torloses Unentschieden gegen Dynamo Kiew. Die Rückspiele finden Mitte kommender Woche in Craiova beziehungsweise Cluj statt.