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Arbeitsmigration aus Asien nach Rumänien – rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen

Die Präsenz asiatischer Arbeitskräfte war in den vergangenen Tagen Anlass für Debatten in den Medien und hat die öffentliche Meinung in Rumänien gespalten.

Sursa foto: unplash.com
Sursa foto: unplash.com

, 17.09.2025, 21:52

Die Präsenz asiatischer Arbeitskräfte war in den vergangenen Tagen Anlass für Debatten in den Medien und hat die öffentliche Meinung in Rumänien gespalten. Ein fremdenfeindlicher Angriff auf einen Lieferfahrer aus Nepal brachte die Verwundbarkeit jener Menschen ans Licht, die in immer größerer Zahl ins Land kommen, um Arbeitsplätze zu übernehmen, die Rumänen nicht wollen oder lieber in westlichen Staaten besetzen. Eine Woche nach dem Vorfall genehmigte die Stadtverwaltung von Bukarest zunächst, sagte dann aber in letzter Minute eine Anti-Migranten-Demonstration ab, die von zwei rechten Formationen organisiert worden war. Im selben Monat kündigte das Rathaus der Hauptstadt zudem an, das Projekt zur Billigung der „Strategie zur Inklusion von Migranten in Bukarest“ vorerst aus der öffentlichen Debatte zurückzuziehen.

 

Ein wesentlicher Aspekt der Situation asiatischer Arbeitskräfte bleibt jedoch völlig unbeachtet: Ihre legale Einreise nach Rumänien mit Arbeitsvisa und der Übergang in die Illegalität aus Gründen, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen. Nach offiziellen Daten des Einwanderungsamtes und des Arbeitsministeriums wurden zwischen 2021 und 2024 rund 250.000 Arbeitsvisa ausgestellt. Im gleichen Zeitraum erhielten nur 138.000 Personen befristete Aufenthaltsgenehmigungen zum Zweck der Arbeit; im November 2024 waren davon weniger als 100.000 noch gültig.

 

Um nach Rumänien zu gelangen, nehmen die meisten Asiaten Kredite in Höhe von mehreren Tausend Euro auf, um die Provisionen der Agenturen (sowohl in Rumänien als auch in den Herkunftsländern), das Flugticket und die Visagebühren zu bezahlen. Viele von ihnen verlieren jedoch ihr Aufenthaltsrecht in bürokratischen Verfahren, auf die sie keinerlei Einfluss haben.

 

Daniela Zaharia-Mănescu, Anwältin mit Spezialisierung auf Migration und Menschenhandel, erklärt, es gebe Fälle, in denen Ausländer bei ihrer Ankunft in Rumänien gezwungen würden, auf völlig anderen Positionen zu arbeiten als jenen, für die sie ursprünglich angeworben wurden:

 

„Also, die Art der Arbeit wird geändert. Wenn er nach Rumänien kommt, entdeckt er, dass er eigentlich etwas anderes arbeiten muss, an einem anderen Ort, vielleicht mit einem ganz anderen Gehalt und unter ganz anderen Arbeits- und Unterkunftsbedingungen, als ihm angeboten wurden – und auch mit einer anderen Arbeitszeit. Wir haben zwei Möglichkeiten: Er akzeptiert unter diesen Bedingungen, oder – wenn er nicht akzeptiert – bekommt er keinen Arbeitsvertrag. In dieser Zeit muss er einen anderen Arbeitgeber finden, damit dieser Arbeitgeber, innerhalb der Frist, die dem ausländischen Staatsbürger noch bleibt, eine Arbeitserlaubnis beantragen kann.“

 

Die Frist, von der die Expertin spricht, entspricht der Gültigkeit des Arbeitsvisums, mit dem die Betroffenen ins Land einreisen: 90 Tage. Daniela Zaharia-Mănescu berichtet weiter:

 

„Man hat keine Zeit, weil das System und die Art und Weise, in der die Arbeitserlaubnis beantragt wird, langwierig sind. Und es gab viele Bürger, die auf diese Weise, ohne tatsächlich eine Schuld zu haben, in die illegale Aufenthaltslage geraten sind. Denn wir müssen zugeben, dass es selbst für uns Rumänen schwer ist, einen Arbeitsplatz zu finden – umso mehr für einen Ausländer. Und dann auch noch dem Arbeitgeber zusätzliche Formalitäten aufzubürden, um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten.“

 

Dies ist nur eine von zahlreichen Situationen, in denen Ausländer in die Illegalität geraten können. Ein zweites häufiges Szenario ist der Wechsel des Arbeitgebers. Ausländer haben nicht nur das Recht, nach einem Jahr Arbeit beim ersten Unternehmen den Arbeitgeber ohne Einschränkungen zu wechseln, viele sind sogar dazu gezwungen. Unternehmen können in Konkurs gehen, ihr Recht verlieren, Ausländer zu beschäftigen, oder schlicht beschließen, dass sie diese nicht mehr benötigen.
Ein Arbeitsplatzwechsel setzt in erster Linie voraus, dass der neue Arbeitgeber eine neue Arbeitserlaubnis beantragt – ein komplexes Verfahren, das eine Reihe von Voraussetzungen und fristgerecht einzureichende Unterlagen umfasst. Dem Ausländer stehen dafür ebenfalls nur 90 Tage zur Verfügung. Obwohl er selbst nur minimal in diesen Prozess eingebunden ist, trägt er allein die Konsequenzen, wenn der Antrag abgelehnt wird.

 

Die Anwältin ist der Ansicht, dass das System den Ausländern keine Verteidigungsmechanismen bietet, wenn es um den Verlust des legalen Status geht. Viele würden sogar Opfer von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung, ohne Zugang zu wirksamer und qualifizierter Rechtsberatung oder Schutz durch den rumänischen Staat.
Gefragt nach möglichen Lösungen für dieses weitreichende und dennoch übersehene Phänomen antwortet Expertin Daniela Zaharia-Mănescu:

„Also, ich weiß nicht – wenn Sie mich fragen würden, würde ich in erster Linie auf Vorschläge für Gesetzesänderungen setzen. In der Begründung klar angeben, welche aktuellen Probleme bestehen, warum die Änderung nützlich ist, wie sie helfen würde, welche Folgen sie hätte. Sicher ist, dass der Wille da sein muss, festzustellen, dass dieses Phänomen existiert. Zunächst einmal müssen wir uns bewusst machen, dass dieses Phänomen existiert. Wir können es nicht stoppen, das ist klar, aber wir können zumindest die negativen Folgen so weit wie möglich abmildern, sodass wir es einigermaßen unter Kontrolle halten und ausländischen Bürgern Schutz bieten.“

 

Im Jahr 2024 erließ die Generalinspektion für Einwanderung 2.876 Rückführungsentscheidungen – eine deutlich geringere Zahl als in den beiden Vorjahren, die von Rumäniens Bemühungen um den Schengen-Beitritt geprägt waren: fast 4.000 im Jahr 2023 und 4.316 im Jahr 2022. Die Rückführungsentscheidung ist der Verwaltungsakt, mit dem die Generalinspektion für Einwanderung den illegalen Aufenthalt eines Ausländers auf dem Gebiet Rumäniens feststellt und seine Pflicht zur Rückkehr in das Herkunftsland sowie die Frist für die freiwillige Ausreise aus Rumänien festlegt.

Alina Dumitriu
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