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Baustelle Personalausweis

Der Personalausweis ist eines der wichtigsten Dokumente in Rumänien - fast überall muss man ihn vorzeigen. Früher war der Ausweis aus Papier, seit gut 20 Jahren besteht er aus Plastik, ist jedoch unhandlich. Seit einiger Zeit ist auch hier die mit einem Chip versehene elektronische Identitätskarte eingeführt worden. Die Ausgabe des E-Ausweises im Kreditkartenformat hat im März 2025 begonnen, zunächst als Pilotprojekt im Kreis Cluj im Nordwesten des Landes. Danach ist das Dokument schrittweise landesweit eingeführt worden.

Baustelle Personalausweis
Baustelle Personalausweis

, 01.04.2026, 13:26

Innerhalb eines Jahres haben mehr als 1,5 Millionen Rumänen einen E-Personalausweis beantragt. Der leistungsfähige Chip, auf höchstem Niveau zertifiziert, speichert die persönlichen Daten sicher und verhindert Identitätsdiebstahl. Zugleich spart der Nutzer Zeit, da er jederzeit und von überall auf elektronische Dienste von Behörden oder privaten Anbietern zugreifen kann. Über bestimmte Anwendungen kann er eine elektronische Signatur erstellen. Reisen werden einfacher in allen Staaten, die die elektronische Identitätskarte als Reisedokument anerkennen. Schließlich kann der Wohnsitz geändert werden, ohne ein neues Dokument beantragen zu müssen. Wer längere Zeit im Ausland war, behält bei der Rückkehr dieselbe Karte und ersetzt lediglich elektronisch den Vermerk „ohne Wohnsitz in Rumänien“ durch die neue Adresse. Skeptikern versichern die Behörden zudem, dass die Karte keine Freiheiten einschränkt und keine Funktionen enthält, die eine Ortung ermöglichen.

Im Gespräch mit Radio Rumänien hat Cătălin Giulescu, Leiter der Generaldirektion für Personenstandswesen, die auf dem Chip gespeicherten Daten erläutert: „Auf dem Chip der elektronischen Identitätskarte sind alle Datenkategorien gespeichert, die auch auf den sichtbaren Seiten der Karte aufgedruckt sind. Hinzu kommt das Bild von zwei Fingerabdrücken, denn im Raum der Europäischen Union ist die elektronische Identitätskarte auch ein Reisedokument. Das bedeutet, dass sie die Standards eines Reisedokuments erfüllen muss. Neben diesen Informationen gibt es zwei elektronische Zertifikate. Eines wird zur Authentifizierung in Infrastrukturen genutzt, die eine Anmeldung für den Zugang zu staatlichen Diensten erfordern. Ein solcher Dienst kann bereits getestet werden, er ist seit Februar im Service-Hub des Innenministeriums verfügbar. Ein weiteres Zertifikat dient der digitalen Unterzeichnung von Dokumenten.“

Doch die neue Plattform der Regierung, über die Bürger Probleme im Umgang mit staatlichen Stellen melden können, hat bereits zahlreiche Beschwerden gesammelt. Viele davon betreffen gerade die elektronische Identitätskarte. Kritisiert wird etwa, dass die Wohnadresse nicht mehr auf der Karte aufgedruckt ist, sondern im Chip gespeichert wird. Oder dass deren Änderung kompliziert ist. Zudem haben noch nicht alle staatlichen Stellen die Geräte, mit denen die Daten auf den Chips gelesen werden. Das führt dazu, dass Bürger mancherorts noch einmal eine Wohnbescheinigung auf dem Papier vorzeigen müssen. Un die muss auch beantragt werden. Cătălin Giulescu räumt ein, dass es bei der Einführung noch Probleme gibt: „Die Einführung des Prototyps 2 der elektronischen Identitätskarte, eines komplexen Prototyps, ist nur eine Etappe des Projekts. Der Bereich der Dienste und ihres Zugangs entwickelt sich ständig weiter. Wir haben uns vor rund zwei Jahren einen ersten Termin gesetzt, den 1. Juli 2026. Bis dahin sollte alles, was der derzeitige Rechtsrahmen vorsieht, mit hoher Wahrscheinlichkeit funktionieren. Gemeinsam mit dem Innenministerium haben wir bereits begonnen, bestimmte Dienste zugänglich zu machen, allerdings schrittweise. Bei der Änderung des Wohnsitzes müssen wir zugeben, dass wir im Vergleich zu unserer Planung etwas in Verzug sind, weil einige Tests nicht erfolgreich waren. Die IT-Welt ist, sagen wir so, sehr anspruchsvoll. Man muss vieles mehrfach testen, bis man zu einer funktionierenden Lösung kommt.“

Auch für im Ausland lebende Rumänen ist die Lage noch nicht einfach. Wer eine elektronische Identitätskarte beantragen will, muss sich derzeit an die zuständigen Behörden im Inland wenden. „Wir arbeiten intensiv mit dem Außenministerium zusammen. Ich denke, sehr bald wird es möglich sein, Anträge auch bei diplomatischen Vertretungen und Konsulaten Rumäniens im Ausland zu stellen. Und sicher werden wir bis zum 1. Juli auch eine weitere Form eines Ausweises einführen, nämlich die elektronische Karte für Bürger ohne Wohnsitz in Rumänien. An diesem Prototyp arbeiten wir noch.“

Technologisch und in Sachen Sicherheit entspricht die elektronische Identitätskarte dem Reisepass. Der Unterschied: Der Chip im Pass ist unsichtbar, während er auf der Identitätskarte sichtbar ist und sowohl kontaktlos als auch in Kontaktgeräten genutzt werden kann – ähnlich wie bei einer Bankkarte.

Derzeit sind weder die Gesundheitskarte noch der Führerschein oder andere Berechtigungen integriert. Wird sich das ändern? Zumindest die Gesundheitskarte soll laut Cătălin Giulescu bis zum Sommer integriert werden. Weitere Dokumente könnten schrittweise folgen, zumal auf europäischer Ebene bereits intensiv über eine digitale Brieftasche diskutiert wird.

Die Einführung der elektronischen Identitätskarte ist damit Realität in Rumänien, befindet sich aber noch im Ausbau. Es wird noch dauern, bis die Bürger nur noch den neuen Ausweis mit sich führen müssen.

 

Sursa foto: Federația Băncilor pentru Alimente din România - FBAR / Facebook
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