Exotische Vögel in rumänischen Parks
Der Halsbandsittich, eine exotische Vogelart, die ursprünglich aus Indien und Afrika südlich der Sahara stammt, hat sich erfolgreich an den urbanen Lebensraum in Rumänien angepasst. Beobachter der Rumänischen Ornithologischen Gesellschaft haben kürzlich Jungtiere in Bukarest und Iași entdeckt.
Daniel Onea und Adina Olaru, 06.07.2026, 17:17
Der Halsbandsittich, eine exotische Vogelart, die ursprünglich aus Indien und Afrika südlich der Sahara stammt, hat sich erfolgreich an den urbanen Lebensraum in Rumänien angepasst. Beobachter der Rumänischen Ornithologischen Gesellschaft haben kürzlich Jungtiere in Bukarest und Iași entdeckt.
Während in Bukarest bereits die dritte Brut der exotischen Vogelart dokumentiert wurde, ist es für Iași der erste sichere Nachweis einer Fortpflanzung in freier Wildbahn. Obwohl die Vögel durch ihr leuchtendes Gefieder auffallen, warnen Experten: Ein massives Auftreten könnte erhebliche ökologische Ungleichgewichte verursachen. Dani Drăgan, Biologe bei der Rumänischen Ornithologischen Gesellschaft, erklärt die Auswirkungen auf die Umwelt.
„Wenn wir von hunderten oder tausenden Individuen sprechen, können diese Vögel deutliche Auswirkungen auf die Artenvielfalt und auch auf den Menschen haben. Was die Biodiversität betrifft, liegt das Hauptproblem bei der Besetzung von Nistplätzen. Die Sittiche nutzen Baumhöhlen und treten so in direkte Konkurrenz zu einheimischen Arten, wie etwa kleinen Singvögeln oder nachtaktiven Greifvögeln. Diese Konkurrenz entsteht, weil der Sittich viel früher mit der Brut beginnt, die Nester besetzt oder sogar aggressiv wird, um heimische Arten zu vertreiben.“
Der Konkurrenzkampf beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Nistplätze. Die Sittiche verdrängen heimische Arten auch durch die Monopolisierung von Nahrungsquellen und verursachen zudem erhebliche materielle Schäden an der städtischen Infrastruktur.
„Ein weiteres großes Problem ist die Nahrung. Da sie größer sind als viele heimische Arten, vertreiben sie diese von den Futterplätzen. Wir haben dieses Verhalten an künstlichen Futterstellen beobachtet, die von der Rumänischen Ornithologischen Gesellschaft in Parks aufgestellt wurden. Sobald die Sittiche auftauchen, weichen alle anderen Vögel. Was die Auswirkungen auf den Menschen angeht: Diese Papageien haben einen massiven, kräftigen Schnabel und ständig das Bedürfnis, an verschiedenen Materialien zu nagen. Dadurch zerstören sie Strom- oder Internetkabel, Antennen und Plastikteile, was zu Konflikten im urbanen Raum führt.“
Die Ausbreitung des Halsbandsittichs zeigt eine ungewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegenüber den Wetterbedingungen in Rumänien, die sich stark von denen in ihren Herkunftsgebieten unterscheiden. Kälte, so betont der Biologe Dani Drăgan, ist schon lange kein Hindernis mehr.
„Überraschenderweise hat sich die Art sehr gut an ein kühleres Klima angepasst. In Rumänien sind die Winter deutlich milder geworden, und die Sittiche vertragen Kälte hervorragend – ähnlich wie in anderen europäischen Ländern mit großen Populationen, etwa in Großbritannien, Italien, Frankreich oder Deutschland. Dass sie in Baumhöhlen Zuflucht suchen, ist ein großer Vorteil, da sie so vor niedrigen Temperaturen geschützt sind.“
Auch wenn die Sittichpopulation in Rumänien im europäischen Vergleich noch relativ klein ist, unterstreicht der Nachweis ihrer Fortpflanzung, wie wichtig die stetige Beobachtung der städtischen Vogelwelt ist. Die Überwachung dieser Entwicklung ermöglicht es den Behörden, die Veränderungen in den städtischen Ökosystemen besser zu verstehen und künftige Maßnahmen zum Schutz der lokalen Artenvielfalt rechtzeitig einzuleiten.