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Adoptiere einen Baum

Der Süden Rumäniens kämpft mit einem alarmierenden Phänomen: der fortschreitenden Wüstenbildung und der kontinuierlichen Auslaugung der Böden. Um die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften zu schützen, betreibt der Verein „Viitor Plus“ das nationale Aufforstungsprogramm „Adoptiere einen Baum“.

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und , 16.06.2026, 14:16

Der Süden Rumäniens kämpft mit einem alarmierenden Phänomen: der fortschreitenden Wüstenbildung und der kontinuierlichen Auslaugung der Böden. Um die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften zu schützen, betreibt der Verein „Viitor Plus“ das nationale Aufforstungsprogramm „Adoptiere einen Baum“.

Diese Initiative hat vor kurzem einen historischen Meilenstein erreicht: die Pflanzung des zweimillionsten Baumes. Doch diese Bäume werden nicht einfach irgendwo in die Erde gesetzt. Die Pflanzaktionen reagieren punktgenau auf dringendste ökologische Bedürfnisse. Teia Ciulacu, die Präsidentin und Gründerin des Vereins, erklärt, warum diese Eingriffe gerade im Süden Rumäniens so überlebenswichtig sind.

„Wir haben uns aus strategischen und nachhaltigen Gründen schon immer auf den Süden Rumäniens konzentriert, ganz einfach, weil es die am stärksten entwaldete Region ist. Es gibt dort Landkreise mit gerade einmal 5 Prozent Waldanteil – was selbst für eine Ebene extrem wenig ist. Der empfohlene Durchschnitt liegt bei etwa 20 Prozent, davon sind wir also meilenweit entfernt. Es ist ein intensiv landwirtschaftlich genutztes Gebiet mit unzähligen verödeten Flächen. Denken wir nur an die Region Oltenien: Dort schätzt man die von Wüstenbildung betroffenen Gebiete auf über 100.000 Hektar. Und genau diese Region leidet auch im klimatischen Kontext am meisten unter extremen Wetterereignissen.“

Jenseits der klimatischen Herausforderungen erfordern solche Aufforstungskampagnen eine gründliche technische und rechtliche Vorbereitung. Wie uns Vereinsgründerin Teia Ciulacu erklärte, hat das Programm dabei aber auch immer die Ernährungssicherheit im Blick – landwirtschaftlich nutzbare Flächen bleiben deshalb streng tabu.

„Es muss ein klarer ökologischer Bedarf bestehen, und wir dürfen nicht in Konkurrenz zu landwirtschaftlichen Flächen treten. Schließlich brauchen wir auch Nahrungsmittel. Wir versuchen gar nicht erst, in diesem Bereich zu konkurrieren, zumal es wirklich genug Flächen gibt, die sich problemlos aufforsten lassen. Der nächste Schritt ist die Absicherung eines korrekten rechtlichen Rahmens für unsere Pflanzungen. Wir gehen oft in ländliche, arme Gemeinden, die keine eigenen Budgets haben, wo die Not aber riesig ist. Das Einzige, was wir im Gegenzug für unser Waldmanagement verlangen, ist dieser rechtliche Rahmen und der langfristige Schutz des Waldes. Als Nächstes schauen wir uns den Boden an. Bei absolut jedem Aufforstungsprojekt müssen Bodenproben entnommen werden, um die Zusammensetzung zu prüfen. Denn die Chemie des Bodens diktiert den Artenmix. Ein Beispiel: Wenn der Boden zu viele Karbonate enthält, kann man dort keine Akazien pflanzen. Die Auswahl der Baumarten treffen wir immer gemeinsam mit Fachleuten, basierend auf dieser Bodenanalyse und dem lokalen Mikroklima. Wir setzen dabei grundsätzlich auf eine Artenmischung, niemals auf Monokulturen.“

Die eigentliche Arbeit beginnt jedoch erst, nachdem die Setzlinge im Boden sind. Damit aus einer simplen Grünfläche ein eigenständiges Ökosystem wird, übernimmt der Verein die Pflege der Parzellen für die nächsten drei bis fünf Jahre. Denn gerade in der Anfangsphase reagieren die jungen Bäumchen extrem sensibel auf die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe.

Der Meilenstein von zwei Millionen gepflanzten Bäumen ist also weit mehr als nur eine bloße Statistik. Diese Zahl ist das Resultat eines hochkomplexen Prozesses aus Analyse, Zusammenarbeit und direktem Engagement. Weil der Verein den Wald nicht sich selbst überlässt, erhalten die verödeten Gebiete im Süden Rumäniens eine echte Chance auf ökologische Erholung. So entsteht für die Menschen vor Ort ein natürlicher Schutzwall, der auf lange Sicht ihr Überleben sichert.

 

(foto: Pexels / pixabay.com)

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