Der Nationalpark Domogled-Valea Cernei: Rumäniens größtes Naturheiligtum
An der Kreuzung spektakulärer Landschaften gelegen, ist der Nationalpark Domogled-Valea Cernei der größte Rumäniens – ein wahres Heiligtum der Biodiversität.
Daniel Onea, 29.03.2026, 22:54
Er ist ein außergewöhnliches Reiseziel, das jährlich von Tausenden von Touristen wegen seiner Landschaften, die auf zertifizierten Wanderwegen erkundet werden können, aufgesucht wird. Diese enthüllen seltene geologische Phänomene, auf Bergrücken isolierte Weiler oder Thermalhöhlen. Darüber hinaus lässt sich eine wertvolle endemische Flora bewundern, symbolisiert durch die berühmte Banater Schwarzkiefer.
Um Profil und Bedeutung dieses Raums besser zu verstehen, sprachen wir mit Mariana Păsărin von der Verwaltung des Nationalparks Domogled-Valea Cernei, zuständig für Gemeinschaftsbeziehungen und ökologische Bildung:
„Es ist der größte Nationalpark Rumäniens mit einer Fläche von 61.660 Hektar, die sich über vier Kreise erstreckt: Gorj (mit dem größten Anteil), Caraș-Severin, Mehedinți und einem sehr kleinen Teil von Hunedoara. Touristen kommen hierher in erster Linie wegen der außergewöhnlichen Biodiversität und der spektakulären Landschaften: Schluchten, Kalksteilwände, Canyons, die von Bächen mit schwankendem Durchfluss durchzogen werden, und Höhlen. Wir haben floristische Raritäten, wie die Banater Schwarzkiefer, eine endemische und emblematische Art für unseren Park, die ausschließlich in dieser Region vorkommt. Außerdem finden wir eine riesige Vielfalt an Schmetterlingen – fast 1.500 Arten, was etwa 45 % der Lepidopterenfauna Rumäniens ausmacht –, aber auch zahlreiche Orchideenarten. Aus faunistischer Sicht haben Forscher hier 31 der 32 in Rumänien vorkommenden Fledermausarten (Chiroptera) nachgewiesen. Es ist ein äußerst attraktiver Raum für Naturbeobachtungsbegeisterte.“
Der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung des Schutzgebiets ist das Besucherzentrum am Ortsausgang des Kurorts Băile Herculane. Dort angekommen, können Touristen eine einzigartige Ausstellung auf drei Ebenen besuchen, wo sie unter anderem Modelle der Thermalhöhlen bewundern können – ein auf nationaler Ebene einzigartiges speleologisches Phänomen. Über die Möglichkeiten vor Ort informiert, können Besucher aus einem breiten Aktivitätenangebot wählen. Mariana Păsărin von der Verwaltung des Nationalparks Domogled-Valea Cernei liefert Details:
„Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Tourismusformen wider, die wir ausüben können: Bergwanderungen auf zahlreichen verfügbaren Routen, Klettern an Kletterwänden, aber auch Canyoning – es gibt sogar einschlägige Schulen, die hier jährlich Kurse organisieren. Touristen, die ein authentisches Erlebnis suchen, können die isolierten Weiler in den Cernei-Bergen besuchen, wo sie mit Einheimischen in Kontakt treten, traditionelle Produkte kosten und an alltäglichen Haushaltstätigkeiten teilnehmen können. Auch wenn wir keine eigens für Vogelbeobachtung eingerichteten Bereiche haben, lassen sich die Arten leicht in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Zahlreiche Forscher und Fotobegeisterte kommen eigens in den Park, um die besonderen Flora- und Faunaarten festzuhalten und zu beobachten.“
Für ein wirklich einzigartiges Erlebnis entscheiden sich immer mehr Touristen dafür, den städtischen Trubel hinter sich zu lassen und sich in die Höhen der Cernei-Berge aufzumachen. Hier, jenseits des für das 21. Jahrhundert typischen Komforts, entdecken sie Siedlungen, wo die Zeit stillzustehen scheint und vollkommene Stille herrscht. Mariana Păsărin erklärt, warum ein Besuch in diesen Gebieten einer Rückkehr zu den Wurzeln gleicht:
„Die Weiler sind äußerst kleine Siedlungen mit nur wenigen Wohnhäusern, zu denen motorisierter Zugang schwierig oder unmöglich ist. Ein bekanntes Beispiel ist der Weiler Ineleț, zu dem man über direkt in den Fels geschlagene Holztreppen gelangt. Es gibt auch einen Umweg, der nur zu Pferd befahrbar ist. Heutzutage erscheint es kaum glaublich, dass es noch so zivilisationsferne Gebiete gibt, wo Menschen in vollkommener Harmonie mit dem Rhythmus der Natur leben. Obwohl ihr Leben keineswegs einfach ist, haben sich die Einheimischen an die wachsende Zahl ruhesuchender Touristen angepasst. Inzwischen bieten einige von ihnen rustikale Unterkunft in den eigenen Häusern an, bereiten traditionelles Essen zu und veranstalten Lagerfeuer.“
Jenseits der Stille in den Weilern wird das menschliche Erbe der Region mit bemerkenswertem Einsatz gepflegt. Im Kurort Băile Herculane beispielsweise gibt es ein interaktives Museum, wo Touristen alte Handwerke erlernen können, etwa das Weben traditioneller Blusen. Auch die Verwaltung des Schutzgebiets engagiert sich aktiv für die Pflege dieser Traditionen und veranstaltet jährlich thematische Veranstaltungen, wie Mariana Păsărin von der Verwaltung des Nationalparks Domogled-Valea Cernei, zuständig für Gemeinschaftsbeziehungen und ökologische Bildung, hervorhebt:
„Die Parkverwaltung organisiert zwei große Veranstaltungen. Die erste heißt „Goști la Givan“ (ein Banater Ausdruck für „Gäste zu Tisch“ oder „Spinnstube“). Sie findet gewöhnlich im Frühling statt. Dieses Jahr war sie für den 18. April in unserem Besucherzentrum geplant. An der Veranstaltung nehmen lokale Erzeuger und Handwerker teil – darunter die Dame, die traditionelle Blusen webt, aber auch ein Töpfer, der Live-Vorführungen macht und Kinder einlädt, Ton zu formen. Wir haben auch künstlerische Darbietungen von Schülern der Schulen im Parkgebiet. Die zweite Veranstaltung ist das „Festival der Banater Schwarzkiefer“, das dieses Jahr seine 21. Ausgabe erlebt. Damit feiern wir unseren emblematischen Baum und begehen zugleich den Tag des Nationalparks. Es findet stets am letzten Wochenende im Mai statt, in Verbindung mit dem Europäischen Tag der Parks (am 24. Mai). Es ist ein großes Festival, das im Sommergarten des Kurorts Băile Herculane veranstaltet wird, mit Musik- und Tanzaufführungen sowohl lokaler Ensembles als auch geladener Gäste aus dem übrigen Land.“
Dieses reiche Tourismusangebot wird durch die stark negativ ionisierte Luft der Region ergänzt, die jener der Schweizer Alpen ähnelt. Die Kombination aus Kurortismus, historischem Erbe und der Wildheit der Landschaft macht den Park zu einem bedeutenden Anziehungspunkt auf der europäischen Landkarte – einem Reiseziel, das das internationale Publikum beständig fasziniert. Das Schutzgebiet zieht Gäste aus aller Welt an, von Touristen aus Deutschland, Spanien oder Frankreich bis hin zu Besuchern aus den Vereinigten Staaten und Australien. Diese, einschließlich jener aus Ländern mit langer Bergtradition wie der Schweiz, sind tief beeindruckt von der lokalen Gastfreundschaft und der Wildheit der Landschaften. Ein bedeutender Anziehungspol für Ausländer sind die rund 10.000 Hektar jahrhundertealter Buchenwälder, die seit 2017 zum UNESCO-Welterbe gehören.