Nachrichten 23.06.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 23.06.2026, 18:49
In Bukarest hat der rumänische Präsident Nicușor Dan am Dienstag Konsultationen mit den im Parlament vertretenen Parteien und politischen Gruppierungen zur Ernennung eines neuen Ministerpräsidenten geführt. Die Sozialdemokratische Partei PSD ist bereit, die Regierungsverantwortung zu übernehmen. Die Nationalliberale Partei PNL strebt die Bildung einer Regierung gemeinsam mit USR und UDMR an. Die nationalkonservative Partei AUR erklärte hingegen, dass ohne ihre Beteiligung keine Regierung gebildet werden könne. Nach Angaben der UDMR gibt es derzeit zwei Möglichkeiten für eine Minderheitsregierung. Eine dritte Option wäre eine Regierung mit einer sehr knappen Mehrheit. Die Fraktion der nationalen Minderheiten im Parlament geht ebenfalls davon aus, dass die künftige Regierung eine Minderheitsregierung sein wird. Die Partei SOS România forderte unterdessen den Rücktritt von Präsident Nicușor Dan. Geplant waren außerdem Gespräche mit der Partei der Jungen Menschen, der Parlamentsgruppe „Uniți pentru România“, der Fraktion „PACE – Întâi România“ sowie mit fraktionslosen Abgeordneten. Die neuen Konsultationen fanden statt, nachdem das vorgesehene Regierungsteam unter Führung des designierten Ministerpräsidenten Adrian Veștea am Vortag das Vertrauen des Zweikammerparlaments verfehlt hatte. Für die Amtsübernahme wären mindestens 233 Stimmen von Senatoren und Abgeordneten erforderlich gewesen. Das Kabinett erhielt jedoch lediglich 189 Stimmen.
Mehr als 2,25 Milliarden Euro sind offiziell auf den Konten Rumäniens eingegangen. Wie der kommissarische Minister für Investitionen und Europäische Projekte der Regierung in Bukarest, Dragoș Pîslaru, am Dienstag mitteilte, hat die Europäische Kommission den vierten Zahlungsantrag im Rahmen des Nationalen Aufbau- und Resilienzplans vollständig ausgezahlt. Der rumänische Aufbau- und Resilienzplan wird mit insgesamt 21,41 Milliarden Euro finanziert. Davon entfallen 13,57 Milliarden Euro auf Zuschüsse und 7,84 Milliarden Euro auf Darlehen. Mit der vierten Auszahlung hat Rumänien nun insgesamt 60,6 Prozent der vorgesehenen Gesamtmittel erhalten.
Die Europäische Union stellt fast 15 Millionen Euro zur Verfügung, um rumänische Landwirte zu unterstützen, die von der Dürre des vergangenen Jahres betroffen sind. Die Mittel sind für Mais- und Sonnenblumenkulturen bestimmt und können durch zusätzliche staatliche Hilfen ergänzt werden. Der Vorschlag ging von der Europäischen Kommission aus und wurde von den Mitgliedstaaten im Rat angenommen. Die Unterstützungsmaßnahme richtet sich nicht nur an Landwirte in Rumänien, sondern auch in weiteren betroffenen EU-Staaten. Das gesamte Hilfspaket umfasst 56 Millionen Euro. Die höchsten Beträge erhalten Portugal und Rumänien. Weitere Unterstützung geht an Zypern, Kroatien und Slowenien.
Rumänien und die Slowakei haben bei einem Treffen der EU-Agrarminister in Luxemburg eine flexiblere Regelung für den Umgang mit Braunbären gefordert. Übergangsagrarminister Tánczos Barna warnte, die stark gestiegene Zahl der Tiere führe zu immer mehr Zwischenfällen in ländlichen Regionen und schade Landwirten. Rumänien fordert von der Europäischen Kommission einen dauerhaften Rechtsrahmen für das Bestandsmanagement sowie die Möglichkeit, wissenschaftlich begründete Eingriffe in Gebieten mit stabilem Erhaltungszustand vorzunehmen. Mehrere Mitgliedstaaten unterstützten den Vorstoß. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen sprach sich ebenfalls für flexiblere Lösungen aus. Außerdem ging es in Luxemburg um die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2027. Rumänien plädierte für eine solide finanzierte Landwirtschaftspolitik, die sich stärker an den Bedingungen vor Ort orientiert.
Beim Internationalen Theaterfestival in Hermannstadt standen heute weitere Aufführungen auf dem Programm. Zu den Höhepunkten zählten „Eines langen Tages Reise in die Nacht“ vom Nationaltheater „Radu Stanca“, das in diesem Jahr mit den UNITER-Preisen für die beste Inszenierung und den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, die Tanztheaterproduktion „Die Nachkommen der Götter“ einer belgischen Kompanie sowie das Musikprogramm „Die Seele Japans“. Geplant war außerdem eine Begegnung mit dem rumänischstämmigen spanischen Schriftsteller Miguel Gane, gefolgt von einer poetischen Musikaufführung. Hinzu kamen rund 20 kostenlose Straßentheateraufführungen.
Die rumänische Tennisspielerin Irina Begu hat in der ersten Runde des WTA-500-Turniers im deutschen Bad Homburg die US-Amerikanerin Venus Williams mit 6:2, 4:6 und 7:6 besiegt. Die 35-jährige Begu, die sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt hatte, setzte sich nach fast drei Stunden gegen die 46-jährige ehemalige Weltranglistenerste durch. Im Achtelfinale trifft sie auf die Tschechin Karolína Muchová.
Der Wetterdienst hat für Dienstag eine gelbe Unwetterwarnung für den Karpatenbogen und den Südwesten Rumäniens herausgegeben. Erwartet werden kräftige Schauer und Gewitter, Starkregen, Windböen von bis zu 70 Kilometern pro Stunde sowie örtlich Hagel. Die Niederschlagsmengen können regional mehr als 40 Liter pro Quadratmeter erreichen. Gleichzeitig bleibt es in weiten Teilen des Landes heiß. Die Höchstwerte liegen zwischen 24 und 33 Grad. Auch in Europa hält die Hitzewelle an. In Frankreich wurden bereits bis zu 43 Grad gemessen, zahlreiche Départements stehen weiter unter roter Alarmstufe. Auch Spanien und Portugal rechnen mit extremer Hitze. Für Donnerstag und Freitag werden in Deutschland Temperaturen von über 40 Grad erwartet. Großbritannien hat für den Süden des Landes ebenfalls die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen.