Nachrichten 10.10.2026
Die wichtigsten Meldungen des Tages
Newsroom, 10.10.2026, 17:00
Der vierte mit der Regierungsbildung beauftragte Ministerpräsident in Bukarest, Luca Niculescu, will am kommenden Donnerstag dem Parlament sein Regierungsprogramm und die Liste seiner Minister vorlegen. Mit Blick auf die Verhandlungen mit den Parlamentsparteien zur Bildung einer proeuropäischen Mehrheit zeigte er sich optimistisch. Dennoch setzen die Vorsitzenden der Sozialdemokraten (PSD) und der Liberalen (PNL), auf deren Unterstützung diese Mehrheit angewiesen ist, ihren Schlagabtausch über die aktuelle politische Blockade fort. Am Freitag erklärte der PSD-Vorsitzende Sorin Grindeanu, seine Partei unterstütze die Wiederherstellung einer stabilen Mehrheit gemeinsam mit der PNL und dem Ungarnverband UDMR. Zudem sei die PSD bereit, Verantwortung für die Regierungsführung zu übernehmen. Der amtierende Ministerpräsident und PNL-Vorsitzende Ilie Bolojan entgegnete, Rumänien brauche eine handlungsfähige Regierung. Die Weigerung seiner Partei, gemeinsam mit der PSD zu regieren, sei jedoch weder auf persönliche Eitelkeiten noch auf politisches Kalkül zurückzuführen, sondern auf die Lehren, welche die Liberalen im vergangenen Jahr gezogen hätten. Zur Erinnerung: Die von Ilie Bolojan geführte Regierung aus PNL, USR und UDMR wurde am 5. Mai durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Für den Antrag stimmten die Sozialdemokraten, die zuvor selbst an der Regierung beteiligt waren, sowie die nationalistische Oppositionspartei AUR.
Die Regierung in Bukarest hat am Freitag die Genehmigung für die Übernahme der Schwarzmeerwerft Mangalia durch den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall begrüßt. Sie bezeichnete den Schritt als wichtigen Meilenstein für die Wiederbelebung einer der bedeutendsten Industrieanlagen Rumäniens. Die Werft Mangalia wurde für 138 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer verkauft. Nach Angaben der Regierung ist die Genehmigung das Ergebnis von Verhandlungen im Rahmen des SAFE-Programms. Dabei hatte Rumänien die Umsetzung von Rüstungsbeschaffungen bei Rheinmetall an die Verpflichtung zu Investitionen in die rumänische Verteidigungsindustrie geknüpft. Dazu zählt auch die Wiederbelebung der Werft Mangalia. Die oppositionelle Partei AUR erhebt hingegen schwere Vorwürfe gegen die Regierung. Sie habe die Situation der Werft schlecht gemanagt und damit zugelassen, dass einer der wichtigsten strategischen Industriestandorte Rumäniens in die Insolvenz geriet und schließlich unter dem ursprünglichen Preis versteigert wurde. Zudem fehlten konkrete Garantien für die Zukunft des Standorts.
In der rumänischen Hauptstadt findet heute und am Sonntag die 19. Ausgabe des Bukarester Internationalen Marathons statt. Nach Angaben der Veranstalter gehen in diesem Jahr mehr als 12.500 Läuferinnen und Läufer aus über 50 Ländern an den Start. Damit unterstreicht der Wettbewerb seinen internationalen Charakter und rückt Bukarest erneut auf die Landkarte der großen Laufveranstaltungen. Organisiert wird das Event vom Bucharest Running Club. Auf dem Programm stehen mehrere Wettbewerbe für erfahrene Läufer ebenso wie für Einsteiger: der Marathon über 42 Kilometer, der Halbmarathon über 21 Kilometer, ein Staffellauf, der Zehn-Kilometer-Lauf sowie ein Volkslauf über zweieinhalb Kilometer. Wie die Veranstalter mitteilen, unterstützt der Bukarester Marathon gemeinsam mit den Teilnehmenden insgesamt 13 soziale Projekte.
Die rumänische Hauptstadt Bukarest bietet an diesem Wochenende ein vielfältiges Kulturprogramm. Es reicht von immersiven Lichtprojektionen auf historischen Gebäuden über Theater- und Filmfestivals bis hin zu Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Zum zehnten Jubiläum verwandelt das internationale Kunstfestival „Spotlight“ die Calea Victoriei, eine der bekanntesten Straßen im Herzen Bukarests, in einen riesigen interaktiven Ausstellungsraum. Der Eintritt ist frei. 16 Künstlerinnen und Künstler aus sieben Ländern präsentieren insgesamt 19 Projekte, darunter 13 Installationen und sechs Videomapping-Shows. Ein weiteres Highlight ist das Internationale Animationsfilmfestival. Es bietet die Gelegenheit, die neuesten internationalen Produktionen dieses Genres auf der großen Leinwand zu entdecken. Das Ion-Creangă-Theater wiederum ist Gastgeber des Internationalen Kindertheaterfestivals. Auf dem Programm stehen Inszenierungen von Theaterensembles aus Italien, Spanien, Litauen und Rumänien.
Der Güterverkehr auf dem rumänischen Abschnitt der Donau ist bei Flusskilometer 280 in beiden Richtungen vollständig blockiert. Dort sitzen derzeit 30 Schubboote und Schiffe sowie mehr als 100 Lastkähne fest. Betreiber im Schwarzmeerhafen Constanța sowie Vertreter des rumänischen Verbands der Binnenschifffahrtsreeder und Flusshafenbetreiber kritisieren, dass die Behörden trotz zahlreicher Meldungen und schriftlicher Aufforderungen bislang keine konkreten Maßnahmen zur Behebung der Situation ergriffen hätten. Besonders besorgniserregend sei die Lage, da die Prognosen auf einen weiteren möglichen Rückgang des Donauwasserstands hindeuteten. Die Blockade verursacht erhebliche wirtschaftliche Verluste, Verzögerungen bei der Warenauslieferung und Störungen der Logistikketten. Jeder weitere Tag des Stillstands verringere die Chancen auf eine Wiederaufnahme des Verkehrs und erhöhe das Risiko, dass sich die aktuelle Blockade zu einer schweren Krise des Binnenschiffsverkehrs entwickle, warnt der Verband. Dieser vertritt nach eigenen Angaben 80 Prozent der rumänischen Binnenschifffahrtskapazitäten und 50 Prozent der Flusshafenkapazitäten des Landes.
Die rumänischen Behörden haben in der vergangenen Nacht zwei RO-ALERT-Warnmeldungen herausgegeben, nachdem Radarsysteme Drohnen im ukrainischen Luftraum nahe der südöstlichen Grenze zu Rumänien erfasst hatten. Das teilte das rumänische Verteidigungsministerium mit. Nach Angaben des Ministeriums starteten daraufhin zwei F-18-Kampfjets der spanischen Luft- und Weltraumstreitkräfte vom Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu. Die Maschinen befinden sich im Rahmen der verstärkten Luftraumüberwachung im Einsatz und sollten die Lage beobachten. Wie das Verteidigungsministerium abschließend mitteilte, wurden keine Verletzungen des rumänischen Luftraums festgestellt.
Die Temperaturen in Rumänien liegen heute im Nordwesten, im Zentrum und im Norden tagsüber etwa im jahreszeitüblichen Bereich. In den übrigen Landesteilen bleibt es dagegen weiterhin deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Der Himmel zeigt sich wechselhaft, örtlich sind am Nachmittag und am Abend Wolken und Regenschauer möglich, insbesondere in den Gebirgsregionen und im Nordwesten des Landes. Der Wind weht schwach bis mäßig, in höheren Gebirgslagen mit zeitweise stärkeren Böen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 20 und 29 Grad Celsius. In Bukarest wurden zur Mittagszeit 21 Grad gemessen.